Die nächtliche Jagd ist eröffnet

Bloodborne im Test für PlayStation 4

Die nächtliche Jagd ist eröffnet: Bloodborne im Test für PlayStation 4 Die nächtliche Jagd ist eröffnet: Bloodborne im Test für PlayStation 4 Foto: Screenshot
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Es ist wahrlich nicht die beste Zeit , die wir uns für einen Besuch in Yharnam ausgesucht haben. Auf der verwunschenen Stadt liegt ein Fluch. Auch uns treibt das Schicksal dorthin, auf der Suche nach Heilung. Wer sind wir? Wovon genau müssen wir geheilt werden? Was steckt hinter all dem? Fragen über Fragen. Nur eine Sache scheint gewiss: die Antwort liegt im Blut.

Als wir in der kleinen Klinik erwachen, merken wir ziemlich schnell, dass heute kein gewöhnlicher Abend ist. Durch die verwinkelten Gassen Yharnams streifen schaurige Gestalten, halb Mensch, halb Bestie. Hier und da stehen ganze Horden von ihnen um Scheiterhaufen herum. Sie sind mit Fackeln, Heugabeln, rostigen Säbeln und Schrotflinten bewaffnet. Ihr Keuchen, Schluchzen und Kreischen hallt von einer Häuserwand zur nächsten.

Unser erstes Ableben erfolgt relativ zeitig und lässt uns an einem völlig anderen Ort auferstehen. Ein kleiner Friedhof voll mit weißen Blümchen und bröckelnden Grabsteinen, an dessen höchsten Punkt eine kleine Hütte steht. Darin treffen wir auf den im Rollstuhl sitzenden Gehrman, der uns eine kleine Einführung in unsere Situation gibt. Viel von dem, was er uns sagt, verstehen wir nicht. Nur, dass wir wohl ein Jäger sind.

Anmerkung der Redaktion: Alle "tl;dr"-Leser (too long, didn't read) finden unsere brandneue Knappfo-Box nach dem Fazit auf der letzten Seite!

Neben bruchstückhaften Informationen werden wir auch mit wahlweise einer Axt oder einem Sägehackbeil ausgestattet, sowie einer Pistole oder einer Schrotflinte. Danach werden wir zurück nach Yharnam geschickt, um zu machen, was man als Jäger nun mal so macht: Bestien erlegen. Als wir in einer Gasse an ein scheinbar bewohntes Fenster herantreten, bestätigt der Bewohner, der sich in seinem Heim verbarrikadiert hat, unseren ersten Eindruck: wir sind hier nicht willkommen.

Die düstere Faszination in Bildern Bloodborne 41 Fotos

Ein Gefühl, das uns verdächtig bekannt vorkommt, insbesondere aus Spielen, deren Titel auf "Souls" enden. Kein Wunder, steckt hinter dem schaurigen Bloodborne niemand geringeres als Mastermind Hidetaka Miyazaki vom japanischen Spiele-Entwickler From Software, der schon bei den Action-Rollenspiel-Meilensteinen "Demon's Souls" und" Dark Souls" die Fäden gezogen hat. Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell man dies merkt. Das Setting mag zwar ein anderes sein, aber diese mysteriöse, melancholische und bedrückende Atmosphäre, die man schon aus den spirituellen Vorgängern kennt, verbreitet sich im Nu.

Auch das spielmechanische Gerüst spiegelt so ziemlich genau das wider, was man sich vorstellt, wenn From Software auf der Spielepackung draufsteht. Aus der Verfolgerperspektive steuert ihr einen zuvor selbst erstellten Charakter mit rollenspielüblichen Attributen und macht euch auf in eine feindselige, geheimnisumwobene Welt, in der hinter jeder Ecke der Tod lauert. Jeder besiegte Gegner hinterlässt Erfahrungspunkte, hier in Form von Blutechos, die ihr entweder zum Leveln, oder als Währung für Gegenstände bei einem Händler verwenden könnt.

Immer mit der Ruhe!

Geduld ist dabei die höchste aller Tugenden. Nicht nur wenn es gegen unscheinbare Skelette oder Ratten geht, sondern erst recht, wenn ihr Bossen gegenübersteht, bei deren bloßen Anblick ihr euch schon in die Hosen macht. Hier heißt es, Ruhe bewahren, Angriffsmuster der Widersacher studieren und genau im richtigen Moment zuschlagen. So viel jedenfalls zur Theorie, die Praxis fällt dann natürlich denkbar schwerer und frustrierender aus.

Doch wenn es dann nach unzähligen Versuchen endlich mal klappt, dann schreit man vor Freude so laut auf, dass die Nachbarn sich ernsthaft Gedanken darüber, ob noch alles in Ordnung ist, nachdem sie die Stunden davor, nur lautes Gefluche und das Werfen von Controllern an die Wand vernommen haben.