Katy Perry
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„Dark Horse“ hat zu große Ähnlichkeit mit „Joyful Flame“, hatte die Jury schon am Montag entschieden. Nun setzte sie eine Summe wegen der Urheberrechtsverletzung fest: Es sind mehrere Millionen.

Popstar Katy Perry, ihre Mitarbeiter und das Plattenlabel müssen wegen einer Urheberrechtsverletzung 2,78 Millionen US-Dollar (etwa 2,5 Millionen Euro) bezahlen. Eine Jury in Los Angeles sprach die Summe am Donnerstag dem Kläger Marcus Gray und zwei Co-Autoren zu. Bereits am Montag hatte die Jury Perry für schuldig befunden, für ihren Hit „Dark Horse“ Teile des christlichen Rapsongs „Joyful Noise“ kopiert zu haben.

Perry selbst muss etwas mehr als 500.000 Dollar zahlen, Capitol Records ist dagegen verantwortlich für den größten Teil der Summe. „Dark Horse“ ist eine Mischung aus Pop, Trap und Hip Hop und war die dritte Single von Perrys Album „Prism“. Der Song war vier Wochen lang an der Spitze der Billboard-Charts und brachte Perry eine Grammy-Nominierung.

Es ist ein unverhoffter Sieg für Gray, der unter dem Namen Flame auftritt. Seine vor fünf Jahren eingereichte Klage hatte trotz konstanter Schwierigkeiten vor Gericht sowie gegen hochkarätige Anwälte von Perry und den anderen Schwergewichten der Musikindustrie, die die Song schrieben, Bestand.

Anwälte von Gray hatten argumentiert, die Plattenfirma Capitol Records habe mehr als 31 Millionen US-Dollar für die Single, das Album und die Konzert-DVD bekommen. Capitol Records gehört zur Universal-Gruppe. Anwälte beider Seiten gaben an, Perry selbst habe drei Millionen Dollar verdient, minus 600.000 Dollar an Ausgaben.

Wie genau die Einnahmen eines einzelnen Songs berechnet werden, der auch auf einem Album und einer DVD erschienen ist, stellte für die Jury eine Herausforderung dar. Auch die Marketingkampagne für das Album, Gehälter von Angestellten und Honorare für Künstler müssten mitberechnet werden, sagte Steve Drellishak, Vizepräsident bei Universal Music.

Die Jury hatte am Montag alle sechs Songwriter und alle vier Konzerne für haftbar befunden, die den Song veröffentlicht und verbreitet hatten, darunter Perry, Sarah Hudson, Juicy J, Capitol Records, Dr. Luke, Max Martin und Cirkut. Perry und die Co-Schreiber des Songs sagten während des Prozesses aus, dass sie den christlichen Rapsong oder von Gray vor der Klage nicht gehört hätten. Sie hörten auch keine christliche Musik, gaben sie an.

Grays Anwalt Michael A. Kahn sagte über die Angeklagten, sie wollten Gray „in irgendeine Gospelmusik-Gasse schubsen, die niemand jemals besucht“. Er hob hervor, dass Perry ihre Karriere als christliche Künstlerin begonnen habe. Grays Anwälte mussten nur vorführen, dass „Joyful Noise“ eine große Reichweite hatte und von Perry und ihren Co-Schreibern hätte gehört werden können. Sie legten als Beweise vor, dass der Song auf Youtube und Spotify millionenfach geklickt wurde und dass das dazugehörige Album ebenfalls für einen Grammy nominiert war.

Quelle: dpa