PES 2015 im Test | PlayStation 4

Der Joker sticht!

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Ein direkter Zweikampf zwischen FIFA und PES ist dieses Jahr ausgeblieben. FIFA 15 erschien bereits im September, nun folgt PES 2015. Wir klären in unserem Test, ob sich die Wartezeit gelohnt hat.

PES gegen FIFA, FIFA gegen PES: es ist das ewige Duell zweier Fußballreligionen, das jedes Jahr "Fanboys" und "Hater" gleichermaßen auf den Plan ruft und Spielejournalisten vor lauter Klickzahlen in die Hände spucken lässt.

Doch dieses Jahr kam alles anders: während FIFA 15 schon seit September den Rasen hoch und runter läuft, kommt PES 2015 nun knapp zwei Monate später in die Partie. Der ehemalige Genre-Meister als bloßer Joker, wer hätte das vor acht Jahren noch gedacht, als PES 6 den virtuellen Fußball auf eine höhere Ebene hievte?

Doch die Zeiten ändern sich, Konami kann vermutlich ein Lied davon singen. Den Sprung auf die PlayStation 3 und Xbox 360 haben die Japaner verschlafen und dem Konkurrenten FIFA weitgehend das Feld überlassen. Ableger wie PES 2008 enttäuschten viele Fans und Kritiker. Die Nachfolger konnten das alte "PES-Gefühl" nicht mehr reproduzieren.

Höchste Zeit also für einen Neuanfang! Da kommt die neue Konsolengeneration gerade recht. Der Umschwung soll mit der hauseigenen FOX-Engine gelingen, mit der schon Metal Gear Solid V reihenweise Kinnladen runterschnellen lässt. Die erste Antastung mit der neuen Engine wurde schon mit PES 2014 versucht, jedoch nur für die alten Konsolen.

Es überraschte nicht wirklich, dass PlayStation 3 und Xbox 360 teilweise ordentlich damit zu kämpfen hatten die Bildraten im zweistelligen Bereich zu halten. Mittlerweile hat Konami eingestanden ein "halbfertiges" Produkt auf den Markt geworfen zu haben und verspricht mit PES 2015 wieder an alte Zeiten anzuknüpfen.

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Nach bereits einem Spiel stellen wir fest: die Japaner meinen es ernst. Der positive Eindruck von der Gamescom und der Demo im September hat sich bestätigt. Das gesamte Spiel ist flüssiger und dynamischer geworden. Während die Spieler im Vorgänger eine gefühlte Reaktionszeit von zwei Minuten hatten, sind sie nun hellwach und reaktionsschnell. Das ermöglicht rasanten One-Touch-Fußball, wie man ihn vor Jahren noch bei Barcelona bestaunen durfte.

Wie im echten Fußball, sind auch bei PES 2015 Pässe der Schlüssel zum Erfolg. Wer das Spiel meistern will, der muss jeden Pass beherrschen: den simplen Kurzpass, den für Entlastung sorgenden Ball zum Hintermann, den raumschaffenden Pass auf den Flügel und das eine, spielentscheidene Abspiel, dass die gegnerische Abwehr wie Bambini-Spieler aussehen lässt. 

Doch es wurde noch niemand als Xavi geboren (außer Xavi selbst versteht sich) und wer denkt, dass es so schwer nicht sein kann einen vernünftigen Pass zu spielen, der wird bei PES schnell eines besseren belehrt. 

Gerade unerfahrene Spieler sehen sich einer nicht zu unterschätzenden Lernkurve ausgesetzt, aber auch Kenner der Serie können sich auf einige neue Hürden einstellen. Wessen Finger bisher das gesamte Spiel über an der Sprint-Taste klebte, der wird neuerdings ein böses Erwachen erleben, wenn spätestens ab der 70. Minute alle Spieler nur noch über den Platz schleichen. "Gut mit der Ausdauer der Spieler haushalten und Wechsel geschickt einsetzen" lautet also die Devise.

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Auch der Platzzustand spielt nun eine größere Rolle. Erstmals lassen sich die Rasenlänge und die Feuchtigkeit einstellen. Dabei handelt es sich nicht nur um kosmetische Effekte. Auf kurzem Rasen läuft der Ball optimal, während das Passspiel auf langem Rasen schon leicht ins Stocken gerät.

Ähnlich verhält es sich auf trockenem Rasen, auf dem der Ball deutlich langsamer unterwegs ist, als auf nassem Grün. Neben den zahlreichen taktischen Einstellungsmöglichkeiten der Mannschaft kommt nun also noch ein weiteres strategisches Element hinzu.