Die Superhelden-Agentur

Agents of Mayhem im Test für PlayStation 4

Die Superhelden-Agentur: Agents of Mayhem im Test für PlayStation 4 Die Superhelden-Agentur: Agents of Mayhem im Test für PlayStation 4 Foto: Deep Silver
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Ein Hero-Shooter für Solo-Spieler? Die Saints-Row-Macher versuchen sich an einem verrückten Experiment. Viel Action, lustige Charaktere und eine offene Spielwelt. Klingt gut, aber hält Agents of Mayhem was es verspricht?

Jeder Superheld hat etwas, was ihn antreibt. So natürlich auch die zwölf spielbaren Helden, die den sogenannten "Agents of Mayhem" angehören, einer Organisation, die sich auf die Fahne geschrieben hat die Bösewichte der LEGION zu bekämpfen.

Angeführt von Dr. Babylon versucht das Böse die Weltherrschaft an sich zu reißen. Doch hier kommen unsere Agenten ins Spiel. Die Riege der Mächte des Guten könnten nicht unterschiedlicher sein: ein Hollywood-Star, ein deutscher Hooligan, ein russischer Supersoldat und ein amerikanischer Hip-Hopper sind nur einige der ausgefallenen Helden.

Ein besonderes Highlight des Spiels sind mit Sicherheit die Missionen, in denen eure Helden vorgestellt werden. Mit kurzen Zeichentrick-Sequenzen und witzigen Dialogen bestreitet ihr eine Mission und schaltet somit den Helden für das Team frei. Jeder der zwölf Recken verfügt über unterschiedliche Skills und Upgrades, die ihr im Laufe des Spiels freischalten und ausprobieren könnt. Je nachdem welcher Gegnertyp euch gegenübersteht gibt es auch einen Helden, der diesen kontert. Somit ist eine ausgewogene Komposition eures Teams durchaus hilfreich.

Ab nach Seoul

Die Handlung von Agents of Mayhem spielt in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Dies ist gleichzeitig auch euer "Spielplatz" auf dem ihr euch austoben könnt. Unendlich viele Sammelobjekte, Nebenmissionen und andere Aktivitäten warten darauf entdeckt zu werden. Leider werden diese mit der Zeit recht eintönig und verlieren an Reiz.

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Doch dafür gibt es ja die Haupthandlung. Diese ist zwar nicht gerade vielschichtig, aber immerhin ansprechend erzählt. Denn genau wie die Heldenriege werden auch Bosse und Bösewichte gut in die Story eingeführt. Hier merkt man deutlich die Erfahrung der Entwickler, die sie bereits mit Saints Row machen konnten. Demensprechend findet sich in Agents of Mayhem auch der kernige und sehr charakteristische Humor wieder.

Die Aufträge und Missionen in Volitions neuem Titel sind zwar knackig und actiongeladen, vom spielerischen Anspruch aber eher mau. Das liegt nicht nur an den eigentlichen Missionen, sondern auch an der mäßigen Gegner-KI. Hierzu kommt erschwerend, dass insbesondere bei größeren Auseinandersetzungen die Übersicht gerne mal verloren geht.

Was dann hilft: sich sammeln und neu angreifen! Ideal hierfür ist die Möglichkeit die Charaktere des vor der Mission ausgewählten Teams von drei Helden jederzeit nahtlos zu wechseln. Zum einen bekommt dadurch ein bereits etwas mitgenommener Kämpfer eine Regenerationspause, zum anderen wirken sich die unterschiedlichen Spielweisen der Helden auf die Kämpfe aus. So bleibt ihr selbst in unübersichtlichen Situationen flexibel und Herr der Lage.

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Hört sich gut an!

Agents of Mayhems Stärken liegen in den unterhaltsamen Heldentypen, dem frischen Setting und auch an den wirklich sehr guten Sprechern des Titels. Zwar ist das Spiel nicht Deutsch vertont, bietet aber immerhin Untertitel. Wer des Englischen mächtig ist, der wird seine Freude daran haben, wenn über Funk Sprüche geklopft werden und die eine oder andere Diskussion zwischen den Agenten entbrennt. Wie schon in Saints Row kommt auch in Agents of Mayhem eine große Portion Selbstironie auf den Tisch.

Rein optisch gewinnt der Titel sicherlich keine Schönheitspreise, aber die Optik ist dem Flair des Spiels angepasst. Statt auf Realismus zu setzen wird mit dem bunten und abgedrehten Flair der asiatischen Metropole gespielt. Kleinere Designschwächen und Grafikfehler fallen dadurch kaum ins Gewicht.

Es ist schön zu sehen, dass es ein Studio geschafft hat, den Trend der Heldenshooter in ein Open-World- und Story-basiertes Spiel zu integrieren. Agents of Mayhem beweist, dass diese Mischung funktionieren kann, ohne dass die Persönlichkeit und der Charm einzelner Charaktere auf der Strecke bleiben. Volition hat die Erfahrungen der Saints Row-Reihe genommen und mit Agents of Mayhem ein neues Franchise ins Leben gerufen, dass durchaus Potenzial hat.

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Fazit

Als Fan der Saints Row-Spiele war mein persönliches Interesse an Agents of Mayhem groß. Die Ideen hinter dem Titel sind frisch und der Look und die Aufbereitung des Spiels und der Story sind wirklich gelungen. Lediglich die offene Spielwelt und die eintönigen Missionen hätten etwas mehr Liebe zum Detail verdient.

Die große Stärke des Spiels liegt mit Sicherheit im Humor und den unterschiedlichen Charakteren. Als Spieler wünsche ich mir mehr davon! Der Grundstein für ein neues, interessantes Franchise ist aus meiner Sicht gelegt.

Agents of Mayhem bekommt von uns 10 von 12 freigespielte Helden, 78 von 100 gefundene Kristallsplitter und 3 von 5 gelungenen Flachwitze.

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