Lolli-Tests beginnen in allen Grund- und Förderschulen in NRW Kinder Corona
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Keine Viertelstunde braucht die Essener Klassenlehrerin Kamuran Turan am Montagmorgen für den allerersten Lolli-Test in ihrer dritten Klasse. „Ihh. Das kitzelt“, sagt eine Schülerin. Wenig später hat die Lehrerin alle zwölf Proben der Lerngruppe in einem großen Plastikröhrchen eingesammelt.

Wie alle Grund- und Förderschulen in Nordrhein-Westfalen hat auch die Maria-Kunigunda-Grundschule in Essen-Karnap am Montag das neue Testverfahren mit anschließender Laborauswertung eingeführt. „Die Lolli-Tests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken“, hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) im Vorfeld gesagt.

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Schulleiter Udo Moter ist zufrieden. „Für die Kinder ist es sehr gut gelaufen“, sagt der 51-Jährige am Montagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Denn alle hätten motiviert mitgemacht. „Der Ablauf hat sehr gut geklappt.“ Auch Frau Turan ist froh, dass es gut lief.

Lolli-Tests: „Viel einfacher als die anderen“

„Grundsätzlich ist diese Testung viel einfacher als die andere“, sagt sie. Die Schnelltests hätten Kinder teilweise nicht hinbekommen. „Hier können sie nicht viel falsch machen.“ Schon in der vergangenen Woche, als in Essen noch alle Schulen im Distanzunterricht waren, hatte die Lehrerin die Kinder in einer Videokonferenz über die Tests informiert.

Anders als bei den Schnelltests geschieht die Testung mit den geschmacklosen Lollis zunächst gruppenweise. Die Proben werden daraufhin in landesweit zwölf Laboren nach dem PCR-Verfahren ausgewertet. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen. Die Testergebnisse sollen dann bis spätestens 06.00 Uhr am Folgetag vorliegen.

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Lolli-Tests: Paket mit Röhrchen, Lolli-Stäbchen und QR Code für jedes Kind

Der Aufwand ist allerdings groß. Jedes Kind der Kunigunda-Schule bekommt am ersten Tag ein kleines Plastiktütchen mit Probenröhrchen, Lolli-Stäbchen und einem personalisierten QR-Code mit nach Hause, in einer Anleitung wird das Verfahren nochmal erläutert. Sollte die Gruppe, der sogenannte Pool, positiv getestet werden, müssen die Eltern eine zweite Probe zu Hause nehmen. Sie bringen diese dann in dem Röhrchen zur Schule.

Erst wenn ein negatives Ergebnis vorliegt, dürfen die Kinder wieder zur Schule. Bei dem Düsseldorfer Labor, das die Proben aus der Kunigunda-Schule auswertet, sollen die Ergebnisse im Internet mit Hilfe des Codes abgerufen werden. Am Montagmorgen ist Udo Moter sehr gespannt, wie die Informationsübermittlung funktioniert. Dann sollen ihm bis 18.00 Uhr die Ergebnisse vorliegen.

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Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen des Landes zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Daraufhin sammeln Kuriere die Proben ein und bringen sie zu den Laboren oder zu Sammelpunkten, wo sie von den Laboren abgeholt werden.

Testmaterial kommt teilweise gar nicht an, teilweise zu spät

Ganz reibungslos klappt es am ersten Tag nicht. In Gelsenkirchen soll eine Schule kein Probenmaterial bekommen haben, im Siegerland hat eine Schule nach Angaben der Schulleitung nicht genügend Material bekommen und wollte erstmal mit den Schnelltests starten.

An der Kunigunda-Schule kommt der Kurier eine Viertelstunde später als angekündigt. Auch sonst waren die Tests teilweise erst sehr spät an die Schulen gekommen. An einer Schule in Essen erst am Freitagmittag. Wiederum sind sie an der Kunigunda-Schule sind rechtzeitig eingetroffen. Trotzdem: „Warum gibt man den Schulen denn nicht wenigstens mal eine Woche Vorlaufzeit? Davon wäre die Welt auch nicht untergegangen“, meint Moter.

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Quelle: dpa