Zwei wie Pech und Schwefel

A Way Out im Test

Zwei wie Pech und Schwefel: A Way Out im Test Zwei wie Pech und Schwefel: A Way Out im Test Foto: EA
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Kann ein Spiel funktionieren, das ausschließlich auf zwei Spieler im Koop setzt? Genau das versucht "A Way Out" von Hazelight Studios zu beweisen. Die schwedischen Entwickler haben bereits 2013 mit dem Spiel "Brothers: A Tale of Two Sons" mehr als bewiesen, dass sie ein glückliches Händchen für erzählerisch anspruchsvolle Koop-Abenteuer haben. Ob "A Way Out" daran anschließen kann, verraten wir euch im Test.

Es ist nicht einfach viel über "A Way Out" zu erzählen, ohne zwangsläufig in Spoiler-Territorium vorzudringen. Daher nur so viel zur Handlung: Leo und Vincent sind zwei Knastbrüder, die dem Gefängnis unbedingt den Rücken kehren wollen. Dafür müssen sie eine vorerst ungewollte Partnerschaft eingehen. Und für alle, die sich über die markanten Kotletten von Leo wundern: "A Way Out" spielt im Jahr 1972.

Aber es ist nicht nur die außergewöhnliche Gesichtsbehaarung von einem der Protagonisten, die den Titel einzigartig macht, sondern die Koop-Spielmechanik. "A Way Out" ist definitiv kein Spiel für Solisten, denn Ihr seid von Anfang an gezwungen euch jemanden zu suchen, mit dem ihr die Geschichte erleben könnt - entweder auf der heimischen Couch, oder über das Internet.

Zu zweit ist man weniger allein

Entsprechend ist das komplette Konzept des Spiels auf diese Mechanik ausgelegt: Beide Spieler sehen stets das gleiche Bild. Oftmals ist der Bildschirm geteilt, sodass ihr zu jederzeit sehen könnt, was euer Partner wieder anstellt. Das ist auch unbedingt nötig, denn bestimmte Aktionen und Manöver müssen synchron ausgeführt werden, um erfolgreich zu sein.

Es gibt aber auch Situationen, in denen ihr euch zurücklehnen dürft und eurem Partner bei der Arbeit zuschauen könnt. Doch meist ist Teamwork gefragt. Ein Beispiel: Eine Wache versperrt euch den Weg und macht das passieren unmöglich. Zeit für ein Ablenkungsmanöver! Durch eine banale Unterhaltung oder eine andere List wird euch der Weg geebnet und ihr könnt passieren.

Nicht nur spielerisch läuft es in A Way Out meist reibungslos, auch die Technik des Spiels macht eine gute Figur. Die Grafik hat einen eigenen, aber durchaus charmanten Stil und die Dialoge, sowie die Vertonung des Spiels überzeugen ebenfalls. Einzig die teils sehr unachtsamen Gegner machen zur Freude des dynamischen Duos keine wirklich gute Figur. Doch "A Way Out" setzt weniger auf spielerischen Anspruch, sondern vielmehr auf das Erzählen einer interessanten Geschichte.

A Way Out (3) - image/jpeg

Keep it simple

So einfach sich "A Way Out" anhört, so einfach ist es auch in Wirklichkeit. Das Spiel kommt als eine digitale Geschichte daher, in der ihr zur richtigen Zeit den richtigen Knopf drücken, oder euren Grips bei simplen Rätseln benutzen müsst.

Ob das auf Zuspruch beim Spieler stößt bleibt abzuwarten. Ich persönlich muss sagen, dass mir diese Form der Erzählung sehr gut gefallen hat. Doch es gibt zwei Sachen, die mir dann doch negativ aufgefallen sind. Zum einen ist der Titel bereits nach sechs Stunden beendet. Einen wirklichen Wiederspielwert gibt es leider nicht. Zwar ist das Spiel für lediglich 30 Euro zu haben, über ein bisschen mehr Inhalt hätte ich mich aber dennoch sehr gefreut.

Der größte Kritikpunkt ist aber das schwache und nicht ganz nachvollziehbare Ende des Spiels. Hier verschenkt der Entwickler eine Top-Wertung. Dennoch beweist "A Way Out", dass das kooperative Konzept des Spiels durchaus Potenzial hat und funktionieren kann. Mal sehen, ob Entwickler anderer Genres auf die Idee kommen werden, ein solches Spiel entwickeln zu wollen. Wir würden uns freuen!

A Way Out (1) - image/jpeg

Fazit

"A Way Out" macht vieles richtig. Die Geschichte ist nahezu über die komplette Spielzeit nachvollziehbar und packend. Die Charaktere sind sympathisch und interessant und die Spieleerfahrung kurzweilig und niemals langweilig. Leider verbaut das schwache Ende und der, trotz des niedrigen Preises, geringe Wiederspielwert dem Titel eine Top-Wertung.

Dennoch sollten sich Freunde von Koop-Abenteuern "A Way Out" nicht entgehen lassen. Denn die einzigartige Spielmechanik funktioniert nicht nur ausgezeichnet, sondern macht Spaß!

"A Way Out" bekommt von uns 8 von 10 geschmuggelte Zigaretten, 4 von 5 Räuberleitern und eine 79 prozentige Chance auf einen gelungenen Coup.

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