Ein Video eines Polizeieinsatzes in Duisburg vom vergangenen Wochenende sorgt für erhitzte Gemüter. Nachdem eine betrunkene Frau am Samstag auf dem August-Bebel-Platz im Stadtteil Marxloh Widerstand geleistet haben soll, sollen mehrere Polizisten gewaltsam gegen sie vorgegangen sein.

Laut Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall am Samstag (27. März) um 14.20 Uhr. Demnach hatte die 27-Jährige eine Personalienfeststellung wegen Corona-Verstößen (Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes) gestört. Mehreren Platzverweisen kam sie nicht nach und klammerte sich stattdessen an die zu kontrollierende Person. Die Polizisten lösten die Umklammerung, wogegen sich die Frau wehrte, um sich schlug und trat.

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Auf mehreren auf Facebook veröffentlichten Videos ist die Aktion zu sehen:

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Auf den Clips ist zu sehen, wie die Beamten zunächst mit der auf dem Boden sitzenden Frau reden, ehe diese anfängt zu treten. In der Folge wird sie von insgesamt vier Beamten fixiert und scheint um Hilfe zu schreien, bei einem sind Schlagbewegungen zu erkennen. „Hört auf“, ist auf einem Video deutlich zu hören.

Polizei Duisburg bezieht Stellung zu Gewaltvorwürfen

Am Montag bezog die Polizei Duisburg dann in einer Pressemitteilung Stellung zu dem Einsatz. Die Aufnahmen und Zeugenaussagen würden derzeit ausgewertet. Grundsätzlich habe die Polizei aber das Recht, bei Widerständen zur Durchsetzung von Maßnahmen verhältnismäßig unmittelbaren Zwang anzuwenden.

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Auf der Aufzeichnung der Bodycam eines Polizisten sei zu sehen, wie die Frau im Verlauf der Auseinandersetzung den Einsatzmehrzweckstock eines Beamten ergriff und trotz Aufforderung nicht losließ. Erst nachdem ein Polizist ihr auf den Handrücken schlug, habe sie ihren Griff gelöst und die Uniformierten ihr Handschellen angelegt. Die Aufzeichungen seien als Beweismittel gesichert worden

Im Polizeigewahrsam habe ein Arzt der alkoholisierten Frau Blutproben entnommen. Ob sie auch Betäubungsmittel konsumiert hatte, werden die Untersuchungsergebnisse zeigen. Der Polizeiarzt habe die Schürfwunden in ihrem Gesicht begutachtet und die 27-Jährige gewahrsamsfähig geschrieben. Gegen 20 Uhr sei die Frau dann aus dem Gewahrsam entlassen worden.