Schweres Leben auf der Konsole

Die Sims 4 im Test für PlayStation 4

Schweres Leben auf der Konsole: Die Sims 4 im Test für PlayStation 4 Schweres Leben auf der Konsole: Die Sims 4 im Test für PlayStation 4 Foto: EA
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Die Sims gehören zu den populärsten Spielemarken die es gibt, denn sie sprechen ein extrem breites Publikum an. Der vierte Teil der Lebenssimulation ging bereits 2014 auf dem PC an den Start und wurde seitdem mit unzähligen Updates und neuen Inhalten versorgt. Jetzt kommen endlich auch Konsolenspieler in den Genuss des Spiels - und müssen zugleich auf einen Großteil der beliebten Erweiterungen verzichten, oder dafür tief in die Tasche greifen.

Doch fangen wir von Vorne an: Bis ihr in das Spiel eintauchen könnt, vergeht erstmal Stunde um Stunde im sehr umfangreichen Editor. Na klar, eure Sims sollen natürlich genauso aussehen, wie ihr es möchtet. Auch das entsprechende Haus inklusive großzügigem Grundstück sollte nicht brachliegen. Da ist Kreativität gefragt! 

Endlich im neuen Eigenheim angekommen geht es darum Kontakte zu knüpfen, einen Job zu finden und sich in seinen Hobbys selbst zu verwirklichen. Klingt so, als sei alles wie gehabt! Doch was sich so leicht anhört, wird durch die komplizierte Steuerung auf dem Gamepad zu Geduldsprobe - da wünscht man sich schnell ein Keyboard und eine Maus herbei.

Die Menüs, die Steuerung der Charaktere und die Individualisierung eurer Charaktere wirken nicht ganz durchdacht. Hier hätte es mit Sicherheit Möglichkeiten gegeben den Konsoleros noch mehr unter die Arme zu greifen. Spiele wie "Cities: Skylines" auf der Konsole zeigen, dass Simulation und Daddelmaschine kein Gegensatz sein müssen. Es braucht also etwas Zeit, um sich mit der Steuerung vertraut zu machen und die Automatismen des Spiels neu zu lernen.

Meine heile Welt

Nachdem die ersten Hürden überwunden sind, entfaltet sich das typische Sims-Gefühl. Ihr erfreut euch über eine Beförderung im Job, arbeitet an euren Lieb- und Freundschaften mit den Nachbarn und tüftelt weiterhin am perfekten Haus. Was die Kulisse und die Technik angeht, stehen die Sims auf den Konsolen ihrem Vorbild auf dem heimischen Rechner in nichts nach. Lediglich ein paar Ruckler und einige kleinere Bugs stören die Spielerfahrung hier und da, außerdem braucht ihr bei den Ladezeiten etwas mehr Geduld. Alles kein Beinbruch - und in Bezug auf die Bugs wird sicher schnelle Nachhilfe seitens EA geliefert.

Tipp für ungeduldige Spieler: die bekannten Cheats funktionieren ebenfalls auf der Konsole. Somit ist das schwere Schuften zur Finanzierung eurer Villa inklusive Garten, Pool und Luxusmöbeln gar nicht mehr nötig - wenn ihr denn über euren "Ich cheate nicht!"-Schatten springen können. Einen Haken hat das Ganze dann aber doch: Trophäen, beziehungsweise Xbox-Achievements werden beim Cheaten deaktiviert.

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Einmal zur Kasse hier entlang

Das größte Problem der Konsolenversion von "Die Sims 4" sind weder längere Ladezeiten, noch die gewöhnungsbedürftige Steuerung per Pad. Vielmehr ist es ein Faktor, der in diesem Herbst bei Electronic Arts wohl zum guten Ton gehört und viele Spieler vor den Kopf stößt: Zusatzkosten.

Teure DLCs und Zusatzpakete sind in der heutigen Zeit natürlich längst gang und gäbe, in diesem Fall ist die Abstinenz jeglicher Zusatzpakete aber besonders kritikwürdig. Schließlich hat der Titel bereits mehr als 3 Jahre auf dem Buckel - und was euch hier geboten wird, ist kaum mehr als die "Ur"-Version. Wenn dann noch bereits im Hauptmenü diverse Erweiterungen prominent beworben werden, muss man selbst als Monetarisierungs-Verfechter erstmal tief schlucken.

Selbst das wäre kein Beinbruch, wenn der Preis entsprechend passen würde! Doch natürlich lässt es sich EA nicht nehmen, horrende Preise zu verlangen. 39 Euro hier, 19 Euro da - wirkliche Fans der Serie, die alle Inhalte haben möchten, müssen auf das Addon-Bundle zurückgreifen und zahlen zusätzlich nochmal satte 49,99 Euro.

Diese Preispolitik ist alles andere als Verbraucherfreundlich und wir können nur hoffen, dass EA dank des heftigen Gegenwinds der Community schnell gegensteuern wird. Zu diesen Preisen können wir die zusätzlichen Inhalte wirklich NIEMANDEN empfehlen. 

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Fazit

Die Sims bleiben die Sims. Auch auf der Konsole macht der vierte Teil der erfolgreichen Videospielreihe eine gute Figur. Spielerische Kritikpunkte wie die etwas komplizierte und nicht optimierte Steuerung, sowie einige technische Bugs und Ungereimtheiten fallen dabei kaum ins Gewicht. Im Kern bleibt der gewohnte Spielspaß bestehen, sodass die Sims 4 auch auf den Konsolen zum Zeitfresser werden und euch über Tage und Wochen vor den Bildschirm fesseln.

Traurig ist allerdings, dass auch hier wieder einmal eine Preispolitik von Electronic Arts gefahren wird, die mit der Ausrichtung auf den Kunden wirklich gar nichts zu tun hat. Unser Rat: Begnügt euch erst einmal mit dem Grundspiel, habt ein bisschen Geduld und schaut nach günstigen Angeboten, wenn ihr die zahlreichen Addons ebenfalls spielen möchtet.

Noch besser: Wartet auf die obligatorische "Alles mit drin"-Edition, die spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2018 im Handel aufschlagen wird. Nach drei Jahren Wartezeit macht ein weiteres Jahr den Braten dann auch nicht mehr fett.

Die Sims 4 erhält von uns 3 von 5 zufriedene Sims, 7 von 10 erfolgreichen Dates und eine dicke Abmahnung für Wucher.

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