Halo: The Master Chief Collection im Test | Xbox One

Ein Denkmal für den Master Chief

Halo: The Master Chief Collection im Test | Xbox One: Ein Denkmal für den Master Chief Halo: The Master Chief Collection im Test | Xbox One: Ein Denkmal für den Master Chief
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Halo: The Master Chief Collection im Test | Xbox One Ein Denkmal für den Master Chief 8 Fotos

Gleich vier Wünsche auf einmal? Halo: The Master Chief Collection hat kein Problem mit so einer simplen Forderung und trumpft gleich mit allen vier Teilen der Serie auf. Wir zeigen im Test, ob der Kauf der Sammlung lohnt.

Drei Jahre ist es her, dass mit Halo: Combat Evolved Anniversary („Halo: Kampf um die Zukunft“) der erste Teil aus dem Jahr 2001 in einer grafisch verbesserten Version für die Xbox 360 erschien. Jetzt, im Zuge von Remakes für die neue Generation der Spielkonsolen, wie The Last of Us Remastered (PlayStation 4), bereitet Microsoft Fans und Quereinsteigern der Science-Fiction-Shooter-Kultserie ein echtes Geschenk.

Die nun veröffentlichte Halo - The Master Chief Collection für die Xbox One setzt neue Remake-Standards. Es beinhaltet nicht nur alle vier Halo-Kampagnen in restaurierter Version mit 1080p Support und 60 Bildern pro Sekunde, sondern auch sämtliche Multiplayer-Funktionen. 

Dazu zählen alle jemals veröffentlichten Maps, der Forge-Editor und die Theater-Modi. Obendrauf gibt es noch den Spartan Ops-Modus aus Halo 4, die komplette Live-Action-Serie Halo: Nightfall, sowie exklusiven Zugang zur "Halo: 5 – Guardians"-Multiplayer-Beta. Letztere startet am 29 Dezember und läuft bis einschließlich 18. Januar 2015.

Gamerscore-Junkies können sich außerdem über zig Herausforderungen in Form von Erfolgen bzw. Achievements freuen – insgesamt im Wert von 4000 GS-Punkten.

Leider ist nicht alles Gold, was glänzt: Dank zahlreicher Bugs und noch immer nicht hundertprozentiger Online-Fähigkeit hat der Titel kurz nach seinem Start am 11. November für viele enttäuschte Fans gesorgt. Microsoft versucht aktuell alles, um die Fehler glattzubügeln, doch finden sich zum Zeitpunkt dieser Zeilen noch einige fiese Fehler im Spiel - darunter sogar Bugs, welche das Spiel zum Absturz bringen.  

Eine vollständige Liste aller Bugs findet Ihr hinter diesem Link im englisch-sprachigen Reddit-Forum.

"Gestatten, John-117!"

Soviel dazu, nun zum Inhalt: Die Story von „Halo 1 - 4“ spielt sich in den Kampagnen ab. Ihre Komplexität hat der Reihe den Ruf gegeben das Star Wars der Videospiele zu sein. Sie dreht sich um John-117, Eingeweihten besser bekannt als der Master Chief. Der Held war Teil des SPARTAN-II Programms, bei dem die Menschheit für ihre UNSC-Streitkräfte eine Armee aus Supersoldaten zum Schutz der Erde und ihrer Weltallkolonien hochzüchten wollte.

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Das Projekt scheiterte beim Versuch, die Spartans noch stärker zu machen. Nur wenige Teilnehmer überlebten die Prozedur, einer von ihnen: der Master Chief. Sein Sidekick ist die weibliche KI (künstliche Intelligenz) Cortana, die als Hologramm zu ihm spricht, ihm Tipps gibt und im Laufe der Geschichte sogar Gefühle zeigt.

Die Aufgabe des Chiefs ist es (unter anderem, dieser Held hat viel zu tun!) die Halos – gigantische Energiewaffen – zu entschärfen und so das Universum zu retten. Seine Gegner siedeln sich in mehreren Fraktionen an: Die parasitären, Zombie-ähnlichen Flood muss der Chief daran hindern, sich weiter im All auszubreiten. Hauptsächlich beschäftigt ihn allerdings die Invasion der Allianz – ein Zusammenschluss aus außerirdischen Feinden, die die Menschheit auslöschen wollen.

In den Kriegen bedient sich der Master Chief einer Vielzahl unterschiedlicher UNSC- und exotischerer Alien-Waffen. Wenn er nicht zu Fuß unterwegs ist, bewegt er sich in Fahrzeugen oder Fluggeräten fort. In späteren Abschnitten reist er gar im Raumschiff zum Luftkampf ins All.

Alle vier Spiele sind vom Start weg frei wählbar. Wer will, kann sogar gezielt in jede einzelne der insgesamt 45 Kampagnenmissionen einsteigen oder sich die aufwendig inszenierten Zwischensequenzen nach Belieben angucken.

