Race, Crash, Rush

Onrush im Test für PlayStation 4

Race, Crash, Rush: Onrush im Test für PlayStation 4 Race, Crash, Rush: Onrush im Test für PlayStation 4 Foto: Codemasters
Von |

Auf diesen Strecken ist alles erlaubt: Boost, Crashs und irre Stunts sind der Kern von Onrush. Normalerweise steht der Entwickler Codesmasters für eher realistischen Rennspaß. Ob das Tochterstudio Codemasters Evo ab sofort für brachiale Action auf vier Rädern steht, verraten wir euch im Test.

Mit atemberaubender Geschwindigkeit jagen wir über Stock und Stein und crashen dabei unsere Gegner. Durch den damit gewonnen Boost können wir vorpreschen und uns um die Zielvorgabe des Rennens kümmern: Punkte erobern. Was nicht wirklich nach einem Rennspiel klingt, ist in Onrush wirklich gut umgesetzt.

Zwei Teams fahren um die Wette und jagen einer Zone hinterher, in der sich die Spieler möglichst lange aufhalten müssen, um einen Punkt für ihr Team zu sammeln. Dabei ist alles erlaubt: Abdrängen, Rammen und Ausbremsen. Wenn der Gegner dabei als kläglicher Haufen Schrott im Staub zurückbleibt, hilft das dem Team die Vormacht in der Zone zu behaupten und den Punkt einzufahren. Das Team, das zuerst zwei Punkte gesammelt hat, gewinnt die Runde.

onrush_screenshot8 - image/jpeg

Kreative Spielmodi

Neben dem beschriebenen Zonen-Modus gibt es noch weitere interessante Ideen, die für Rennspiele nicht alltäglich sind. Zum Beispiel gibt ein etwas abgewandeltes Rennen auf Zeit, indem ihr euer Zeitkonto während des Rennens schneller hochschrauben müsst, als das gegnerische Team. Oder den titelgebenden Modus "Onrush": Hier zählen nur Punkte, die ihr durch Boost, Stunts oder Takedowns sammelt.

Doch der Modus "Switch" übertrumpft alles. In diesen spektakulären Rennen starten alle Spieler auf Motorrädern und kämpfen ums Überleben. Während des Rennens dürft ihr nur drei Mal eliminiert werden. Nach jedem Crash seid ihr gezwungen, eine andere Fahrzeugklasse zu nutzen. Daher ist es wichtig, die richtige Balance aus Aggression und Abwarten zu finden.

onrush_screenshot6 - image/jpeg

Apropos Fahrzeugklassen. Hier gibt es eine große und vor allem sehr interessante Auswahl von Vehikeln mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Die schnellen, aber fragilen Motorräder, robuste Pickups und schnelle Flitzer haben jeweils ein eindeutiges Für und Wieder in den Matches. Ein bisschen erinnert das an ein Heldensystem wie es aus gängigen Online-Shootern wie Overwatch oder Paladins. Für ein erfolgreiches Spiel solltet ihr euch also Gedanken machen, welches Fahrzeug eurem Team am meisten helfen würde.

onrush_screenshot1 - image/jpeg

Training für Solisten

Onrush ist eindeutig auf heiße Duelle im Multiplayer Modus ausgelegt. Die schnellen und kurzweiligen Matches gehen gut von der Hand und sind perfekt für eine kurze Runde zwischendurch. Doch leider bietet Onrush entsprechend wenig für Spieler, die ausschließlich offline spielen möchten. Hier bietet der Titel lediglich ein paar Matches gegen Bots, die zwar am Anfang ein gefundenes Training sind, aber auf Dauer sehr eintönig werden.

Wir raten euch daher: tummelt euch in den vielen Online-Lobbies des Spiels und lasst es so richtig krachen. Erfolgreiche Spiele und Level-Ups belohnen euch mit Lootboxen und neuen Möglichkeiten, eure Autos und Fahrer zu individualisieren. Auch dies kommt uns verdächtig bekannt vor…

onrush_screenshot5 - image/jpeg

Einiges unter der Haube

Während ihr über die spektakulären Strecken von Onrush braust werdet ihr feststellen, dass das Geschwindigkeitsgefühl sehr gut umgesetzt worden ist. Nicht zuletzt wegen der butterweichen 60 Bildern in der Sekunde, mit denen das Spiel über den Bildschirm läuft. Ebenfalls können die Boost- und Unfalleffekte des Spiels, genau wie Details auf der Strecke, durchaus überzeugen. Leider leiden darunter die Texturen der Spielcharaktere und der Fahrzeuge. Diese sind wenig detailliert und daher nicht schön anzusehen.

Auffällig, und meiner Meinung nach etwas übertrieben sind die sehr Elektro lastigen Beats, die uns im Menü und während der Rennen begleiten. Dazu gehören auch die nicht ganz überzeugenden sprachlichen Ergüsse, die sowohl die Ansager, als auch die Fahrer von sich geben.

Betrachtet man den Kern von Onrush haben die Entwickler aber wirklich viel richtig gemacht. Vor allem das, was ein Rennspiel ausmacht: Dass es Freude macht, mit den Boliden über die Piste zu heizen!

Alle Spiele und die besten Trailer: Das Daddel-Wort zur E3 2018 Alle Spiele und die besten Trailer Das Daddel-Wort zur E3 2018 Zum Artikel »

Fazit

Onrush ist ein außergewöhnliches Spiel, dass Wege bestreitet, die vorher noch kein Rennspiel gegangen ist. Vieles davon funktioniert gut. Die unterschiedlichen Fahrzeugklassen, die kreativen Spielmodi und die Mischung zwischen Racing und Car-Combat sind auch nach vielen Spielstunden noch erfrischend anders.

Dabei kann auch die spielerische Qualität und die Fahrphysik durchaus überzeugen. Hier sieht man, dass die Entwickler Rennspiele in ihrer DNA haben.

Leider aber bietet der Titel, vor allem für Offline-Spieler und für ein Vollpreisspiel überschaubar wenig Inhalt. Für einige Stunden hier und da reicht das vollkommen aus, doch nicht dafür ein Genre neu zu definieren. Trotzdem würde ich jedem Rennspielfan raten, sich Onrush genau anzuschauen. Es lohnt sich!

Onrush bekommt von uns 8 von 10 erfolgreiche Takedowns, 83 Boostpunkte und 42 von 50 freigespielte Lackierungen.

Rasen und Driften als wäre es 2001: Gravel im Test Rasen und Driften als wäre es 2001 Gravel im Test Zum Artikel »

Knuffiger Werbespot zu "Mario Tennis Aces": Rafael Nadal vs. Super Mario Knuffiger Werbespot zu "Mario Tennis Aces" Rafael Nadal vs. Super Mario Zum Artikel » Der simulierte Mensch will echte Freiheit: "Detroit: Become Human" im Test für PlayStation 4 Der simulierte Mensch will echte Freiheit "Detroit: Become Human" im Test für PlayStation 4 Zum Artikel » Bei den Göttern!: God of War im Test für PlayStation 4 Bei den Göttern! God of War im Test für PlayStation 4 Zum Artikel »