Nach Protesten gegen Joe Rogan: Spotify will mehr Aufklärung bei Corona-Themen

Joe Rogan und sein Podcast stehen mächtig in der Kritik. Nun reagiert Spotify auf die Proteste – und will für mehr Aufklärung bei Corona-Themen sorgen.
Neil Young Joe Rogan Combo
Neil Young (l.) und Joe Rogan sind nicht einer Meinung. Foto: Uncredited/AP/dpa
Neil Young Joe Rogan Combo
Neil Young (l.) und Joe Rogan sind nicht einer Meinung. Foto: Uncredited/AP/dpa

Neil Young und Joni Mitchell protestieren mit aller Macht gegen Spotify. Ihr Vorwurf: In einem populären Spotify-Podcast von Joe Rogan werden Corona-„Lügen“ verbreitet. Das Streaming-Unternehmen reagiert – und auch Joe Rogan meldet sich zu Wort.

Nachdem Young und Mitchell zunächst damit gedroht hatten, ihre Musik von Spotify abzuziehen, und dabei Unterstützung von anderen Prominenten bekommen hatten, ließ Spotify in einem Statement verlauten, man wolle seinen Nutzern alle Musik- und Audioinhalte zugänglich machen. Das Unternehmen habe umfassende Inhaltsrichtlinien und seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 Podcast-Episoden mit Bezug auf Corona aus dem Angebot entfernt.

Nun aber will der Streaming-Dienst künftig alle Beiträge zu Corona mit einem Hinweis versehen, der zu wissenschaftlich fundierten Informationen aus verlässlichen Quellen führen soll. Die neue Initiative gegen Falschinformationen werde in den kommenden Tagen weltweit umgesetzt, teilte Gründer Daniel Ek mit.

Joe Rogan: „Mache es nicht immer richtig“

Joe Rogan selbst zeigte sich mit diesem Schritt einverstanden. Und der kritisierte Podcaster gestand Fehler ein. In einem rund zehnminütigen Instagram-Video sagte der 54-Jährige mit Blick auf seine Kritiker: „Es tut mir sehr leid, dass sie sich so fühlen, das ist ganz sicher nicht, was ich möchte. Ich bin ein großer Neil-Young-Fan.“ Zu seiner eigenen Show sagte er: „Ich plane alles selbst und mache es nicht immer richtig.“

 

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Zum Konzept seines Podcasts erklärte er: „Es geht mir nicht darum, Falschinformationen zu verbreiten oder kontrovers zu sein. Ich habe mit dem Podcast nichts anderes versucht, als mit Leuten zu sprechen und interessante Gespräche zu haben.“ Er wolle in Zukunft mehr Ausgewogenheit haben und neben den kontroversen Meinungen auch andere abbilden. Auch wolle er sich besser auf die Interviews vorbereiten.

Der seit 2009 existierende Podcast „The Joe Rogan Experience“ ist derzeit der meistgehörte Podcast auf Spotify. Rogan sorgt darin immer wieder mit kontroversen und umstrittenen Aussagen für Schlagzeilen. So hatte er sich unter abschätzig über Impfungen für Kinder und Jugendliche geäußert, angebliche Corona-Medikamente auch nach ausdrücklichen Warnungen von Medizinern weiter gelobt und falsche Aussagen über die Inhaltsstoffe von Impfstoffen getätigt. Wenn Gäste in seinem Podcast Falschaussagen zur Pandemie – oder auch anderen Themen wie dem Klimawandel – tätigten, korrigierte Rogan sie oft nicht und hakte auch nicht nach. Wegen beleidigender Kommentare zu Trans-Menschen und weil er in seiner Sendung auch extreme Vertreter des rechten Rands einlud, wurde Rogan ebenfalls schon kritisiert.

Harry und Meghan unterstützen Neil Young und Joni Mitchell

Obwohl sie an ihrer Zusammenarbeit mit Spotify zunächst festhalten, äußerten auch Herzogin Meghan und Prinz Harry Kritik. „Wir haben Spotify gegenüber weiterhin unsere Bedenken zum Ausdruck gebracht, um sicherzustellen, dass Änderungen an seiner Plattform vorgenommen werden, um zur Bewältigung dieser Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit beizutragen“, hieß es in einer Mitteilung. Das Paar, das seine royalen Pflichten vor knapp zwei Jahren aufgegeben hatte, hatte Ende 2020 einen Millionenvertrag über die Produktion von Podcasts mit der Streaming-Plattform geschlossen.

dpa