13 Tote in Kalifornien

Mann wirft Rauchbombe in Bar und schießt in die Menge

13 Tote in Kalifornien: Mann wirft Rauchbombe in Bar und schießt in die Menge 13 Tote in Kalifornien: Mann wirft Rauchbombe in Bar und schießt in die Menge Foto: dpa
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Ein Mann schießt wahllos mit einer Handfeuerwaffe Kneipenbesucher nieder, Panik bricht aus. Am Ende sind zwölf Menschen und der Täter, ein ehemaliger Marineinfanterist, tot. Zu seinem Motiv wollen sich die Ermittler zunächst nicht äußern.

Ein Massaker mit mehr als einem Dutzend Toten in einer Country-Bar hat für Entsetzen in Kalifornien gesorgt. Ermittler versuchten im Laufe des Donnerstags herauszufinden, was den 28-jährigen mutmaßlichen Schützen antrieb, das Feuer in der Kneipe zu eröffnen. Indes berichteten Überlebende von schrecklichen Szenen. Auch Nachbarn des mutmaßlichen Täters meldeten sich zu Wort. Für den Abend (Ortszeit) war eine Gedenkveranstaltung für die Opfer geplant.

Der ehemalige Marineinfanterist hatte die Borderline Bar & Grill am späten Mittwochabend in der Stadt Thousand Oaks komplett in Schwarz gekleidet gestürmt und zwölf Menschen erschossen, darunter einen Sheriff. Später wurde der Schütze ebenfalls tot aufgefunden, die Polizei ging von Selbstmord aus. Ein Pastor einer Kirchengemeinde sagte, zwischen 20 und 30 Mitglieder seien während des Massakers in der Kneipe gewesen.

FBI-Mitarbeiter suchten nach einem möglichen Motiv für die Tat. Ermittler Paul Delacourt sagte, neben dem Tatort würden auch das Haus des Schützen sowie dessen Auto nach Hinweisen überprüft. Der 28-Jährige habe sieben Monate lang in Afghanistan gedient. Er lebte offenbar mit seiner Mutter zusammen und war polizeibekannt. Im April seien Polizisten zu seinem Haus gerufen worden, die ihn dort wütend und irrational agierend vorgefunden hätten. Ein Team für psychologische Krisenfälle sei hinzugezogen worden, das entscheiden habe, dass er nicht in Gewahrsam werden müsse.

Thousand Oaks Schießerei - image/jpeg Zwei junge Frauen verlassen den Tatort.

Ein Paar, das hinter dem Haus des Verdächtigen wohnt, sagte in einem Interview, er sei oftmals laut gewesen und sei seiner Mutter gegenüber aggressiv in Streitigkeiten aufgetreten. Vor eineinhalb Jahren hätten sie während einer Auseinandersetzung so etwas wie einen Schuss gehört, aber nicht die Polizei gerufen. In den vergangenen zwölf Monaten seien die Streitereien schlimmer geworden.

Ähnlich äußerte sich eine Nachbarin aus einem Nebenhaus. Sie habe den mutmaßlichen Täter immer seltsam und respektlos gefunden, auch bevor er zum Militär gegangen sei. Oft habe sie gehört, wie er geschrien und geflucht habe.

Mit Blick auf die Tat selbst berichtete die Polizei, viele Menschen hätten in Panik versucht, zu fliehen. Einige hätten mit Barhockern Fenster eingeworfen und anderen geholfen, ins Freie zu gelangen, sagten Augenzeugen. Einer von ihnen postete bei Instagram ein Video von dem Vorfall und schrieb dazu, der Schütze habe ihm in die Augen gesehen, während er seine Freunde getötet habe. Ein 22-Jähriger erklärte, das Massaker in der Country-Bar sei nach dem Amoklauf von Las Vegas im vergangenen Jahr bereits das zweite, das er überlebt habe. Zusammen mit Freunden habe er sich durch den Hinterausgang gerettet.

US-Präsident Donald Trump schrieb am Donnerstag auf Twitter, er sei über das „schreckliche“ Ereignis vollständig informiert worden. Er lobte die Polizei für deren „großen Mut“ und wünschte den Opfern und deren Familien Gottes Segen. Die Demokraten kündigten derweil beflügelt von einem Erfolg bei den Kongresswahlen an, auf das Massaker mit Gesetzesentwürfen reagieren zu wollen. Es müsse endlich gehandelt werden, damit die Waffengewalt auf Schul- und Unigeländen, in Gotteshäusern und auf der Straße aufhöre, sagte die demokratische Fraktionschefin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi.

Vorlagen der Demokraten im kommenden Jahr könnten sich unter anderem um erweiterte Hintergrundüberprüfungen für potenzielle Waffenkäufer oder um Beschränkungen für halbautomatische Gewehre drehen. In dem weiter von den Republikanern kontrollierten Senat und im Weißen Haus dürften die Maßnahmen aber auf Widerstand stoßen.

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Quelle: dpa