Party dunkel
Foto: Shutterstock/Roman Samborskyi

Für Ungeimpfte ist ein Club-Besuch in NRW momentan mit hohen Kosten verbunden. Um reingelassen zu werden, müssen sie einen negativen PCR-Test vorweisen – und der kostet mitunter gerne an die 100 Euro. Geimpfte und Genesene hingegen müssen lediglich den entsprechenden Nachweis dabei haben. Um ungeimpften Gästen einen Besuch finanziell so erträglich wie möglich zu machen, hat sich die Klapsmühle auf den Kölner Ringen zur Wiedereröffnung am 3. September etwas einfallen lassen.

„Wir finden die gegebene Regelung nicht in Ordnung, da diese ungeimpfte Personen ausgrenzt“, heißt es in einem Statement, das unter anderem auf der Facebook-Seite des Kölner Kultclubs veröffentlicht wurde. „Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, unseren ungeimpften Gästen so lange entgegenzukommen, bis die PCR-Tests wesentlich erschwinglicher werden.“

Der erste Schritt: eine Kooperation mit Laboren in Ehrenfeld und Bergisch Gladbach. Wer dort angibt, dass er die Klapsmühle besuchen will, erhalte eine Vergünstigung und lande für den PCR-Test bei einem Preis von 70 Euro.

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Klapsmühle Köln: Freigetränke und freier Eintritt für Ungeimpfte

Deutlich interessanter für das ungeimpfte Publikum dürfte aber die zweite Entscheidung der Klapsmühle-Verantwortlichen sein. Denn „als Ausgleich“ bekommen sie freien Eintritt sowie zwei Freigetränke. Außerdem entfällt der Mindestverzehr. Damit geht die Klapsmühle einen ganz anderen Weg als beispielsweise das am Donnerstag wiedereröffnete Bootshaus, wo Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest brauchen.

Der Grund für die Entscheidung der Klapsmühle sei nicht darin begründet, dass sich Impfgegner in den eigenen Reihen befänden, sondern darin, dass die sie „die Trennung von geimpft und ungeimpft“ nicht gut fänden. „Daher möchten wir gerne einer möglichen Ausgrenzung entgegenwirken und hoffen, dass alle Verständnis dafür haben“, lautet die Erklärung.

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Köln: Diskussion über Klapsmühle-Angebot für Ungeimpfte

Doch das erhoffte Verständnis ist nicht überall gegeben. Während einige User das Angebot feiern und der Klapsmühle attestieren, der „Spaltung der Gesellschaft“ entgegenzuwirken und ein „Zeichen gegen Ungleichheit“ zu setzen, scheint der Großteil nicht sonderlich begeistert zu sein.

„Ein sehr enttäuschendes Signal. Jeder hat die Wahl: Impfen oder nicht. Wer nicht will, kann nicht feiern gehen, ganz einfach“, lautet ein Kommentar unter dem Beitrag auf Facebook. Ein anderer User schreibt, dass er es für einen gewissen Zeitraum verstehen könne, da manche Leute ihre Impfung später erhalten hätten: „Aber langfristig habe ich dafür kein Verständnis, ich möchte Impfgegnern am liebsten überall im Leben aus dem Weg gehen.“ Zudem sei es höchst unsolidarisch gegenüber allen, die sich nicht impfen lassen können.

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„Also wird man bei euch belohnt, weil man nicht geimpft ist?“, lautet eine der vielen Fragen unter dem Post. „Warum ermutigt ihr nicht die Leute, sich impfen zu lassen, statt eine Kompensation für Ungeimpfte aufgrund der Testkosten anzubieten?“, eine andere. Einige Gäste kündigen sogar Konsequenzen an: „Na, dann entscheide ich mich dafür, woanders zu feiern. Wer saufen kann, kann auch ’ne Impfung ab.“

Klapsmühle Köln: Maximal 700 Gäste – davon 150 ungeimpft

Dass die Klapsmühle ihr Corona-Konzept nach den Reaktionen noch einmal umwirft, scheint unwahrscheinlich. Die Betreiber planen aktuell mit maximal 700 Gästen – von denen bis zu 150 ungeimpft sein könnten. Dies sei die durchschnittliche Zahl an Ungeimpften, die in den vergangenen Wochen vor Ort gewesen seien.

Das Angebot richte sich vor allem an die „geliebten Stammgäste“, bei denen man sich für die Unterstützung bedanken wolle. „Wir freuen uns auf euch und auf tolle neue Partys mit euch allen gemeinsam“, heißt es abschließend.