Silvester in der Arena

"Sensation" - ein Spektakel mit Macken

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Die "Sensation" zu Silvester in der Esprit-Arena machte ihrem Namen größtenteils alle Ehre. Sensationelle DJs, sensationeller Bühnenbau – jedoch viele Unannehmlichkeiten für die Besucher. Die Arena wirkt so voll wie bei keiner "Sensation" zuvor. Es ist eine Stunde vor Mitternacht, an manchen Zugängen in den Innenraum bilden sich Menschentrauben, es gibt kein Durchkommen mehr. Wer dringend auf Toilette muss, hat das Nachsehen. Ein Besucher erleichtert sich deshalb an der Innenraumrand – vor über 30.000 Menschen. Doch so gut wie niemand bemerkt ihn. Die Arena ist riesig, es ist dunkel, die Musik ist laut – die Sinne sind getrübt.

Alle Besucher erschienen am Silvesterabend in der Esprit-Arena in weißer Kleidung. So sieht der Dresscode der "Sensation" aus, die deshalb bis 2008 noch "Sensation White" hieß. Bei der vierten Düsseldorfer Silvesterauflage des im Jahr 2000 in den Niederlanden gegründeten Dance-Events traten unter anderem Star-DJs, wie Sebastian Ingrosso und Fedde Le Grand, auf.

Das diesjährige Motto war jedoch recht einfallslos: "We Celebrate Life with House". Vergangenes Jahr fand die Sensation etwa unter dem Motto „Wicked Wonderland“ in der demenstprechend "märchenhaft" dekorierten Arena statt. Davor stand mit "Ocean of White" alles unter dem Motto Wasser.

Was dem Veranstalter jedoch an Kreativität beim Motto fehlte, machte er beim Bühnenbau wieder wett. In der Mitte des Arena-Innenraums erhob sich eine begehbare Pyramide, die wie eine riesiger Menschenhaufen wirkte. Auf der Spitze legten die DJs auf.

Wer auf die Pyramide drauf wollte, musste sich erstmal an eine lange Warteschlange anstellen. Überhaupt war es an diesem Abend schwer sich innerhalb der Arena fortzubewegen. Immer begegnete man kopfschüttelnden Sicherheitsleuten, die einem den Durchgang verwehrten. Wo man auch lang wollte, es schien als erwische man immer gerade die Wege, wo man nicht lang darf.

Ein Ärgernis war vor allem die begrenzte Anzahl an Schließfächern. Angesichts der Kälte kamen alle Besucher in dicken Winterjacken zur Arena. Doch schon um 22 Uhr waren alle Schließfächer vergeben. Eine Brezelverkäuferin erbarmte sich einigen leer ausgegangenen Besuchern und deponierte sechs Jacken unter ihrem Stand im Flur. Andere lösten das Problem, indem sie ihre Jacke neben sich auf der Tanzfläche ablegten – wo manch unachtsamer Besucher dann rüber trampelte.

Nicht so flexibel, wie die Brezelverkäuferin mit den Jacken, zeigten sich die Barkeeper. Ein Glas Cola gehört in der Gastronomie eigentlich zum Grundsortiment. Bei der "Sensation" gibt es jedoch entweder Red Bull Cola oder Cola gemischt mit Alkohol. Ein reines Glas Cola, beispielsweise zum Preis einer Red Bull Cola (4,50 Euro) – das geht nicht. "Tut mir Leid, ich kann das so nicht rausgeben", sagt der etwas hilflos wirkende Barkeeper.

Die Sensation ist ein tolles Ereignis, sie bietet eine hochkarätige Show, doch angesichts eines stolzen Eintrittspreises von 77 Euro sollte es ein Minimum an Service geben. Wahre House-Musik-Liebhaber drücken bei solchen Unannehmlichkeiten allerdings ein Auge zu.

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Quelle: rpo