Foto: Daniel Naupold/dpa
Foto: Daniel Naupold/dpa

Die Band Böhse Onkelz ist nicht unumstritten. Einige Songs der Band sind in Deutschland auf dem Index gelandet. Diese Lieder dürfen auch nicht live bei Konzerten gespielt werden. Daran hielt sich die Band aber am Wochenende nicht. Und der TV-Sender Arte übertrug es auch noch live.

Der Song, um den es geht, heißt „Der nette Mann“. Kennt ihr nicht? Wir hätten da ein paar Textauszüge für euch:

„Ob Tiere oder Menschen
Ich seh gern alles leiden
Blutbeschmiert und mit großer Lust
wühl‘ ich in Eingeweiden

(…)

Die Gier nach Qual und Todesschrei
macht mich noch verrückt
Kann mich denn kein Mensch verstehen
dass mich das entzückt

Ich bin der nette Mann von nebenan
und jeder könnt’ es sein
Schaut mich an, schaut mich an
ich bin das perverse Schwein“

Der Song ist 2:58 Minuten lang und stammt vom gleichnamigen Album, das 1984 erschien. Es ist das erste Studioalbum der umstrittenen Band. Sänger Kevin Russell singt hierbei aus der Perspektive eines Kindermörders, der sich als „der nette Mann von nebenan“ gibt.

Aufgrund der Gewaltverherrlichung landete der Song auf dem Index. Die Band spielte das Lied aber auch weiterhin auf Konzerten, was ihnen schon bei ihrem Abschiedskonzert 2005 eine Anzeige und die Zahlung eines Ordnungsgeldes einbrachte.

Arte übertrug am Samstag das Festival „Hellfest“ aus der französischen Stadt Clisson live im Stream. Mit dabei waren auch die Onkelz. Kurz vor dem Ende des Auftritts der Band soll der Bassist Stephan Weidner laut „Watson“ das verbotene Lied explizit angekündigt haben: „Es ist uns nicht erlaubt, den Song in Deutschland zu spielen. Aber für euch Fans … hier ist „Der nette Mann“ von unserem ersten Album.“

Klar ist, dass die Onkelz von der Live-Übertragung im Arte-Stream wussten. Denn sie kündigten den Stream vorab auf ihrer Facebook-Seite an.

Und was sagt der TV-Sender zu dem Aufreger? „Das Produktionsteam von ARTE France vor Ort hat die Setlist der Band erst unmittelbar vor Konzertstart erhalten. ARTE hat im Anschluss jedoch unverzüglich reagiert und die Aufzeichnung nicht in seine Online-Mediathek übernommen“, sagte eine Sprecherin dem Portal „Watson“.