Ein Meilenstein: Meisterhaftes Rollenspiel alter Schule

Pillars of Eternity im Test für PC

Ein Meilenstein: Meisterhaftes Rollenspiel alter Schule: Pillars of Eternity im Test für PC Ein Meilenstein: Meisterhaftes Rollenspiel alter Schule: Pillars of Eternity im Test für PC Foto: Paradox Interactive

Wir kamen, wir sahen, wir spielten: Neue News-Rubrik für TONIGHT.de: Games Wir kamen, wir sahen, wir spielten Neue News-Rubrik für TONIGHT.de: Games Zum Artikel » Mit knapp 4 Millionen US-Dollar gehört das von den Rollenspiel-Profis Obsidian Entertainment entwickelte „Pillars of Eternity“ zu den erfolgreichsten Kickstarter-Projekten. Seit September 2012 ist viel Zeit vergangen, jetzt steht der Titel endlich bereit. Hat sich die Wartezeit gelohnt?

Über die Kickstarter-Plattform haben es in den letzten Jahren einige Titel vom Konzept zur Reife gebracht, kaum eines hatte dabei jedoch so viel Unterstützung und Zeit wie Pillars of Eternity. Dabei sind die Entwickler ihrem Motto treu geblieben, einen Nachfolger im Geiste zu den damaligen Studio-Hits zu liefern: Die Freiheit von Baldur’s Gate und der taktische Kampf aus Icewind Dale sind im Kern von Pillars of Eternity ebenso zu finden, wie die erwachsenen Themen und die rückwirkenden Handlungselemente aus Planescape: Torment.

Anmerkung der Redaktion: Alle "tl;dr"-Leser (too long, didn't read) finden unsere brandneue Knappfo-Box nach dem Fazit auf Seite 5!

Eines gleich vorweg: Wenn ihr kein großer Fan des geschriebenen Wortes seid, solltet ihr die Finger von Pillars of Eternity lassen. Zwar sind erstaunlich viele Gespräche vollständig und – zumindest auf Englisch – hervorragend vertont, jedoch kommt ihr während der weit über 80 Stunden langen Kampagne nicht darum umher, den einen oder anderen, langen Text zu lesen.

Und eben hier hätten wir schon der ersten Punkt, der Pillars of Eternity auszeichnet: Das Script, die Handlung und die Charaktere wurden mit so viel Liebe zum Detail gestaltet und das geschriebene Wort so ausgeklügelt verfasst, dass der Titel ohne allzu große Probleme mit populären Fantasy-Epen wie „Das Lied von Eis und Feuer“ und „Der Herr der Ringe“ konkurrieren kann.

Willkommen im "Eastern Reach" Pillars of Eternity: Screenshots 21 Fotos

Darf ich vorstellen: Delian, der blauhäutige Küstenkämpfer

Jedes Rollenspiel wirft euch zunächst in die obligatorische Charaktererstellung. Dabei ist es erstaunlich, wie viel Freiraum euch Obsidian lässt: Neben den recht gewöhnlichen Fantasy-Rassen wie Zwergen und Elfen, dürft ihr alternativ in die Haut des blauhäutigen, nautischen Seefahrervolks Aumaua schlüpfen, oder euch als winziges Tierwesen Orlan und mysteriöser „Godlike“ versuchen.

Mit der Wahl der Charakterrasse hört die Charaktererstellung übrigens nicht auf: So dürft ihr bei den Godlike unter anderem aus den Varianten „Death“, „Fire“, „Moon“ und „Nature“ wählen – alle vier mit jeweils anderen Völker-Boni, kulturellen Hintergründen und Aussehen. Bei meiner Wahl zum nautischen Aumaua favorisiere ich letztendlich den „Coastal“-Aumaua vor seinem, auf Inseln beheimateten Bruder. Die hünenhaften Fischwesen geben dank ihrer Völkerboni hervorragende Kämpfer und Krieger ab.

Jetzt wo Herkunft und Rasse geklärt sind, geht es gleich weiter mit der „Klasse“: Wollt ihr euch lieber als Barbar in die feindlichen Reihen stürzen, oder als „Cipher“ mit dem Verstand Eurer Gegner spielen? Wie wäre es mit einem fiesen Schurken, oder einem aufrichtigen Paladin? Wem das zu stereotyp ist, der findet abseits der bekannten Klassen auch Besonderheiten wie den Druiden, oder den „Sänger“.