Im Koop durch den Kosmos

"Lovers in a dangerous Spacetime" im Test für PC und Xbox One

Im Koop durch den Kosmos: "Lovers in a dangerous Spacetime" im Test für PC und Xbox One Im Koop durch den Kosmos: "Lovers in a dangerous Spacetime" im Test für PC und Xbox One Foto: Screenshot

Zwei Spieler, ein Raumschiff, endlose Welten: Die Kulmination des Koop-Gedankens liefern die kanadischen Indie-Entwickler "Asteroid Base". Wir zeigen im Test, warum der Titel zu den besten Koop-Spielen des Jahres gehört.

Die Idee ist so simpel, wie genial: Zwei Spieler manövrieren ein Raumschiff durch's Weltall, besetzen die Kampfstationen und richten das Schild aus. Wie sich schnell herausstellt: So simpel ist es dann doch nicht. Dafür schnellt der Spaß in Lichtgeschwindigkeit nach oben, wenn sich die Koop-Partner wüst anschreien und verzweifelt versuchen das Schiff vor den Angriffen der Aliens zu schützen.

"Lovers in a dangerous Spacetime" ist als Download für knapp 15 Euro für Xbox One und über Steam für PC erhältlich.

Soviel gleich vorab: Alleine macht der Titel nicht halb so viel Spaß, wie mit zwei Spielern. Anstelle eines menschlichen Kollegen bekommt ihr eine künstliche Intelligenz zur Seite gestellt, die sich um die gewünschten Aufgaben kümmert. Positiver Pussy-Fakt: Die K.I. kommt in Form einer Weltraum-Mietze daher. Immerhin etwas.

Richtig aufblühen tut das Spiel erst mit der Unterstützung eines menschlichen Kumpanen, der euch entsprechend verdutzt anschaut, wenn ihr ihm Sachen wie "Öffne das Tor! Öffne das Tor! Öffne DAS VERDAMMTE TOR!", "Wir müssen nochmal zurück, wir haben noch nicht alle Hasen gerettet!" und "GERONIMO!!!" an den Kopf plärrt.

WICHTIG: Wie bereits auf der Steam-Seite hervorgehoben ist "Lovers in a dangerous Spacetime" NICHT online spielbar. Will heißen: Ihr seid auf Couch-Koop angewiesen! Wer daheim keine entsprechenden Freunde parat hat, kann sich den Kauf meiner bescheidenen Meinung nach gleich sparen. Alle anderen erwartet der Ritt ihres Lebens!

Kanada, oh, Kanada

Wie wir alle spätestens seit "How I met your Mother" wissen, ticken Kanadier ein wenig anders und werden vom Rest der Welt gerne als friedliebende Natur-Nerds charakterisiert. Wirklich viel über kanadische Kultur dringt in den seltensten Fällen über die langgezogenen Landesgrenzen hinaus – wo Amis schon Probleme haben, ist Kanada spätestens für Europäer ein Buch mit sieben Siegeln.

So verwundert es auch kaum, dass wir nicht sofort darauf kommen, dass der Titel "Lovers in a dangerous Spacetime" eine Referenz zum Song "Lovers in a dangerous Time" von Bruce Cockburn ist: Der kanadische Rocker erreichte mit dem Song den 25. Platz der kanadischen Charts im Jahr 1984, 1988 griffen U2 die Lyrics in ihrer Single "God Part II" auf. 2005 schließlich wurde "Lovers" von CBD Radio One als einer der größten, kanadischen Songs aller Zeiten gekürt.

No Man's Sky, Firewatch und Skyshine's Bedlam Top 20 Gaming-Geheimtipps im Herbst / Winter 2015 21 Fotos

Das alles kann Spielern von "Lovers in a dangerous Spacetime" natürlich herzlich egal sein: Dennoch ist es gut zu wissen, dass im wortwörtlichen Herzen des Spiels kanadische Musikgeschichte tickt, zitiert vom ebenfalls kanadischen Entwicklerstudio "Asteroid Base" aus Toronto.

Schrill, verrückt und irrsinnig gut

Diese Lovers hier sind für ein ganz anderes Meisterstück verantwortlich: Der Titel dürfte nicht nur das beste Koop-Spiel aus kanadischen Händen, sondern schlicht eines der Koop-Highlights der letzten Jahre sein. Visuell eingebettet in einen schrillen 2D-Stil, der Spiele wie "Katamari Damacy", "PixelJunk Shooter" und "Awesomenauts" zitiert, entfaltet sich das Universum vor euren Augen als grell-bunte Farbpalette mit dem starken Hang zu Rot, Rosa und Lila.

Beinahe ebenso schrill wie die Grafik kommt die Story daher. Wissenschaftlern ist es gelungen die größte Kraft des Universums in einer Maschine zu bündeln: Die Liebe! Mit der Kraft dieses – natürlich in Herzchenform gebauten – Reaktors vereinen die Jungs alle Planeten der Galaxie miteinander, während die "Lovers" als Spezialeinheit zum Schutz des Reaktors ausgebildet werden.

Es kommt, wie es kommen muss: Durch einen Fehler in der XOXO-Matrix dringen die Schergen der "Anti-Liebe" in das Universum vor, nehmen alle süße Häschen als Geiseln und zerstören den Reaktor. Eure Aufgabe ist es nun die knuffigen Geiseln zu retten und die im All verstreuten Teile des Reaktors wiederzubeschaffen.

