Düsseldorfer Rheinkirmes

Zu Besuch bei den Kirmes-Machern

Düsseldorfer Rheinkirmes: Zu Besuch bei den Kirmes-Machern Düsseldorfer Rheinkirmes: Zu Besuch bei den Kirmes-Machern Foto: TONIGHT.de / Natali Krichevski
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Vom 14. bis zum 23. Juli ist es wieder so weit: Über 300 Schausteller präsentieren auf den Düsseldorfer Rheinwiesen ihre Fahrgeschäfte, Losstände und Imbissbuden. Eine Woche vor der Eröffnung haben wir uns umgesehen.

Männer rufen sich Anweisungen über die Wiesen zu, Laster fahren an Kränen und halbaufgebauten Fahrgeschäften vorbei, während nebenan eine Frau in einem Wohnmobil Wäsche nach draußen hängt. Der Aufbau der Düsseldorfer Rheinkirmes ist in vollem Gange.

Dieses Jahr gibt es viele Neuheiten auf dem Kirmesplatz. Eine davon ist das 42 Meter hohe und 100 Kilometer pro Stunde schnelle Fahrgeschäft "Fighter". Inhaber ist der Düsseldorfer Harry P. E. Bruch. Beim Aufbau hat er gleich doppelte Arbeit, da ihm auch die "Große Berg- und Talbahn" gehört.

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Zwischen den beiden Fahrgeschäften liegen ein blaues und ein pinkes Laufrad im Gras. "Die gehören meinen zwei Kindern", erklärt der 33-Jährige. Die Familie ist fast immer unterwegs und nie länger als ein paar Wochen an einem Ort. Momentan gehen beide Kinder noch nicht zur Schule, aber auch wenn es so weit ist, macht sich Bruch keine Sorgen. "Es gibt tausende Möglichkeiten, um das Problem zu lösen". Zum Beispiel können die Kinder bei den Großeltern bleiben und dort zur Schule gehen oder sie haben drei bis vier feste Schulen und einen Begleitlehrer, der ihnen bei den Wechseln hilft.

Wie auch seine Kinder wuchs Harry P. E. Bruch auf der Kirmes auf. Er gehört zu der Schaustellerfamilie Bruch und kann sich ein Leben ohne Kirmes nicht vorstellen.

Straffer Tagesplan

So geht es auch dem Münchner Ewald Schneider. "Der Hangover ist mit 85 Metern Höhe die höchste Attraktion auf dem Kirmesplatz", berichtet der 20-Jährige stolz über sein erstes eigenes Fahrgeschäft. Im vergangenen Jahr feierte die Attraktion auf der Düsseldorfer Rheinkirmes Premiere.

Seit einem Tag sind er und sein Team mit dem Aufbau beschäftigt. Ihr straffer Tagesplan beginnt um 7 Uhr, und erst um 18 Uhr hören sie mit der Arbeit auf, damit alles perfekt ist, wenn die Kirmes beginnt.

Auf die Frage, ob er ein festes Zuhause hat oder immer unterwegs ist, antwortet er lachend: "Ich bin nicht obdachlos, wenn das die Frage war." Die Familie hat ein Haus in München. Dort wohnt sie, wenn sie nicht gerade auf der Kirmes ist. Seine Mutter stammt ebenfalls aus der Familie Bruch und hat ihren Mann auf der Kirmes kennengelernt, wie es bei den meisten Schaustellern der Fall ist.

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Kinder wachsen auf der Kirmes auf

Am anderen Ende der Kirmes kommt der 46-jährige Joep Hoefnagels gerade aus seinem Wohnwagen. Der Niederländer wurde ebenfalls in die Kirmeswelt reingeboren. Voller Begeisterung erzählt er von seiner Schaukel "Infinity", das höchste Loopingkarussell der Welt. Das Fahrgeschäft war im vergangenen Jahr erstmals in Düsseldorf und ist "mit Sicherheit ein Highlight für alle Adrenalin-Junkies". Am Vorabend haben sie mit dem Aufbau begonnen.

Hoefnagels hat vier Kinder im Alter von acht bis zwanzig Jahren. Seine Söhne verbringen die Woche in ihrem Haus in der Nähe von Aachen, wo sie zur Schule gehen und sich mit Freunden treffen können. Am Wochenende fahren sie zur Kirmes und helfen ihrem Vater bei der Arbeit.

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Um den Hunger der Kirmesbesucher kümmern sich die zahlrreichen Imbissbuden. Eine davon ist die Bude "Fisch-Wurstspezialitäten Haas". Marco Haas betreibt das Unternehmen in vierter Generation. Der 46-Jährige wohnt in Mönchengladbach und stellt seine Bude immer nur im Umkreis vom 40 Kilometern auf, damit er nachts zum Schlafen nach Hause fahren kann. Er ist mit dem Aufbau schon eine Woche vor der offiziellen Eröffnung fertig, um alles zu säubern und aufzuräumen.

Eine schlechte Nachricht für alle Wildwasserbahn-Fans ist, dass die Betreiber der größten transportablen Wildwasserbahn der Welt die Bahn nun in einem Freizeitpark lassen. Mehr als 20 Jahre hat die Bahn der Schausteller-Familie Löwenthal jeden Sommer auf der Rheinkirmes gestanden, jedoch wurde den Betreibern der ständige Auf- und Abbau zu anstregend.

"Natürlich ist der Aufwand immer wieder groß", stimmt Hoefnagels zu, "aber es lohnt sich."

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Quelle: RP