Juristischer Irrsinn

Mädchen auf Kreuzfahrt vergewaltigt, Täter freigelassen

Juristischer Irrsinn: Mädchen auf Kreuzfahrt vergewaltigt, Täter freigelassen Juristischer Irrsinn: Mädchen auf Kreuzfahrt vergewaltigt, Täter freigelassen Foto: Avigator Fortuner/Shutterstock.com (Symbolbild)
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Für ein 17 Jahre altes Mädchen aus Großbritannien ist eine Kreuzfahrt über das Mittelmeer zum Albtraum geworden. Auf dem Weg von Palma de Mallorca nach Valencia soll sie von einem jungen Mann aus Italien vergewaltigt worden sein. Der mutmaßliche Täter wurde nur wenig später wieder freigelassen.

Wie die spanische Zeitung "Levante EMV" sowie die britische Tageszeitung "The Telegraph" berichten, gab das Mädchen an, am vergangenen Donnerstag in den frühen Morgenstunden gegen 5 Uhr von dem Italiener bedrängt worden zu sein. Dieser habe sie gewaltsam in eine Kabine gedrückt und dort vergewaltigt. Noch unter Schock stehend habe das Mädchen anschließend ihren Eltern davon erzählt, die in einer anderen Kabine schliefen, und diese informierten sofort den Kapitän sowie die Polizei.

In Valencia angekommen, wurde der mutmaßliche Vergewaltiger noch am selben Tag von der Polizei verhaftet, doch ein örtliches Gericht ließ ihn wieder frei. Das Problem: Das Mädchen ist Britin, er ist Italiener, das Schiff fuhr unter der Flage Panamas und die Tat fand in internationalen Gewässern statt.

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Entsprechend gab das Gericht an, für den Fall nicht zuständig zu sein. Das wäre es nur gewesen, wenn Täter oder Opfer spanische Staatsbürger sind oder aber in Spanien leben. Aus juristischer Sicht blieb den Richtern somit nichts anderes übrig, als den Italiener wieder gehen zu lassen und den Fall an die Behörden in England, Italien und Panama zu übergeben.

Wie der "Telegraph" berichtet, könnte es allerdings selbst in England schwer werden, den Mann anzuklagen. Die Gerichtsbarkeit gelte dort in der Regel nur bei Fällen, in denen Briten im Ausland ein Verbrechen begehen, nicht aber, wenn sie selbst Opfer einer Straftat werden.

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Das 17-jährige Mädchen setzte die Kreuzfahrt mit ihren Eltern derweil in Richtung Marseille fort. Zuvor wurde sie in einem Krankenhaus untersucht und die Polizei stellte DNA-Proben aus der Kabine des Mannes sowie von der Kleidung des Mädchens sicher. Ihr mutmaßlicher Peiniger blieb in Spanien. Wie es jetzt für ihn weitergeht, ist derzeit noch völlig unklar.

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