Brutaler Drogentrip

Mother Russia Bleeds im Test

Brutaler Drogentrip: Mother Russia Bleeds im Test Brutaler Drogentrip: Mother Russia Bleeds im Test Foto: Devolver Digital

Blut, Gedärm und harte Drogen: Le Cartel Studio spart in seiner pixeligen Renaissance des seitlich scrollenden Beat'em ups nicht mit fiesen Einzelheiten. Warum das Spiel trotzdem - oder gerade deswegen - empfehlenswert ist, lest ihr in unserem Test.

Ich versuche mir vorzustellen wie Street Fighter Hüne "Zangief" zusammen mit den verrückten Psychopathen aus Hotline Miami und dem Final Fight Trio Mike Haggar, Cody und Guy einen Trinken geht und dabei auf die Idee kommt ein Spiel namens "Mother Russia Bleeds" zu programmieren. Denn genau so fühlt sich die historische DNA des Spiels an.

Ihr wählt aus einem von vier unterschiedlichen Helden, vom dicken und langsamen "Ich hau euch zu Brei"-Bären bis zum schnellen und agilen, dafür schwächeren "Ich bin dann mal weg" Mädel, und springt danach ohne große Umwege in die – für ein Spiel dieser Machart erstaunlich ausformulierte - Handlung. Alternativ macht ihr euch im lokalen Koop-Modus zusammen mit bis zu drei weiteren Spielern auf den Weg, wobei das Spiel weiter flüssig über den Bildschirm läuft – sehr schön!

Spielhalle trifft auf blutiges Pixel-Revival

Irgendwo in Russland müsst ihr euch in einer Kampfarena beweisen, als plötzlich dick bewaffnete Regierungstruppen auf den Schirm treten, euch inhaftieren und verrückte Drogenexperimente an euch starten. Was eigentlich als Tutorial gedacht ist, entpuppt sich im Nachhinein leider als unzureichend: Viele Tricks der Steuerung bekommt ihr nur durch die Ladebildschirm-Tipps, sowie das leicht versteckte Manual (Optionen → Steuerung → Seite 2) vermittelt.

Um es kurz zu machen: Treten und Schlagen sind im Nahkampf eure erste Wahl, alternativ greift ihr euch die anrückenden Schurken und schmeißt sie durch die Gegend, nutzt einen kleinen Ausweichschritt und hebt diverse Waffen vom Boden auf, um für weiteres Blutvergießen zu sorgen.

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Während die meisten Feinde nach wenigen Schlägen das Zeitliche segnen, tendieren dickere Brocken zu nervigen Schlag-Schwämmen zu mutieren – hier hilft der Einsatz von sofort tödlichen Waffen wie Messern, oder der Einsatz der spielbestimmenden Droge "Nekro": Griff-Attacken werden so zu brutalen Finishing-Moves.

Dank Nekro werdet ihr nicht nur kurzfristig zum Berserker, sondern füllt auf Wunsch auch eure Lebensleiste wieder mit frischer Energie: Drei Aufladungen stehen euch zur Verfügung, wobei ihr die stets bereite Spritze am zuckenden Körper von niedergeschlagenen Bösewichtern erneut befüllen könnt – ziemlich makaber, aber schnell verstanden. Heilpakete und leckere Hühnchen im klassischen Arcade-Stil entfallen dadurch übrigens komplett.

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Schweine im SM-Club

Für Abwechslung im Spielverlauf sorgen kurze Intermezzi: Einmal wollen die Bösewichte ein Walkie-Talkie vom Boden aufheben um Hilfe anzufordern. Könnt ihr das nicht verhindern, heißt es automatisch "Game Over". Ein anderes Mal springt ihr von einem Zug-Gleis auf's andere, um den anrückenden Todesmaschinen auszuweichen (und eure Gegner plätten zu lassen). Auch die Bosskämpfe variieren wohltuend voneinander.

Mitunter weiß auch die Waffenvielfalt den Spielablauf zu modifizieren: Mit einem Sturmgewehr, oder einer Pistole im Anschlag mäht ihr euch ohne Probleme durch die feindlichen Horden, spätestens mit der Kettensäge bleibt kein Körperteil am anderen.

Auch visuell mangelt es nicht an Abwechslung: Von der Kanalisation in einen SM-Club bis hin zu einem geheimen Labor erfreuen sich eure Augen auch im Hintergrund an vielen perversen und ausgefallenen Pixel-Schweinereien.

Der Soundtrack hingegen brummt mit den aktuell im Trend liegenden 80er Jahre Sounds ins Ohr – einige der düsteren Synthie-Tracks können sich dabei wirklich mehr als hören lassen (den kompletten Soundtrack gibt’s übrigens kostenlos auf Spotify).

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Fazit

Mother Russia Bleeds liefert genau das ab, was vorher versprochen wurde: Schonungslos brutal inszenierte Prügelkost, gepaart mit faszinierender Pixel-Optik, einem tollen Soundtrack und einigen kreativen Ideen, welche die übliche "Ich hau alles zu Brei"-Mechanik angenehm auflockern. Publisher Devolver Digital hat mal wieder ein geschicktes Händchen mit der Aufnahme von "Le Cartel Studio" ins Indie-Line-up bewiesen.

Dem Genre fast eigen sind dabei leider auch einige Frustmomente: Nervige Checkpoints, fiese Bosse und eine ziemlich dümmliche K.I. - wenn ihr denn überhaupt mit vom Computer gesteuerten Charakteren zocken wollt – sind jedoch nicht kritikwürdig genug, um "Mother Russia Bleeds" das verdiente "Empfehlenswert!" streitig zu machen.

Kurz: Wer auf den schonungslosen Stil klar kommt, der findet hier eine tolle Remniszenz an alte Spielhallen-Tage.

Mother Russia Bleeds erhält von uns 4 von 5 fiesen Nekro-Trips, 8 von 10 blutigen Kettensägen und 80 Prozent Matschkopfgehalt im Asphalt.

Mother Russia Bleeds ist erhältlich für Steam, GoG und im Humble Store.

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