Corona-Testzentrum Düsseldorf Schnelltest Mitsubishi Halle
Foto: Thiel

1000 Schnelltests am Tag bietet die Stadt Düsseldorf im Corona-Testzentrum an der Mitsubishi Electric Halle im Stadtteil Oberbilk an. Von der Terminanmeldung bis zum Dokument mit dem Testergebnis haben wir das Angebot für euch getestet.

Seit dem 8. März ist die neue Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen in Kraft, die jedem Bürger (zunächst) einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche ermöglichen soll.

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Auf ihrer Website und ihren Social-Media-Kanälen hat die Stadt Düsseldorf beworben, diese künftig im Testzentrum in Oberbilk anzubieten – mittlerweile gibt es zwölf Anlaufstellen für die Schnelltests. Unser Mitarbeiter Daniel Thiel hat das Angebot getestet. Es folgt sein Erfahrungsbericht:

Nachdem ich in der vergangenen Woche auf das Angebot aufmerksam geworden bin, habe ich am Samstag zum ersten Mal versucht, an einen Termin für einen Schnelltest zu kommen. Terminvergabe im Kontext von Corona – bei den Impfungen hat das dem einen oder anderen Rentner noch mehr graue Haare gebracht.

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In diesem Fall hätte es aber unkomplizierter kaum sein können. Durch einen Knopfdruck auf der Corona-Seite der Stadt Düsseldorf landet man bei der Terminvereinbarung. Als ich meinen Termin gemacht hatte, gab es die Möglichkeit, sich für den Montag oder den Dienstag einzutragen – beim Verfassen des Artikels war es aber sogar noch möglich, einen Termin am selben Tag zu bekommen oder sich für die Folgetage bis Freitag einzubuchen.

Corona Schnelltest düsseldorf Screenshot
Die Anmeldung erfolgt online. Foto: Screenshot corona.düsseldorf.de

Wunschtag und Wunschuhrzeit – es gibt Zeit-Slots im Fünf-Minuten-Takt von 9 bis 16 Uhr – angeklickt und schon muss man nur noch seinen Namen, die Adresse, den Geburtstag und eine E-Mail-Adresse eingeben, bis die Terminvereinbarung bestätigt ist.

Per Mail habe ich dann eine Bestätigung des Termins inklusive QR-Code erhalten, in der Mail wurde darüber hinaus noch daran erinnert, dass Personalausweis, die Bestätigung und die Krankenkassenkarte vor Ort benötigt werden.

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Nach meinem kurzen Fußweg zur Mitsubishi Electric Halle treffe ich am Dienstagmittag auf Einweiser, die die Testwilligen am Parkplatz in Empfang nehmen. Erste Erkenntnis: Auf dem Parkplatz rechts vom Haupteingang der Halle werden die Drive-In-Tests, also die Tests im Auto, vorgenommen. Hinter der Halle werden die Schnelltests und die PCR-Tests für Personen, die zu Fuß kommen, durchgeführt.

Fünf Minuten vor meinen Termin stehe ich dann also am Eingang für die Schnell- und PCR-Tests, bei der Beschilderung ist es eigentlich unmöglich, den Eingang zu übersehen. Eine Mitarbeiterin erkundigt sich nach meinem Namen und der Uhrzeit meines Termins.

Corona-Testzentrum Düsseldorf Schnelltest Eingang
Keine lange Warteschlange vor dem Testzentrum. Foto: Daniel Thiel

Ich werde schnell weitergeleitet und komme in den Trakt, der für die Teststation errichtet wurde. Dort erkundigt sich ein Mitarbeiter nach meiner Testnummer, die ebenfalls in der Mail angegeben war, stellt mir einen Zettel aus und leitet mich wiederum weiter.

Die nächste Station ist dann schon der Test selbst – ich bin zugegebenermaßen froh, dass geschultes Personal den Test vornimmt und ich den Selbsttests noch aus dem Weg gehen kann. Ein bisschen Sorge, dass ich dabei etwas falsch machen könnte und der Selbsttest somit keine Aussagekraft hätte, besteht schon.

Umso besser ist es, einen Mann vor sich stehen zu haben, der weiß, was er tut. Den Zettel mit der Testnummer schnappt er sich schon einmal, so wird später mein Ergebnis zugeordnet. Maske aus, Stab in die Nase, Maske wieder an und fertig!

