Bei den Göttern!

God of War im Test für PlayStation 4

Bei den Göttern!: God of War im Test für PlayStation 4 Bei den Göttern!: God of War im Test für PlayStation 4 Foto: SIE
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Die lang ersehnte Fortsetzung einer der erfolgreichsten Playstation-Exklusiv-Produktionen ist endlich erhältlich. Mit dem neuen God of War bringt Santa Monica Studios den grimmigen Antihelden Kratos endlich auf die Playstation 4. Doch diesmal erklimmt er nicht sprichwörtlich den Olymp, sondern treibt in der nordischen Mythologie sein Unwesen. Ob der neue Teil der Saga an die Qualität der Vorgänger heranreichen kann, verraten wir im Test.

Nanu, wer ist das denn? Kratos hat einen Sohn? Seid wann lebt der ehemalige Kriegsgott überhaupt im hohen Norden, im verschneiten Midgard? Fragen, die uns bereits nach den ersten gezeigten Gameplay-Videos im Jahr 2016 unter den Nägeln brannten.

Keine Sorgen, hier im Test werden wir keine davon beantworten. Denn im Vergleich zu den sehr actionlastigen Vorgängern besticht das neue God of War diesmal durch eine erwachsene Geschichte und eine hervorragende Erzählweise. Was nach den ersten Spielminuten sofort auffällt, ist der durchgehend fließende Übergang zwischen Zwischensequenzen und Spielgeschehen. Ein derartig immersives Gefühl haben wir bis dato nur selten erleben dürfen.

Das ein so guter Mix aus Erzählung und Zocken ausgerechnet bei einem Teil der God of War-Reihe gelingt, hätten wir nicht erwartet. Des Weiteren besticht der Titel durch interessante Dialoge, spannende Geschichten rund um die Mythologie der Ländereien und eine hervorragende, deutsche Vertonung.

God of War Screen 1 - image/jpeg

Bei den Göttern, was für ein Brett!

Ach, wo wir gerade von hervorragenden Dingen sprechen: Was Santa Monica Studios aus der Playstation 4 und insbesondere der Playstation 4 Pro herausholt ist der absolute Wahnsinn. Eine derartige grafische Qualität sucht auf modernen Konsolen zur Zeit seines Gleichen. Angefangen von den gestochen scharfen Texturen, bis hin zu nahezu fotorealistisch aussehenden Schneegestöbern bietet God of War die komplette Bandbreite.

God of War Screen 8 - image/jpeg

Doch auch das hat natürlich seinen Preis: die Playstation bläst wie ein Staubsauger, um jedes Gramm frische Luft durch die Konsole zu jagen. Bei einem lauten Lüfter hilft nur eins: den Sound aufdrehen. Und auch das lohnt es sich! Die monumentale Musikuntermalung, die tollen Dialoge und die brutalen Soundeffekte stehen der optischen Qualität in nichts nach.

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Alles auf Anfang

Die Fachmedien waren sich im Vorfeld zu God of War einig: Es muss sich einiges tun, damit Kratos den Sprung in die Moderne schafft. Nachdem dem Vorgänger "God of War: Ascension" aufgrund der abgenutzten Spielmechanik etwas die Puste ausgegangen ist, und das Spielkonzept nicht mehr so gut funktioniert hat wie bei den Vorgängern, war klar, dass die Abenteuer des Kratos einen neuen Anstrich brauchen.

Im neuen Abenteuer ist daher nicht mehr viel vom alten, grimmigen Götterschreck übrig: Nahezu alle Spielmechaniken wurden überarbeitet. Euch erwartet ein neues Skill-System, ein erweitertes Inventar und Upgrademöglichkeiten, sowie die Option, eure eigene Ausrüstung herzustellen.

God of War Screen 3 - image/jpeg

Wer befürchtet, God of War drifte in die Richtung von The Witcher oder Dark Souls ab (was zugegebenermaßen nichts negatives wäre), den können wir beruhigen. Obwohl auch das Kampfsystem deutlich überarbeitet und entschleunigt wurde, spürt man immer noch die Seele der alten God of War Spiele. Zu spektakulären Exekutionen und wilden Schlagkombinationen gesellen sich taktische Kämpfe.

Ihr werdet auf eurer Reise immer wieder auf Bosse und Gegner stoßen, die ihr nicht einfach umkloppen könnt. Dann spielt das richtige Vorgehen, gutes Timing beim Blocken und ein cleverer Einsatz eurer Spezialfähigkeiten eine große Rolle. Dabei ist "God of War" übrigens erstaunlich knifflig: Bereits im zweiten Schwierigkeitsgrad machen einige Gegnergruppen schnell kurzen Prozess mit euch.

