Psychologe klärt auf

Bin ich verrückt, weil ich Selbstgespräche führe?

Psychologe klärt auf: Bin ich verrückt, weil ich Selbstgespräche führe? Psychologe klärt auf: Bin ich verrückt, weil ich Selbstgespräche führe? Foto: pathdoc/shutterstock
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Wenn Menschen sich dabei erwischen, wie man mit sich selbst spricht, löst das vielen Scham aus. Doch: Ist das überhaupt so verrückt, mit sich selbst zu reden?

Selbstgespräche können nützlich sein

Die klare Antwort: Mit ziemlicher Sicherheit: nein! Im Gegenteil. Selbstgespräche können sehr nützlich sein, sagt Familientherapeut Björn Enno Hermans. "Sie helfen, den Gedankenbrei in unserem Kopf zu strukturieren.“ Außerdem macht man sich bewusst, was man laut ausspricht. Das kann von Vorteil sein, wie der Psychologe Dietrich Dörner in einer kleinen Studie nachgewiesen hat: Er filmte Studenten bei der Konstruktion eines Fahrradständers. Dabei brachten diejenigen die besten Ergebnisse hervor, die während der Konstruktionsphase permanent vor sich hingemurmelt hatten.

Selbstgespräche zu führen, ist nicht krankhaft

"Viele Menschen sprechen mit sich selbst“, bestätigt auch Peter Walschburger, Biopsychologe an der Freien Universität Berlin. Kinder tun es spontan und noch ganz ungeniert, während sich Erwachsene zu Unrecht häufig dafür schämen. Dabei sei solch ein Verhalten vor allem dann krankhaft, wenn man eben nicht mit sich selbst spricht. "Menschen mit Psychosen sprechen oft mit imaginären anderen, nicht mit sich selbst“, sagt Walschburger. Und sie können es im Gegensatz zu gesunden Menschen nicht kontrollieren.

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Quelle: dpa