Ein nettes Gimmick ist dabei, dass man per Knopfdruck jederzeit zwischen der überarbeiteten und der Originalversion hin- und herschalten kann. So macht es nicht nur viel Spaß, die spannenden Kampagnen von "Halo: Combat Evolved" (USA: November 2001, Deutschland: März 2002) und dem erstmals in brillantem HD erstrahlenden Klassiker "Halo 2" (2004) noch einmal durchzuspielen, auch der Kontrast beim Wechsel zwischen alter und neuer, effektreicher Grafik ist eine Freude für sich.

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Hat man sich erst mal wieder an die buchstäblich spartanische Steuerung der ersten zwei Teile gewöhnt, muss man schnell feststellen, dass sie die Zeit gut überstanden haben. Mit "Halo 2" gelang Entwickler Bungie damals gar ein kleines Meisterwerk der Unterhaltungsmedien: Unvergessen ist, wie der Spieler für fast die Hälfte des Abenteuers in die Haut des Alien-Elitekriegers "Gebieter" schlüpfen musste und somit die Seiten wechselte. Sein Charakter war gequält, beschämt und menschlicher als so manch "echter", menschlicher Charakter. Das war damals innovativ und fühlt sich auch heute noch gut an.

Während "Halo 3" (2007) mit Spezialfähigkeiten wie dem Blasenschild oder dem Gravitations-Lift Neuerungen einführte, zeigt vor allem "Halo 4" (2012), was die Halo-Reihe eigentlich ausmacht. Damit ist der Multiplayer-Modus gemeint, in dem Spieler weltweit in Online-Matches mit- und gegeneinander antreten. Oder kurz: Die Parade-Disziplin der Halo-Serie. 

Vollgepackt bis zum Ende des Universums: Der Mehrspieler-Modus

Entwickler 343 Industries, die für die Überarbeitung und Zusammenstellung der Master Chief Collection verantwortlich sind, waren sich der Wichtigkeit des Mehrspielermodus wohl bewusst. Aus 13 Jahren Halo fehlt nicht eine offizielle Map; sogar die Karten der PC-Version von „Halo: Combat Evolved“ sind enthalten.

Insgesamt gibt es über 100 Multiplayer-Karten, darunter so legendäre wie Ausgesperrt (Lockout, Halo 2), Blutschlucht (Blood Gulch, Halo 1) oder Sandfalle (Sand Trap, Halo 3). Nicht alle Modi wie Capture the Flag, King of the Hill, Oddball, Races, Infection oder Flood sind auf allen Karten spielbar – nur dort, wo sie dies auch im Original waren.

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Grandios ist, dass Spieler jeden Titel einzeln ansteuern oder auf eine Playlist mit allen 100+ Maps zugreifen können. Wem das noch immer nicht reicht, der darf sogar mit bis zu vier Spielern gleichzeitig an einem Fernseher im Splitscreen zum Online-Match antreten – der Party-Modus schlechthin.

Im Forge-Editor für die Multiplayer-Modi von Halo 2 bis 4 können Spieler schließlich noch ihre eigenen Maps erstellen und teilen – und das so einfach wie nie. Wer seine gewonnen oder verlorenen Matches noch einmal studieren will, kann das last-but-not-least im Theatermodus tun.

Fazit

Halo - The Master Chief Collection ist nicht nur ein liebevoll gestaltetes Denkmal für die Halo-Serie und eines der unwiderstehlichen Highlights in der noch jungen Geschichte der Xbox One, sondern auch die wohl beste Werbung für bzw. Vorbereitung auf die im 3. Quartal 2015 kommende Fortsetzung der Saga „Halo 5: Guardians“.

Wir hoffen stark, dass Microsoft die geballte Ladung an Bugs noch unter Kontrolle bekommt. Davon abgesehen bietet der Titel einfach extrem viel Inhalt für sein Geld. In unserer Test-Session sind uns nur ein Bruchteil der aufgelisteten Bugs aufgefallen, keiner davon schmälerte unser fabulöses Gesamtbild.

Wer sich die Technik im Detail anschauen will, der surfed am besten bei den Kollegen von Eurogamer / Digital Foundry vorbei. Hier findet Ihr auch eine genaue Technik-Auflistung aller vier in der Sammlung enthaltenen Spiele. Wer nicht ganz so viel lesen will, dem sei gesagt: Trotz einiger Abstriche funktioniert die Sammlung als Gesamtwerk hervorragend. 

Halo: The Master Chief Collection erhält von uns 9 von 10 Spartanern, 89 Prozent künstliche Intelligenz und 4 von 5 legendären Sprüchen. 

Halo: The Master Chief Collection ist offiziell ab dem 11. November exklusiv für Xbox One erhältlich. 

Hinter diesem Link könnt Ihr den Titel gleich auf amazon.de bestellen.