Borderlands The Pre-Sequel im Test | PC

Australier haben einen seltsamen Sinn für Humor

Borderlands The Pre-Sequel im Test | PC: Australier haben einen seltsamen Sinn für Humor Borderlands The Pre-Sequel im Test | PC: Australier haben einen seltsamen Sinn für Humor
Von |
Borderlands The Pre-Sequel im Test | PC Australier haben einen seltsamen Sinn für Humor 8 Fotos

Das Pre-Sequel der beliebten Borderlands-Serie verlässt zwar den bekannten Planeten Pandora und bietet Euch auf dem Mond Elpis ein neues Spiel-Areal, traut sich gleichzeitig aber nur wenig aus den Fußspuren der Serie zu treten. Wir zeigen im Test, warum der Titel leider nicht vollends überzeugen kann.

Hach, Australien. Land der Kängurus, der Aborigines und der schlechten Simpsons-Witze. Hier strudelt nicht nur das Wasser verkehrt herum in den Abfluss der Spülbecken, hier hat auch 2K Australia seinen Sitz. Im Gegensatz zu Borderlands 2 sitzt beim Pre-Sequel eine neue Mannschaft am Ruder der S.S.Claptrap und die meisten von Ihnen sprechen das englische Pendant des hiesigen Ossi-Dialekts. Kein Wunder, dass sich die humoristische Ader in Borderlands: The Pre-Sequel um genau diesen Kulturschock dreht.

Womit wir auch gleich beim wohl größten Problem des Spiels wären, zumindest in Sachen Story- und Charakter-Entwicklung: Die meisten Gags zünden nur bei denen, die einen Draht zum fernen Kontinent haben. Die Amis kennen die Australier sicher auch nicht so gut, aber da drüben gehören die Witze über die „Aussies“ beinahe so zur Kultur, wie hierzulande die entsprechenden Ossi-Witze. Um's kurz zu machen: Stellt Euch vor ein deutscher Entwickler würde sich um das Pre-Sequel kümmen und es mit Ossi-Witzen vollgekleistert in Amerika vertreiben. Die Amis verstünden die Welt nicht mehr.

8782_ddcc37c8fb811573b2a693d7576ed5bf_800x600r - image/jpeg

Ich weiß nicht, wie es um Euren eigenen Draht zur australischen Kultur bestellt ist, aber meiner basiert im Wesentlichen auf genau einer Simpsons-Folge, in der Homer einen Frosch nach Australien einschleppt und Bart sich aufgrund eines Telefonscherzes im dortigen Gericht verantworten muss. Dementsprechend schwirren aberwitzig viele Fragezeichen in meinem Kopf herum, wenn die – zum großen Teil – brandneuen Charaktere im Spiel einen australischen Kalauer nach dem nächsten vom Band lassen.

Nicht falsch verstehen: Borderlands ist und bleibt ein Loot-Shooter. Der Kern dieser Erfahrung ist auch im Pre-Sequel voll intakt und kann wahlweise mit gleich vier Spielern gleichzeitig genossen werden. Doch was Borderlands 2 meiner subjektiven Meinung nach erst groß gemacht hat, war die fabulöse Darstellung und Entwicklung der Charaktere und der Geschichte. Handsome Jack gilt nicht umsonst als einer der charismatischsten Bösewichte der letzten Jahre. Im Pre-Sequel, welches sich um seinen Aufstieg vom Hyperion-Angestellten zum Fiesling dreht, ist davon leider nicht viel übrig geblieben.

8785_9278e31ed562abef7b36374f8ccb71bb_800x600r - image/jpeg

Jack, ebenso wie die neue Bande aus Vault Huntern, sowie die zahlreichen neuen Charaktere vermissen den Esprit vom Vorgänger, die Spritzigkeit, den feinen Drahtseilakt aus Humor, Sarkasmus und Brutalität.

In dem Sinne verliert das Pre-Sequel bereits beim ersten Aufeinandertreffen mit dem „Meriff“ - eine Mischung aus Sheriff und Major. „Haha... oder nicht Haha?“, das ist hier die Frage. Janey Springs versucht sich von Beginn an als Alternative zu Schrauber-Redneck Scooter, hat aber erheblich weniger Witz und Charme. Selbst die „russische“ Krankenschwester Nina kommt nicht an ihr großes Vorbild Dr. Zed heran. Noch schwächer: Der neue „Fiesling“ Colonel Tungsteena Zarpedon zündet überhaupt nicht.