Konzert Musik Großveranstaltung Publikum
Foto: Shutterstock.com/Melinda Nagy

Für die Eventbranche ist Corona seit eineinhalb Jahren eine Katastrophe in Dauerschleife. Konzerte und Großveranstaltungen werden abgesagt, neu terminiert, wieder abgesagt oder in deutlich abgespeckter Form digital ausgetragen. Mit der neuen Coronaschutzverordnung in Nordrhein-Westfalen können wieder größere Events stattfinden. Doch wie reagieren die Veranstalter? Wir haben mit der Eventfirma D.Live gesprochen.

Planbarkeit der Großevents bleibt 2021 schwierig

Mit der neuen 3G-Regelung stehen allen geimpften, genesenen und getesteten Menschen selbst bei einer Inzidenz über 35 wieder viele Angebote des gesellschaftlichen Lebens offen. Dazu zählen auch Konzerte, Feste und große Events. Und die gehören für das Unternehmen D.Live in Düsseldorf zum Tagesgeschäft. Die städtische Tochter vermarktet unter anderem die Merkur Spiel-Arena, den PSD Bank Dome, die Mitsubishi Electric Halle und das Open-Air-Kino.

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Im Interview verrät uns Pressesprecher Marcel Ortmanns, ob die neuen Corona-Regeln direkte Auswirkungen haben und wo weiterhin die Schwierigkeiten für die Branche liegen.

Welche Auswirkungen hat die neue Corona-Schutzverordnung auf die unmittelbare Planung im August und September?

Marcel Ortmanns (D.Live): „Konzerte und Shows werden mit vielen Wochen (manchmal Monaten) Vorlauf geplant. Deshalb sind die Veranstaltungen für die kommenden Wochen schon vor einiger Zeit verlegt oder abgesagt worden. Das Ansetzen neuer Shows ist so kurzfristig leider nicht umsetzbar.

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Unabhängig davon freuen sich die bereits eingebuchten Veranstalter über die Erleichterungen und erhöhten Kapazitätsmöglichkeiten, auch wenn sie nun die bereits angemeldeten Veranstaltungsunterlagen überarbeiten müssen.“

Was bedeuten die erhöhten Kapazitätsmöglichkeiten konkret?

„Um es an zwei Locations zu verdeutlichen: In der Mitsubishi Electric Halle dürfen wir nun 5.000 Gäste empfangen, im PSD Bank Dome sogar über 15.000.“

Könnt ihr schon neue Konzerte oder Events bestätigen?

„Die neue Verordnung ist gestern erst erschienen! (lacht) Seitdem gibt es leider noch keine neuen Buchungen – aber wir sind bereit!“

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Thema Planungssicherheit: Wie fühlt ihr euch dabei, dass die Planung vorerst nur auf einen Monat begrenzt ist?

„Es ist und bleibt schwierig, mit solchen Fristen zu planen. Wir verstehen, dass die Lage dynamisch bleibt und man das aktuelle Infektionsgeschehen im Blick behalten muss. Die Künstler können mit so wenig Vorlauf allerdings keine Tourneen planen. Für Veranstalter und Künstler ist es immens schwierig, Events mit so wichtigen und sich gleichzeitig so schnell verändernden Parametern mit viel Vorlauf zu planen.“

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Und wie sieht die Zukunft der D. Live Schnellteststationen in Düsseldorf aus?
Aktuell gibt es bei den festen Stationen PSD Bank Dome und Oststraße aufgrund der neuen Verordnung keine Planänderung, also bleiben diese zunächst an sechs Tagen pro Woche geöffnet. Die mobilen Einheiten werden weiter nach Bedarf eingesetzt. Sollte es signifikant rückläufige Testnachfragen geben, werden wir aber an allen Teststellen unser Angebot anpassen.“

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Panama Open Air Festival: Veranstalter freuen sich über neue Corona-Regeln

Insgesamt fallen die Reaktionen in der Eventbranche sehr unterschiedlich aus. Die Veranstalter des „Panama Open Air Festival“ freuen sich über die Zusage der Stadt, dass sie am 10. und 11. September im Freizeitpark Rheinaue Bonn öffnen zu dürfen. 10.000 Festival-Fans sollen dort dann ohne Maske und Abstand bei der „Surprise Edition“ gemeinsam feiern und tanzen.

Auch die Veranstalter von „Kölle singt“ planen jetzt mit einem Großkonzert am 3. Oktober in der Lanxess Arena in Köln. Und auch der Kölner Karneval plant weitestgehend eine normale Session mit der 3G-Regel.

Anderen dagegen fehlt weiterhin eine Perspektive für Events ohne Einschränkungen. Und so setzen immer mehr auf die 2G-Regel – wie etwa die Düsseldorfer Karnevalisten. Hier dürfen nur Geimpfte und Genesene teilnehmen.