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Mittlerweile, es war mein insgesamt fünfter Corona-Test seit Ausbruch der Pandemie, ist der Testvorgang gefühlt weniger schmerzhaft – das könnte aber auch daran liegen, dass der Heuschnupfen meine Nase in den vergangenen Wochen einfach in einen betäubungsähnlichen Zustand versetzt hat.

Während man bei anderen Testmöglichkeiten, wie auch dem PCR-Test in der Mitsubishi Electric Halle, das Ergebnis mittels QR-Code auf einer Website checken kann und per Mail darüber in Kenntnis gesetzt wird, dass das Ergebnis da ist, bekommt man beim Schnelltest das Resultat vor Ort innerhalb von 15 Minuten.

Dafür geht es in einen Wartebereich. Wer einen Wartebereich wie bei so mancher Blutspende mit Sitzmöglichkeit und Trink- und Essmöglichkeiten erwartet, wird enttäuscht. Es ist nun einmal Pandemie und es muss schnell gehen – effizient ist es allemal: Der Wartebereich ist ein Teil des Parkplatzes auf dem Gelände. Wo ich hingehen muss, ist nicht zu übersehen – zur Kennzeichnung des Bereiches hat die Stadt offenbar die Flatterband-Bestände der letzten Jahre aufgebraucht und rund 20 Personen warten ohnehin schon in dem Bereich.

Corona-Testzentrum Schnelltest Wartebereich Düsseldorf
Der Wartebereich ist an der frischen Luft. Foto: Daniel Thiel

Der Mindestabstand von 1,5 Metern wird mehr als eingehalten, alle Personen tragen natürlich medizinische Masken – trotzdem ist es die wahrscheinlich größte Menschenansammlung, die ich seit vergangenem Sommer miterlebt habe. Das mag etwas diffus klingen, alle Anwesenden sind aber mehr als vorsichtig und es ist genug Platz, sodass man sich keine Sorge machen muss.

Ein Mitarbeiter bekommt ungefähr im Fünf-Minuten-Takt Zettel angereicht, auf dem die Ergebnisse stehen. Er ruft dabei nicht etwa die Namen, sondern die Testnummern auf – die solltet ihr also unbedingt parat haben.

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Personen werden nach vorne gebeten, um ihre Ergebnisse abzuholen. Die Stimmung ist ruhig, aber etwas angespannt. Es hat etwas von der Zeugnisvergabe früher – endlich ist es aber mal frohe Kunde, wenn ich mit einem negativen Ergebnis nach Hause komme.

Als Allergiker 15 Minuten lang am Volksgarten zu verharren, nachdem mir kurz zuvor in meiner Nase herumgespielt wurde, erweist sich als größte Herausforderung. Als ich irgendwann doch nießen muss, ruft der Mitwartende neben mir „Corona!“. Er muss danach lachen, hat offensichtlich selbst mit Heuschnupfen zu kämpfen. Während ich etwas schmunzeln muss, drehen sich sieben Wartende zu uns und starren uns verdutzt an – Pointe im Eimer.

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Zwei gute Nachrichten gibt es dann: Die Wartenden wurden deswegen zum Glück nicht hysterisch und nach einer knappen Viertelstunde werde ich aufgerufen – der Test ist negativ und ich kann beruhigt nach Hause gehen.

Schnelltest Ergebnis Thiel Düsseldorf Corona
Das Testergebnis unseres Mitarbeiters ist negativ. Foto: Daniel Thiel

Fazit: Schon bei den kostenpflichtigen Schnelltests, die ich in den vergangenen Monaten gemacht habe, bin ich überrascht gewesen, wie schnell und unkompliziert die Abwicklung abläuft. So ist es auch beim neuen kostenlosen Testangebot der Stadt.

Um 12.03 Uhr hat mich die Mitarbeiterin am Eingang nach meinem Namen gefragt, um 12.06 habe ich dann schon im Wartebereich gestanden – von Tür zu Tür war ich nicht einmal 45 Minuten unterwegs.

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Am Dienstagmittag war von Chaos keine Spur, womöglich geht es zu anderen Testzeiten auch mal etwas hektischer zu. Dafür, dass das Projekt „Kostenlose Selbsttests“ erst eine Woche läuft, hätte ich es deutlich ruckelnder erwartet – in meinen Fall war es nahezu reibungslos und zum Glück mit gutem Ergebnis!