Telefonische Termin-Vergabe für Corona-Impfungen 116117
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Rund 2000 Menschen im Kreis Lippe bekommen ihren bereits zugesagten Impftermin gegen das Coronavirus nun erst Wochen später. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat aufgrund von technischen Problemen gut 2000 Termine für das Impfzentrum im Lemgo zu viel vergeben.

Statt im Zeitraum zwischen dem 12. Februar und dem 7. März seien nun Termine ab dem 8. April im Terminvergabe-System geblockt. Die betroffenen Bürger sollen durch Mitarbeiter des Kreises Lippe zeitnah per Mail, SMS oder Brief über den neuen Termin informiert werden. Das teilte der Kreis Lippe am Montag mit.

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Der Landrat Axel Lehmann (SPD) zeigte sich am Montag verärgert über den Fehler, der bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) liege: „Die technischen Probleme bei der Terminvergabe durch die KV reißen nicht ab. Das ist vor allem für die Betroffenen sehr ärgerlich und ein enormer organisatorischer Aufwand“, teilte er mit.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat seit dem Start der Impftermin-Vergabe für die Ab-80-Jährigen vor einer Woche nach eigenen Aussagen immer wieder mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das zuständige Tochterunternehmen habe Probleme zum Teil schnell behoben, „es traten jedoch immer wieder neue technische Störungen auf“, hatte der Vorstandsvorsitzende Dirk Spelmeyer am Freitag mitgeteilt. Die KV entschuldigte sich, verwies jedoch auf die große Menge der Impfberechtigten in NRW, die sich gleichzeitig an die Hotline und das Online-Portal gewandt hätten.

Robert Habeck: Behörden sollten Corona-Impftermine einfach vergeben

Grünen-Chef Robert Habeck ist der Meinung, dass die Behörden die Termine für die Corona-Schutzimpfungen selbstständig festlegen sollten. „Die Terminvergabe sollte umgedreht werden, so dass nicht lauter ältere Damen und Herren in Telefonschleifen hängen, um dann am nächsten Tag feststellen zu müssen, dass nach acht Minuten die Termine weg sind“, sagte er am Montag in Berlin. Vielmehr solle sich darum ein „netter, freundlicher, serviceorientierter Staat“ kümmern, Betroffene müssten ihre Termine dann nur noch wahrnehmen.

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Außerdem müsse alles getan werden, um die Produktion an Impfstoffen hochzufahren und auf hohem Niveau zu sichern, sagte Habeck. Kooperationen müssten fest vereinbart und Zusagen erfüllt werden. Auch international müssten Pharmafirmen stärker zusammenarbeiten, damit die Produktion von Impfstoffen auch außerhalb Europas steigen könne, auch über stärkere Vergabe von Lizenzen.

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Das sei zwar nicht alles in zwei Stunden umzusetzen, wohl aber im Nachgang zum Impfgipfel, betonte Habeck. Das Vertrauen der Menschen in die Handlungs- und Leistungsfähigkeit der Politik müsse wieder gestärkt werden.

Quelle: dpa