Die Wahrheit liegt auf dem Eis

NHL 17 im Test für PlayStation 4

Die Wahrheit liegt auf dem Eis: NHL 17 im Test für PlayStation 4 Die Wahrheit liegt auf dem Eis: NHL 17 im Test für PlayStation 4 Foto: EA
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NHL 17 - image/jpeg Konkurrenz belebt das Geschäft. Insofern ist es scheinbar nur wenig motivierend, dass EA Sports in Sachen Eishockey-Simulationen der globale Alleinherrscher auf dem Konsolenmarkt ist. Denn die Kanadier verfahren mit ihrer NHL-Reihe in den letzten Jahren stets nach altbewährtem Modus: "Verändere Kleinigkeiten und mache das Spiel besser. Aber bloß nicht zu viel."

Bei NHL 16 warb EA noch mit den neu hinzugewonnenen Maskottchen. Die Eishockeywelt spendete dafür maximal müden Applaus. Und bei NHL 17?

Vorneweg: Das Geschehen auf dem Eis ist klasse. NHL 17 fängt authentische Eishockey-Atmosphäre mit all ihren Facetten ein. Ausgereifte Spielzüge, Stochertore, Abpraller oder Gewaltschüsse - alles ist möglich. Und genau so gibt es Checks, kleine Rempler oder die verzweifelte Rettungstat mit dem Schläger.

In Sachen Spielmechanik hat EA ihre Eishockey-Simulation tatsächlich noch einmal einen Schritt nach vorne gebracht. Die Wucht der Bodychecks wurde ein wenig abgemildert, dafür sind es die kleinen, feinen Rempler oder Gewichtsunterschiede, die den Unterschied ausmachen. Das sind die Kleinigkeiten, die dem Simulationscharakter extrem zu Gute kommt.

Zudem wurde das Spiel ein wenig entschleunigt, gleichzeitig ist die Offensiv-KI besser geworden. Tatsächlich freut wenig mehr, als ein in Überzahl mit einer geilen Kombination herausgespielter Treffer. Zumal sich die Einstellungen in Sachen KI und Realismusgrad direkt aufs Spiel auswirken – wer mehr Arcade mag, bekommt mehr Arcade.

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Den größten Sprung hat NHL in diesem Jahr beim Manager-Modus gemacht. Als Chef einer Eishockey-Franchise gilt es nicht nur sportliche, sondern auch die wirtschaftlichen Aspekte zu berücksichtigen. Die Penunzen waren vorher nur ein marginaler Bestandteil, nun sind sie elementar wichtig.

Zudem gibt es eine Neuerung namens "Draft Champions": In zwölf Runden draftet ihr euch aus jeweils vier Vorschlägen euer Team zusammen. Das macht Laune. Zudem wurde der Hilfe-Modus, der live auf dem Eis Tipps und Feedback gibt, stark überarbeitet. Bei verlorenen Bullys wird noch genauer erklärt, warum es schief lief. So haben selbst Experten noch die Möglichkeit sich zu verbessern. Stark!

Und dennoch gibt es - wie bei jedem konkurrenzlosen Produkt - Kritikpunkte. Die Präsentation ist extrem angestaubt, im Karrieremodus sind es langweilige Textboxen, die Fort- oder Rückschritt erklären. Die Spielpräsentation wirkt wie eine exakte Kopie von NHL 16 inklusive der sich häufig wiederholenden (aber extrem sauber eingesprochenen) Kommentatoren. Selbst der World Cup of Hockey, den EA erstmals aufgenommen hat, wird nicht dem Stellenwert des Turniers entsprechend präsentiert: Einzig die Trikots und ein paar hingeworfene Aufsager lassen andeuten, dass es sich nicht um ganz normale Freundschaftsspiele handelt.

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Fazit

Natürlich ist NHL 17 das beste Eishockey-Spiel, das es je gab. Im Vergleich zum oft etwas unrunden NHL 16 wurde an den wichtigsten Stellen gefeilt. Das Wichtigste, das Spielgefühl, ist EA ausgezeichnet gelungen.

Und doch würde man gerne mal wieder einen richtigen Sprung machen. Einen, wodurch es diesen "Wow"-Effekt gibt, sobald man das erste Mal auf dem Eis steht und nicht erst im Spiel denkt "Ja, dieser Pass xy ist besser gelöst als im Vorgänger".

Die Frage ist, ob und wann sich EA angesichts der fehlenden Konkurrenz noch einmal an einen Neustart statt behutsamer Überarbeitungen wagt. Zu wünschen wäre es der Eishockey-Konsolenwelt. Einen großen Wermutstropfen gibt es allerdings: NHL 17 gibt es weiterhin nur für PS4 und Xbox One. PC-Zocker oder Besitzer älterer Konsolen schauen komplett in die Röhre.

NHL 17 erhält von uns zwar keinen Stanley Cup, aber acht von zehn versenkten Penaltys und eine sehr gute Überzahl-Quote von 82 Prozent.

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