Shadow of the Colossus im Test (PS4)

Melancholisches Meisterwerk

Shadow of the Colossus im Test (PS4): Melancholisches Meisterwerk Shadow of the Colossus im Test (PS4): Melancholisches Meisterwerk Foto: Sony Interactive Entertainment Europe Limited
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Mit dem Remaster von Shadow of the Colossus haucht das Entwicklerstudio Bluepoint Games dem „Playstation 2“-Klassiker neues Leben ein und gibt Gamern von heute die Chance, eine der intensivsten Spieleerfahrungen der Vergangenheit zu erleben. In unserem Test verraten wir, ob der Titel noch immer begeistern kann…

Shadow of the Colossus ist ein Spiel, das mit wenig Dialog und noch weniger Hilfen für den Spieler auskommt. Die Geschichte des Titels entwickelt sich schnell, verrät aber bis zum Ende wenig über das, was eigentlich vor sich geht.

Als einsamer Reiter, der nach einer Möglichkeit sucht, seine verstorbene Freundin wieder zurück ins Land der Lebenden zu holen, streift ihr durch die Spielwelt und tut das, was eine mysteriöse Stimme von euch verlangt. Doch ganz einsam seid ihr dabei nicht. Einen treuen Begleiter habt ihr stets an eurer Seite: das schwarze Ross Agro. Auf ihrem Rücken schreitet ihr durch die mysteriösen Lande und sucht nach den Kolossen, die ihr für eure Aufgabe bezwingen müsst.

shadow of the colossus ps4 Pferd - image/jpeg Stets an eurer Seite: das schwarze Ross Agro.

Der Kampf ums Überleben

Genau um diese Kolosse dreht sich eigentlich alles im Spiel. 16 Stück müsst ihr bezwingen, um dem leblosen Körper eurer Freundin wieder Leben einzuhauchen. Jeder von ihnen ist einzigartig und muss erst einmal in der komplett offenen Spielwelt gefunden werden. Hierzu benutzt ihr euer Schwert, das euch den Weg zum nächsten Gegner offenbaren wird.

Seid ihr erst einmal an eurem Ziel angekommen, stehen euch packende und herausfordernde Kämpfe entgegen. Die extrem unterschiedlichen Kolosse erscheinen zum Beispiel in Form von fliegenden Ungeheuern oder als einem Stier ähnliche Gegner. Jeder von ihnen hat Schwachpunkte, die ihr zuerst einmal finden müsst und dann überlegen solltet, wie diese zu erreichen sind.

Einige der Kolosse sind, wie der Name schon vermuten lässt, einfach kolossal, sodass ihr an ihnen heraufklettern müsst. Das klingt zwar simpel, ist im Spielgeschehen dann aber doch etwas schwieriger als vermutet.

shadow of the colossus ps4 große gegen klein - image/jpeg Einfach kolossal!

Traurige Tode

Hinter all dem steckt mehr, als man in Worte fassen kann. Man muss Shadow of the Colossus gespielt haben, um die Faszination des Titels verstehen zu können. Denn eigentlich sind viele der Kolosse überhaupt nicht aggressiv oder bösartig. Vielmehr versuchen sie sich, teils aussichtslos, gegen euch - den Eindringling - zu verteidigen. Daher wird euch als Spieler sicherlich in den Sinn kommen, wieso ihr diese einzigartigen und spektakulären Kreaturen erlegen müsst. Hierzu tragen die musikalische Untermalung und das herausragende Art-Design der Kolosse einen großen Teil bei. Die oft sehr lang andauernden Kämpfe erfordern eure Ausdauer und Geschickt. Und wenn man endlich eine dieser 16 Kreaturen erledigt hat, kommt nicht unbedingt wie in Spielen a la Dark Souls ein befriedigendes Gefühl auf, sondern eher Mitleid und Zweifel an der eignen Handlung!

shadow of the colossus ps4 monster süß - image/jpeg Manchmal sehen die Kolosse auch irgendwie "süß" aus, oder?

Getrieben von eurer Aufgabe werdet ihr zum Ende des Spiels endlich darüber aufgeklärt, was eigentlich vor sich geht! Ohne etwas vorweg zu nehmen: das Ende von Shadow of the Colossus ist nicht weniger tragisch, als es das Spiel vermuten lässt. Wenn ihr das Spiel schnell beenden wollt, könnt ihr das bereits in unter fünf Stunden machen. Das klingt nach wenig. Allerdings hat die Spielwelt noch einiges mehr zu bieten. Sammelbare Objekte, Neues Spiel+ sowie Zeit-Challanges sind nur einige der Aktivitäten, die euch auch nach dem Ende bereitgehalten werden.

Neuer Glanz der technischen Seite 

Shadow of the Colossus wurde von Grund auf neu programmiert. Bluepoint Games hat hier hervorragende Arbeit geleistet. Das Spiel sieht wirklich super aus! „PS 4 Pro“-Besitzer können zudem zwischen einer höheren Auflösung oder einer höheren Framerate wählen. Beides holt noch einmal mehr aus dem Spiel heraus. Hier ist es Geschmackssache, was euch besser gefällt.

Dennoch muss ich gestehen: Auch der etwas matschige Look und die nicht gerade perfekte Grafik des Originals hatten seinen eigenen Charm und haben einige der Kolosse noch furchteinflößender oder geheimnisvoller aussehen lassen. Doch dafür sind Effekte, die Weitsicht und die Texturen im Remaster einfach ein absoluter Hingucker!

Ein kleines Manko gibt es aus meiner Sicht allerdings doch: Die Steuerung des Spiels ist nach wie vor gewöhnungsbedürftig. Es braucht einige Zeit, sich an die Bewegungen von Agro und eurem Alter Ego zu gewöhnen. Dem Spielspaß tut dies aber keinen Abbruch, zumal ihr nicht wirklich viele Tasten benötigt, um das Spiel zu meistern.

Fazit:

Shadow of the Colossus ist auch im neuen Gewand ein absoluter Pflichtkauf für jeden Playstation-Besitzer. Der Titel ist immer noch so packend und intensiv wie vor 13 Jahren. Die melancholische Stimmung des Spiels und das Ende lassen uns heute wie damals mit großen Augen auf den Bildschirm blicken. Bluepoint Games hat, genau wie bereits bei der Nathan Drake Collection, tolle Arbeit geleistet und einen Klassiker würdevoll in die Neuzeit gebracht. Chapeau!

Shadow of the Colossus bekommt von uns 9 von 10 gefundene Geheimnissen, 5 von 5 entdeckte Kolosse und 92 von 100 Prozent Gänsehaut-Feeling! 

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