Maradona dreht bei WM durch

Tribünen-Tanz, Stinkefinger, Kollaps

Maradona dreht bei WM durch: Tribünen-Tanz, Stinkefinger, Kollaps Maradona dreht bei WM durch: Tribünen-Tanz, Stinkefinger, Kollaps Foto: AFP/dpa
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Argentinien feiert den Einzug ins WM-Achtelfinale, da darf einer nicht fehlen: Edelfan Diego Armando Maradona. Er saß nur auf der Tribüne, doch Argentiniens Fußball-Ikone und Messi-Idol stand mehr im Mittelpunkt als die meisten der 22 Spieler auf dem Platz.

Für Maradona war die Aufregung zu viel. Der argentinische Sender TyCSports berichtet, dass die 57 Jahre alte Fußball-Ikone nach der Partie in St. Petersburg ärztlich behandelt werden musste. Deutsche Medien melden, der Zusammenbruch habe sich bereits in der Halbzeitpause ereignet.

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Bilder in den sozialen Netzwerken zeigen einen völlig erschöpften Maradona auf einem Sessel in einer VIP-Loge zusammen mit Sanitätern. Einer der Helfer fühlt Maradona den Puls.  Argentinischen Medienberichten zufolge hatte die Aufregung einen Anstieg seines Blutdrucks verursacht. Wie die Zeitung "Olé" berichtete, konnte der ehemalige Fußballstar später aber wieder laufen und wurde in sein Hotel gebracht.

"Ich möchte Ihnen sagen, dass es mir gut geht", schrieb der 57-Jährige am Mittwoch bei Instagram zu einem Foto, das ihn mit zwei Sanitätern zeigt. Er sei nicht im Krankenhaus gewesen, versicherte Maradona. Er habe in der ersten Halbzeit lediglich Nackenschmerzen gehabt und eine Dekompensation erlitten.

Ein Arzt habe ihm empfohlen, ins Hotel zu gehen. "Aber ich wollte bleiben, weil es für uns um alles ging. Wie hätte ich da gehen können?", fragte Maradona. Er schicke allen einen Kuss und entschuldige sich für den Schock, den er ausgelöst habe. "Diego wird noch eine Weile da sein", schrieb er.

Maradona hatte in der Vergangenheit schon öfter gesundheitliche Problemen. Jahrelang kämpfte er mit Drogen- und Alkoholproblemen, mehrere Entziehungskuren scheiterten. 2000 und 2004 wurde er mit einem Herzinfarkt in die Klinik eingewiesen, Grund soll jeweils eine Überdosis Kokain gewesen sein. 2007 gab es sogar schon Gerüchte über seinen Tod.

Der Weltmeister von 1986 hatte am Dienstagabend einmal mehr bei der WM auf der Tribüne seine eigene Show geliefert. Vor dem Anpfiff des nervenaufreibenden 2:1-Sieges seiner Erben gegen Nigeria hatte er einen weiblichen Fan im Nigeria-Trikot erblickt und die Sicherheitskräfte gebeten, die Dame zu ihm durchzulassen. Vor seinem Sitzplatz führten sie einen spontanen Tanz auf.

Die Szene wurde über die Stadion-Leinwand übertragen und erfreute die Fans beider Lager. Nahezu sämtliche Zuschauer im direkten Umkreis hielten die Szene per Handy fest. In den sozialen Netzwerken wurde der Tänzchen-Film in kürzester Zeit zum Renner.

Nach dem Siegtreffer durch Marcos Rojo kurz vor Schluss zeigte Maradona sein anderes Gesicht – und den Reihen unter ihm die Mittelfinger beider Hände. Maradona wirkte wie entfesselt, nachdem er kurz vor der Pause in seinem VIP-Sitz mit geschlossenen Augen inne gehalten hatte.

Diego Maradona mit den Nerven am Ende

Vier Minuten nur trennten Vize-Weltmeister Argentinien und Superstar Lionel Messi vom peinlichen Vorrunden-Aus. Ein Aus, das wohl den Rauswurf von Trainer Jorge Sampaoli und den Rücktritt des fünfmaligen Weltfußballers Messi aus dem Nationalteam zur Folge gehabt hätte. Ein sehenswerter Volleyschuss von Marco Rojo von Manchester United bescherte schließlich den 2:1 (1:0)-Sieg gegen Nigeria und das Achtelfinale am Samstag gegen Frankreich.

Einer, der besonders litt, war aber mal wieder Diego Maradona. Fortsetzung folgt...

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Quelle: dpa