Willkommen an Bord!

Willkommen an Bord eures eigenen Raumschiffes! Macht es euch bequem, nehmt euch 'nen Keks und genießt die Aussicht! Das kreisrunde Gebilde bietet euch insgesamt vier Geschütztürme, ein im Kreis schwenkbares Schild, ein Kartenterminal und natürlich ein Antriebsaggregat, welches sich frei ausrichten lässt.

Der Clou: Ihr müsst die einzelnen Stationen im labyrinthartig angeordneten Innenleben des Raumschiffes erstmal erreichen, bevor ihr drauflos ballern oder düsen könnt. Die Kontrolle über die wählbaren Piloten ist dabei extrem simpel gehalten: Ein Sprung und ein Aktionsknopf sind alles, was ihr benötigt.

Einmal an der gewünschten Station angekommen, aktiviert ihr mit dem Aktionsknopf Geschütztürme und die Antriebsdüse: Die zufällig generierten Level bieten weit verzweigte Labyrinthe zwischen Asteroidenfeldern, Höhlen und kleineren Planeten. Clever: Jeder Planet verankert euer Schiff in seiner Umlaufbahn, was euch den Antrieb kurzfristig vergessen lässt, um anrückende Alienhorden unter Beschuss zu nehmen.

Die geliebten Häschen werden derweil in zufällig auf der Karte verteilten Käfigen gefangen gehalten: Zerstört die Käfige, sammelt die Viecher ein und stellt euch den daraufhin spawnenden Aliens im Kampf. Wer eine bestimmte Anzahl von Hasen einkassiert hat, darf per Herzchen-Teleport zum nächsten, ebenfalls zufällig generierten Level reisen. So geht es von Sternbild zu Sternbild, wobei am Ende jedes Sternbilds selbiges als Bossgegner auf euch wartet.

Wir sind dann mal kurz Weltraumhasen retten Lovers in a dangerous Spacetime - Screenshots 9 Fotos

Nicht ganz so liebevoller Schwierigkeitsgrad

Ein Großteil der Faszination der „Lovers“ basiert auf dem knackigen Schwierigkeitsgrad: Wenn die Lebensenergie des Raumschiffs mal wieder kurz vor dem Nullpunkt steht, euch mehrere Aliens im Nacken sitzen und ihr noch mindestens ein Häschen im tödlichen Labyrinth aus Alien-Eiern, Asteroiden und Selbstschuss-Anlangen finden müsst, werden aus "Lovern" gerne "Hater".

Toll: Das Design der Feinde und Gefahren variiert stark und überrascht euch immer wieder. Als wir in einer Schatzkiste eine grüne Bombe auslösen und sich diese daran macht den gesamten Bildschirm zu verschlingen, geraten meine Frau und meiner einer in eine Panik, die in dieser Form bislang nur wenige Spiele in mir ausgelöst haben. Ich will nicht zu viel verraten, aber es gibt unzählige solcher Momente, die euch und euren Kopiloten hart zusammenschweißen. Besser kann Koop nicht funktionieren, als hier!

Hinzukommen diverse Extras, mit denen ihr die Stationen eures Raumschiffes upgraden könnt: Je nachdem wo die bunten Kristalle eingesetzt werden, variiert das Ergebnis. So wird aus einem einfach Geschützturm plötzlich ein Raketenwerfer, oder ein frei schwenkbarer Morgenstern, während das Schild plötzlich als Ramme genutzt werden kann und der Antrieb eine Turbo-Funktion spendiert bekommt.

Fazit

„Lovers in a dangerous Spacetime“ ist ein Spiel, welches man erlebt haben muss: Während ihr euch im einen Moment noch ankeift und den Kollegen zur Sau macht, dass er das Schild nicht richtig ausgerichtet hat, liegt ihr euch im nächsten Moment bereits wieder selig in den Armen und weint vor Freude darüber, dass ihr stolze 10 Hasenleben vor den fiesen Alien-Hatern gerettet habt.

Es ist fürwahr nicht nur die hervorragende Spielmechanik, welche "Lovers" zu etwas Großem werden lässt: Vielmehr sind es die zwischenmenschlichen Geschichten, die VOR dem Bildschirm ausgelöst werden, die diesen Trip in die Galaxie der Liebe unvergesslich machen.

"Lovers in a dangerous Spacetime" erhält von uns 9 von 10 knuffigen Koop-Häschen, 4 von 5 triumphierenden Weltraum-Mietzen und 88 Prozent Liebes-Extrakt auf den schwitzenden Popo eures Partners. Love it!

Hinter diesem Link findet ihr "Lovers in a dangerous Spacetime" auf Steam.

Lovers in a dangerous spacetime (4) - image/jpeg

Ratte, Bär, Wolf und Hase gegen den König der Löwen: Armello im Test für PC und PS4 Ratte, Bär, Wolf und Hase gegen den König der Löwen Armello im Test für PC und PS4 Zum Artikel » Aufregender Trip durch die Geschichte der Videospiele: Evoland 2 im Test für PC Aufregender Trip durch die Geschichte der Videospiele Evoland 2 im Test für PC Zum Artikel » Mit Charme und Schnäuzer: Leo’s Fortune im Test für PC Mit Charme und Schnäuzer Leo’s Fortune im Test für PC Zum Artikel »