Coronavirus Kirche
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Das Coronavirus bestimmt weiterhin die Nachrichtenlage. In einer Freikirche in Nordrhein-Westfalen hat sich erneut eine Masseninfektion ereignet. Von 165 Teilnehmern am Gottesdienst wurden 65 Personen positiv getestet.

Der Vorfall spielte sich in einer Kirche im Kreis Lippe ab, wie das „Westfalen-Blatt“ berichtet. „Am 22. November gab es einen freikirchlichen Gottesdienst in Lippe, an dem 165 Menschen teilnahmen. Anschließend wurden 65 positiv getestet“, bestätigte Landrat Dr. Axel Lehmann von der SPD der Zeitung.

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In Lippe gibt es ungefähr 80 Freikirchen. In den vergangenen Monaten war es vor allem in evangelikalen Freikirchen häufiger zu Masseninfektionen mit dem Coronavirus gekommen. So wurden zum Beispiel in Frankfurt am Main mehr als 100 Teilnehmer eines Gottesdienstes positiv getestet.

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Besonders stark gläubige Menschen unterschätzen nach Aussage von Dr. Kerstin Ahaus, der Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Lippe, das Coronavirus und die Folgen einer Infektion manchmal, auch wenn die meisten Gespräche mit Infizierten ganz normal ablaufen würden. Doch manchmal bekommen ihre Mitarbeiter auch Sätze wie: „Gott passt schon auf mich auf“ zu hören.

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Nach Absprache mit dem Land gelten im Kreis Lippe ab Samstag (0.00 Uhr) in der Corona-Pandemie verschärfte Ausgangsbeschränkungen. Wie aus einer Mitteilung von Freitag hervorgeht, sind Treffen im öffentlichen Raum von mehr als zwei Personen untersagt, in der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr dürfen die Menschen ihr Zuhause nur begründet verlassen.

Dazu zählt der Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Arzt, Hilfsbedürftige dürfen unterstützt werden. Auch Gassigehen mit dem Hund bleibt erlaubt. Der Alkoholkonsum im Freien ist untersagt. In der Nacht auf Neujahr gilt eine Ausgangsbeschränkung von 3.00 bis 6.00 Uhr.

Der Kreis Lippe greift zu den drastischen Maßnahmen, weil am Donnerstag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von einer Woche weit über 300 lag.

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