So endet das "Underground" in Köln

Nach 29 Jahren Clubgeschichte folgt der letzte Abriss

So endet das "Underground" in Köln: Nach 29 Jahren Clubgeschichte folgt der letzte Abriss So endet das "Underground" in Köln: Nach 29 Jahren Clubgeschichte folgt der letzte Abriss Foto: Instagram.com / damneddan / remainamystery / undergroundcologne

Das Underground in Köln ist nicht mehr: Bereits am 15. September 2017 wurde die beliebte Veranstaltungslocation geschlossen, jetzt haben die Bagger dem kultigen Ort in Köln-Ehrenfeld die letzte Ehre erwiesen.

Von diesem Abriss wird sich der Club leider nicht mehr erholen: Das Gelände, auf dem seit 1988 (also seit über 29 Jahren!) gefeiert, getanzt, gerockt, geheadbanged und getrunken wurde, soll in Zukunft eine Schule beherbergen. Am Dienstag, dem 14. November wurde das Gebäude von den Baggern vor Ort demoliert und niedergewalzt. Zukünftige Veranstaltungen wurden größtenteils in den praktisch nebenan gelegenen Jungle Club ausgelagert

Der Anblick trifft die Leute der Partyszene hart: Viele haben hier einen nicht ganz unerheblichen Teil ihrer Jugend verbracht, mit dem Underground geht eine ganze Partygeneration zu Ende - und für Köln fällt somit ein nicht unerheblicher Teil seiner Kultur flach. Wohlgemerkt geschieht dies alles um Platz für Bildung zu machen, was nun auch nicht der schlechteste Deal sein mag.

Bereits im September wandten sich auch die Betreiber an ihre Fans: "Für alle Mitarbeiter, Fans und Besucher des Undergrounds, tut es uns leid, dass eine langjährige Ära zu Ende geht. Viele der Besucher sind sehr betroffen und können es nicht verstehen, denn zum Teil war das Underground für einige von ihnen ein Wohnzimmer."

Kein Wunder, dass viele Fans dennoch nur wenige positive Worte für den Abriss finden:

Ausgerockt: Die Geschichte des Underground

1988 fing das Underground als muntere Mischung aus Autowerkstatt und Kneipe seinen Siegeszug in Köln-Ehrenfeld an: Neben der Kneipe gab es später zwei Säle und einen Sommerbiergarten, der sich bis zuletzt größter Beliebtheit erfreute - insgesamt passten rund 800 Leute in die Location.

Musikalisch lag der Fokus stehts auf den eher rockigen Tönen: Egal ob Punk, Rock oder Heavy Metal, hauptsache es dröhnte und ließ die Köpfe im Takt der harten Bässe nach oben und unten bangen. Das Motto der Veranstalter lautete bis zuletzt: "We deliver Rock'n'Roll" - und sie haben nicht gelogen!

Underground Köln - image/jpeg In diesen Zeiten schien über dem Underground noch die Sonne...

Neben dem Club gab es auf dem Gelände bis zur Jahrtausendwende zusätzlich noch einen Waschsalon, sowie eine Mietwerkstatt und ein Tattoostudio. Der WDR nutzte die Location über längere Zeit zur Aufnahme von Bootlegs für die Sendung "Rockpalast".

Über die Jahre hat das Underground seinen Namen als DIE Rock-Location in Köln immer weiter ausbauen können. Die Bands, die vor Ort aufgetreten sind, zeigen die Popularität der Location: Hier reihen sich viele illustre Namen zu einer langen Kette zusammen. Wie wäre es mit den Beatsteaks und Blink 182? Oder eine Prise "Sick Of It All"? Wie wäre es mit Green Day, Selig, Turbonegro, Lagwagon, Mouse On Mars, Pennywise, Anti-Flag und Jimmy Eat World? 

Für die Künstler hatten die Auftritte im Underground einen nicht zu verachtenden Vorteil: Nach der Show konnten sie sich in der Kneipe ordentlich abschießen und danach gleich eine Etage höher ausgebrannt ins Bett fallen. Das Band Apartment war Kult!

 

Last view... @undergroundcologne r.i.p. #ehrenfeld #cologne #undergroundcologne

Ein Beitrag geteilt von Daniel Rade (@damneddan) am 18. Okt 2017 um 5:08 Uhr

Das waren die letzten Bands im Underground

Trotz des immer näher rückenden Endes, gaben die Veranstalter auch 2017 nochmal alles, um den Laden voll zu machen: Von Januar bis September freuten sich Metal-Fans über die Auftritte von Bands wie Freedom Call, Schrottgrenze, Rantanplan, Napalm Death, Tankard, The Devil Wears Prada, Tankard, The Black Dahlia Murder und Dog Eat Dog.

Zum Ende ließen sich auch einige kölsche Urgesteine nochmal blicken, um das große Finale zusammen mit den Fans zu besingen und betrinken: Kasalla, Cat Ballou und Querbeat waren unmittelbar für einige echt schöne, letzte Momente verantwortlich. 

Das große Finale am 15. September wurde dann stilecht zusammen mit Dub Spencer und Trance Hill und der letzten VIRUS-Abriss-Party gefeiert.

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