Nach Ankündigung auf Facebook

Amt untersagt Strandparty in Hamm

Nach Ankündigung auf Facebook: Amt untersagt Strandparty in Hamm Nach Ankündigung auf Facebook: Amt untersagt Strandparty in Hamm Foto: Andreas Endermann
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Weil er am Hammer Strand mit einer Gruppe von Leuten grillen möchte und dies auf Facebook ankündigte, bekam Veranstalter Marcel Burian Post vom Amt: Anwohner in Hamm fürchten offenbar, dass das Treffen ausarten könne. Sie haben mit ähnlichen Parties schlechte Erfahrungen gemacht.

Bürgerinitiative räumt auf: Himmelgeister gegen Partymüll Bürgerinitiative räumt auf Himmelgeister gegen Partymüll Zum Artikel » Eine Facebook-Gruppe bereitet Anwohnern des Paradiesstrandes in Hamm Sorgen: Im Internet ruft diese für das Pfingstwochenende zu einem Treffen am Strand auf. "Grillen und chillen" steht auf dem Programm – doch einige Hammer befürchten, dass die Party für sie wenig entspannt enden könnte: Im schlimmsten Fall sähe auch der Paradiesstrand irgendwann so aus wie das Rheinufer in Himmelgeist, so eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Einige Himmelgeister haben dagegen sogar eine Bürgerinitiative gegründet: Nicht nur das nach Parties oft völlig vermüllte Rheinufer ärgert sie, sondern auch, dass sich regelmäßig einige Besucher danebenbenehmen. "Wir hatten hier auch schon mal so eine Feier", sagt die Dame aus Hamm. "Da sind die Leute dann einfach in die Vorgärten gegangen, haben ihre Notdurft verrichtet. Und die laute Musik nachts war kaum auszuhalten." Sie habe nichts dagegen, wenn man am Rheinufer grille oder sich sonne – aber Parties mit vielen Leuten wolle weder sie, noch die Nachbarn.

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Der Veranstalter ist enttäuscht

Marcel Burian, der die Facebook-Gruppe gegründet hat, kann die Aufregung nicht verstehen. Vorgestern erhielt er einen Brief des Vermessungs- und Liegenschaftsamtes: Sein Event am Strand sei verboten, weil die Fläche der Stadt gehöre und außerdem in einem Landschaftsschutzgebiet liege. Ohne privatrechtliche Vereinbarung – die es laut Amt "nicht geben wird" – keine Party.

Sollte das Grilltreffen doch stattfinden, müsse er über 3000 Euro Gebühren für die Nutzung, Reinigung und Wiederherstellung der Fläche zahlen. Ein zivilgerichtliches Verfahren behalte man sich "ausdrücklich" vor.

"Mit sowas habe ich überhaupt nicht gerechnet – und viele aus unserer Gruppe sind auch ziemlich enttäuscht", sagt Burian. Man treffe sich schon seit einiger Zeit am Rhein, noch nie habe sich jemand bei ihm darüber beschwert.

Das heikle Problem um vermüllte Rheinwiesen nach lauen Sommernächten und pöbelnde Partygäste beschäftigt die Politiker der Stadt schon seit längerem: Doch erst kürzlich hatte CDU Ratsherr Andreas Hartnigk angekündigt, dass man zwar mit Hilfe des Ordnungsamtes schärfer kontrollieren wolle, die Feste allerdings nicht gänzlich verbieten könne.

Mit den typischen Grillrowdys, die auf den Rheinwiesen wüten, will Burian nichts zu tun haben. Er veranstalte "Grillen und Chillen" vor allem für junge Familien mit Kindern. Auch die Anwohner seien bei dem Treffen willkommen. Die haben aber offenbar Angst, dass das Ganze enden könnte wie jüngst in Hamburg: Dort hatte eine Schülerin ebenfalls per Facebook zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen – durch einen falschen Klick kamen 1500 Gäste, betranken sich und randalierten vor dem Elternhaus. "So etwas kann doch auch hier passieren, man weiß ja nie", sagt die Anwohnerin aus Hamm.

Marcel Burian hält das für übertrieben. Früher habe man telefoniert, um sich zu verabreden, heute geschehe dies über Facebook. Dass er mit seiner Medienagentur Highrollers als Veranstalter angegeben sei, bedeute nicht, dass er ein Treffen für hunderte Menschen organisiere. Und auch von exzessiven Parties könne keine Rede sein: "Wir sind in Spitzenzeiten mal 100 Leute, aber oft auch nur 30 – und wir spielen ruhige Jazz-Musik und machen hier keine Techno- oder HipHop-Veranstaltung", sagt er.

Da er selbst in Hamm wohne, achte er sehr darauf, dass jeder seinen Müll wieder mitnehme, verteile sogar Mülltüten und Aschenbecher an Leute, die gar nicht zur Gruppe gehörten. Dass einige Anwohner nicht mit ihm sprechen, sondern sich offenbar hinter seinem Rücken beschwerten, ärgert ihn: "Wir wollen einfach friedlich den Strand genießen und tun niemandem etwas. Dass das jetzt so abläuft, ist jetzt schon bitter."

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Quelle: RP