Coronavirus Köln
Foto: Oliver Berg/dpa

Die indische Coronavirus-Mutante ist erstmals auch in Köln nachgewiesen worden. Es gebe zwei Fälle, teilte die Stadtverwaltung am Mittwochabend mit.

Es sind aber nicht die ersten in Deutschland, laut Robert Koch-Institut wurde die Variante bereits zuvor vereinzelt nachgewiesen. In der Domstadt werden seit einem Vierteljahr alle positiven Tests auf Virusvarianten untersucht. So wurden auch die aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien erkannt.

„B.1.617“ wohl ansteckender

Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit der indischen Variante „B.1.617“. Zudem werde sie „mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht“. Es mangele aber an sicheren Erkenntnissen, um die Variante als „besorgniserregend“ einzustufen.

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In Indien sorgt eine heftige Infektionswelle für eine besonders dramatische Lage. Die dortige Virusvariante ist aus Sicht von Experten allerdings nur ein Faktor von mehreren für die vielen Ansteckungen in dem südasiatischen Milliardenstaat, auch die niedrige Impfquote dürfte eine Rolle spielen.

Köln will in Stadtteilen mit hoher Inzidenz bevorzugt impfen

Die Stadt Köln will in Stadtteilen mit hoher Inzidenz bevorzugt impfen. Dazu bedürfe es allerdings einer besonderen Genehmigung der Landesregierung, sagte eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch. Denn zurzeit gebe die Impfreihenfolge ein solches Vorgehen noch nicht her. Außerdem müsse ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen.

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In Köln gibt es – wie in anderen Großstädten auch – massive Unterschiede bei den Corona-Zahlen je nach Stadtteil. In Vierteln mit ärmerer Bevölkerung infizieren sich viel mehr Menschen als in Vierteln mit reichen Einwohnern.

Darauf machte zuletzt auch Satiriker Jan Böhmermann in einem Tweet aufmerksam:

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Der Krisenstab der Stadt Köln will sich am Freitag mit dem Thema befassen. Falls der Plan umgesetzt werden darf, muss noch geklärt werden, ob die Impfungen durch mobile Teams oder in Arztpraxen erfolgen. Nach Darstellung von Sozialarbeitern ist vor allem auch eine verstärkte Aufklärung wichtig. Viele Bewohner seien, teils aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, unzureichend über die Notwendigkeit des Impfens und über die zur Verfügung stehenden Angebote informiert.

Quelle: dpa