Veteranen werden sich übrigens darüber freuen, dass nicht nur Kratos den weiten Weg aus Griechenland nach Midgard geschafft hat. Hups, fast ein Spoiler! :-D

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Die Pflicht ruft

Ebenfalls neu: die offene Spielwelt. Wer bei dieser Neuerung schon wieder zusammenzuckt, den können wir ein weiteres Mal beruhigen: Zwar durchstreift ihr Midgard mehr oder weniger frei, seid aber dennoch stets von der Hauptgeschichte getrieben. Ein bisschen erinnert dies an die Zelda Spiele, die viel Raum zum Erkunden bieten, euch aber irgendwie doch immer wieder zur Geschichte zurück führen. Ein Ubisoft'sches Abklappern von Punkten auf der Karte müsst ihr nicht befürchten!

Wer möchte kann in God of War selbstverständlich strikt die Haupthandlung verfolgen. Ein Blick nach rechts und links lohnt sich aber dennoch. Die Nebenmissionen sind hervorragend erzählt und geben vieles über die Spielwelt preis. Natürlich ist auch das dort gefundene Equipment und die Erfahrung im nächsten großen Kampf viel wert.

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Fazit Michael Grünewald

Ohne weiter viele Worte über das Spiel zu verlieren, empfehle ich jedem Playstation 4 Besitzer (der über 18 ist!), dieses Spiel so schnell wie möglich zu spielen. Die Skepsis in Bezug auf die vielen Neuerungen im Vorfeld der Veröffentlichung, die auch ich geteilt habe, waren nicht berechtigt. Trotz der vielen Veränderungen bleibt sich Santa Monica auch mit dem neuesten Werk treu und zeigt, wie man eine Spieleserie in die Neuzeit bringt.

Technisch, spielerisch und erzählerisch ist God of War einfach eine Wucht - und auch 2018 noch über alle Zweifel erhaben. Die neue Rolle als Vater füllt er ebenfalls überraschend gut aus. Das hätte ich ihm vor zehn Jahren mit Sicherheit noch nicht zugetraut. Ebenso wenig wie eine Spielzeit von 25 bis 30 Stunden - das neue God of War ist auch in Sachen Spielzeit ein episches Abenteuer!

Chapeau, Sony! Wieder ein Exklusivtitel der in vollem Maße überzeugt!

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Fazit Daniel Hecht

"Kratos ist alt geworden und der Junge nervt." Das waren meine ersten Gedanken, nachdem ich "God of War" zum ersten Mal gestartet hatte. Ich kann mich noch gut an den ersten Teil erinnern: 2005 begann Kratos sein Abenteuer mit den Worten "I will send you back to the Depth of Hades", um gleich danach seine populären Klingen mit Flammenschweifen über ein sturmgepeitschtes Schiff schwingen zu lassen und die dortigen Gegner im wilden Kombo-Rausch auseinanderzunehmen. Action pur, und das binnen weniger Spielsekunden.

Im neuen God of War fällt Kratos einen Baum und schleppt diesen zurück zu seiner neuen Bleibe, um mit dem Geäst ein letztes Feuer für seine verstorbene Frau zu entzünden. Dabei immer mit dabei: Sohnemann Atreus. Gespräche, Gefühle, Getadel ob der Unfähigkeit des Sohnemanns seine Wut im Zaum zu halten.

Das mich ausgerechnet die Handlung eines "God of War" mal für weit über 20 Stunden an den Bildschirm fesseln würde, hätte ich zu meiner PlayStation 2 Zeit noch nicht glauben wollen. Aber es passt einfach alles: Der verzweifelte Versuch von Kratos ein Vater zu sein, die Entwicklung des jungen Atreus, die vielen liebenswerten Nebencharaktere - allen voran das lustige Zwergenduo Brok und Sindi. Es ist einfach perfekt - und gewährt im Verlauf des Spiels immer wieder neue Überraschungen. Der "Wow! WTF! OMG!"-Faktor lässt einfach nicht nach. Nie. Bis zum Ende.

Packt ihr jetzt noch das modernisierte Kampfsystem, welches den alten, teils wilden Kombo-Ballast zum Wohle überlegter Aktionen eintauscht und mit fast perfekt durchdachten Rollenspielmechaniken verzahnt (Crafting! Talentbäume!), müsst ihr eigentlich nicht weiter nach dem ersten Anwärter für den Titel "Spiel des Jahres 2018" suchen.

Ja, Kratos mag alt geworden sein - aber es hat sich selten so gut angefühlt in seine Haut zu schlüpfen und mit seiner Axt nordische Gottheiten in ihre Schranken zu weisen. Kurz: Ein weiterer Meilenstein moderner Videospiel-Kultur! Sony darf sich dafür jetzt die Hände reiben, denn die Exklusivität von God of War dürfte das PlayStation 4 Geschäft weiter beflügeln. Verdient!

God of War erhält von uns 10 von 10 Verwechslungen einer frostigen Axt mit einem gewissen Hammer, 5 von 5 entzwei geteilte Draugr-Zombies und 91 Prozent "Papa im Blut". Pflichtkauf!

Unsere Sahnestücke (Update Juni 2018) Die besten Videospiele 2018 35 Fotos

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