Der Glanz der 40er Jahre in 4K

L.A. Noire im Test für PlayStation 4

Der Glanz der 40er Jahre in 4K: L.A. Noire im Test für PlayStation 4 Der Glanz der 40er Jahre in 4K: L.A. Noire im Test für PlayStation 4 Foto: Rockstar Games
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Bereits im Jahr 2011 war das Krimi-Adventure "L.A. Noire" von Rockstar Games eine wunderbare Möglichkeit, in das Los Angeles der späten vierziger Jahre einzutauchen. Gute sechs Jahre nach der Veröffentlichung bekommt die aktuelle Konsolengeneration (inklusive der Nintendo Switch) nun recht überraschend eine überarbeitete Version aufgetischt. Wie sich diese technisch schlägt und ob sie uns noch genauso packen kann wie damals, verraten wir im Test.

Wenn ich höre, dass ein Spiel gute sechs Jahre alt ist, erwarte ich visuell daran erinnert zu werden wie schnell die Zeit vergeht. Doch L.A. Noire ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Klar, die Texturen haben trotz überarbeiteter 4K-Auflösung ihre besten Tage hinter sich. Auch die Charakteranimationen und Lichteffekte sind in die Jahre gekommen. Doch was wirklich überzeugt und damals ein absolutes Novum war, sieht auch heute noch super aus: die Mimik und Gestik der Spielfiguren.

Dank aufwendiger Motion-Capturing-Technologie sind Dialoge und Verhöre in L.A. Noire so authentisch, wie man es sonst nur aus Blockbustern wie der Uncharted-Serie oder "Beyond: Two Souls" kennt. Die ehemalige Vorreiter-Rolle bekommt dem Titel also auch 2017 noch gut.

Auf der Suche nach der Lüge

Der betriebene Aufwand der Entwickler von damals hat aber auch einen guten Grund. Ihr müsst eure Gegenüber studieren und möglichst genau kennenlernen. Als Kriegsveteran Detective Phelps vom LAPD liegt es an euch einige fiese Verbrechen aufzudecken. Dazu gehört es Tatorte zu untersuchen, Beweismittel sicherzustellen und Verdächtige zu verhören.

Anhand der euch vorliegenden Beweise und Indizien könnt ihr in den Verhören unterschiedliche Taktiken anwenden, die euren Verdächtigen mehr oder weniger Informationen entlocken können. Beschuldigt ihr beispielsweise jemanden, braucht ihr einen stichhaltigen Beweis dafür, damit dieser singt.

Alternativ könnt ihr entweder den guten oder den bösen Cop spielen. Dabei solltet ihr unbedingt auf die Reaktion und die Mimik der verhörten Person achten. Diese gibt euch einen Hinweis darauf, ob ihr an der Nase herumgeführt werdet. Ein bisschen Menschenkenntnis gehört also auch dazu! Seid ihr erfolgreich kommt ihr mit euren Ermittlungen schneller weiter und der nächsten Sprosse der Karriereleiter etwas näher.

LA Noire 3 - image/jpeg

Der Glanz der 40er

Durch die auch heute noch gute Inszenierung und die interessanten Fälle lässt euch L.A. Noire die Zeitgeister der vierziger Jahre erleben. Hinter den oft so feinen Herrschaften verbergen sich Trinker, Vergewaltiger und Mörder. Daher seid ihr und euer Partner oft die einzige Möglichkeit Gerechtigkeit nach Los Angeles zu bringen. Die Straßen der Stadt wirken, natürlich auch der veralteten Technik geschuldet, nicht so belebt und lebendig wie in aktuellen Open World Titeln. Dennoch kommt ein ziemlich authentisches Flair auf, das euch schnell in die Welt von Detective Phelps zieht.

Leider erbt die remasterte Version von L.A. Noire auch die Schwächen von damals. So viel Spaß Verhöre und die Beweissicherung machen, so eintönig wird es im Verlaufe des Spiels dann doch. Was mich persönlich etwas gestört hat, waren die langen und mühseligen Autofahrten von A nach B. Da schaffen auch die netten Unterhaltungen oder zufälligen Tatorte keine Abhilfe.

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Fazit

Auf der neuen Konsolengeneration zeigt sich L.A. Noire von seiner besten Seite. Die Technik ist erstaunlich gut gealtert und hat durch die überarbeiteten grafischen Details sogar leicht zulegen können. Auch die Ermittlungen in Los Angeles machen genauso viel Spaß wie vor sechs Jahren und können durch die gut erzählte Geschichte und die interessanten Charaktere über viele Stunden unterhalten.

Wer auf gutes Storytelling und interessante Krimigeschichten steht, der sollte sich den Titel nicht entgehen lassen. Wer den Titel hingegen bereits damals durchgespielt hat, findet im 4K-Remaster eigentlich keinen wirklich triftigen Grund, sich erneut ins virtuelle L.A. zu wagen.

L.A. Noire bekommt von uns 4 von 5 gefundenen Beweisen, 8 von 10 Verurteilungen und eine Mordaufklärungsquote von 83 Prozent.

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