Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies
Foto: David Inderlied/dpa

Bei einem Streit zwischen Arbeitern im Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen ist am Freitag ein Mann vor den Augen zahlreicher Kollegen getötet worden. Laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft verletzte gegen 7.00 Uhr ein 35-Jähriger seinen Kollegen (34) mit einem scharfen Gegenstand. Der Jüngere starb im Krankenhaus. Gegen den Täter wurde laut Polizei ein Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Die Leiche wurde noch am Nachmittag obduziert. Und die Obduktion in der Rechtsmedizin in Münster bestätigte den Verdacht, wonach der 34-Jährige durch einen Stich in die Brust umgebracht wurde. Der Verdächtige schweige bislang zu der Tat und lasse sich von einem Anwalt vertreten. Er sei ins Gefängnis in Bielefeld-Brackwede in die Untersuchungshaft gebracht worden.

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Laut Tönnies-Firmensprecher André Vielstädte habe sich der Vorfall in einem Bereich der Zerlegung ereignet. Dort seien Ersthilfemaßnahmen eingeleitet worden, die jedoch erfolglos blieben. Die Produktion musste in einem Teil des Betriebs über Stunden für die Spurensicherung der Kriminalpolizei unterbrochen werden. Notfallseelsorger hatten sich danach um die Augenzeugen gekümmert. Sowohl der Verdächtige als auch das Opfer haben den Angaben zufolge die rumänische Nationalität.

Die Polizei Bielefeld errichtete unter dem Namen „Schleife“ sofort eine Mordkommission. Geschäftsführer André Vielstädte sagte Polizei und Staatsanwaltschaft „vollste Unterstützung“ bei den Ermittlungen zu. Betriebsrat Mustafa Kuyucu zeigte sich laut Mitteilung schockiert: „Wir sind traurig und fassungslos über die Tat. Unser Mitgefühl und Anteilnahme gilt der Familie, den Freunden und den Kollegen unseres Mitarbeiters. Wir sichern den Angehörigen, Kollegen und Freunden des Getöteten alle nötige Hilfe zu.“

Quelle: dpa