Foto: dpa/Axel Heimken
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Stellt euch vor, in der Nähe eurer Wohnung steht ein Stadion. Und in diesem Stadion finden Veranstaltungen statt. Dann geht ein Soundcheck schief und ihr müsst stundenlang ein und denselben Song in unfassbarer Lautstärke anhören. Davon können Anwohner der Puskas Arena in Budapest jetzt im wahrsten Sinne des Wortes ein Lied singen.

In der ungarischen Hauptstadt ist man stolz auf sein nagelneues Stadion, das noch nicht einmal eröffnet wurde. Im November 2019 steht die große Premiere auf dem Programm. Am 15. November empfängt die ungarische Nationalmannschaft in der 67.889 Zuschauer fassenden Puskas Arena die Nationalmannschaft Uruguays.

Doch bevor es soweit ist, müssen natürlich noch zahlreiche Tests in der über 600 Millionen Euro teuren Arena durchgeführt werden, es soll ja schließlich nichts schiefgehen beim Aufeinandertreffen der ehemaligen Fußball-Giganten. Und deshalb führte man am 17. September bereits einen Soundcheck durch – mit fatalen Folgen für die Anwohner im 14. Bezirk mitten in der Innenstadt Budapests.

Denn der Ton-Test ging mal so richtig schief. Von 20 Uhr abends bis 3 Uhr morgens, also glatte sieben Stunden lang, wurden die Anwohner mit dem Lied „Deutschland“ der Band Rammstein beschallt. Das geht selbst für Fans der deutschen Vorzeige-Rockband wohl eher in Richtung Psycho-Terror.

Im Refrain des Liedes heißt es: „Deutschland, mein Herz in Flammen. Will dich lieben und verdammen. Deutschland, dein Atem kalt. So jung, und doch so alt. Deutschland!“ Falls ihr das Lied nicht kennt, haben wir hier das Video für euch:

Die Lautstärke soll so hoch gewesen sein, dass die unfreiwilligen Zuhörer angeblich jedes Wort aus dem Liedtext mitbekamen. Also eher laut. Ganz schön nervig, vor allem, wenn man einfach nur schlafen möchte.

Und warum passierte das Ganze? Verantwortlich für das unfreiwillige Rammstein-Konzert war ein technischer Fehler. Die Arena-Betreiber entschuldigten sich für den Vorfall auf Facebook, doch zuvor waren bei der Polizei schon mehrere Beschwerden wegen Ruhestörung eingegangen. Immerhin: Die Betreiber versichern, dass sie die nötigen Vorkehrungen getroffen haben, dass sich solch ein Vorfall nicht mehr wiederholen werde. Die Anwohner wird es freuen, selbst die Rammstein-Fans.