Zwischen Uni-Bibliothek und Dauerkater

Geheimtipps und Überlebensstrategien für Erstis

Zwischen Uni-Bibliothek und Dauerkater: Geheimtipps und Überlebensstrategien für Erstis Zwischen Uni-Bibliothek und Dauerkater: Geheimtipps und Überlebensstrategien für Erstis Foto: Andreas Bretz

Neue Stadt, neue Wohnung, neue Freunde, neues Glück – zum Wintersemester stürmen wieder zehntausende Neu-Studenten die Hochschulen. Und egal ob gerade frisch nach dem Abi oder schon mit Bachelor-Zeugnis in der Tasche: Bei so viel Neuem auf einmal verliert man schnell mal den Überblick. Zum Glück hat unsere Autorin Marlena die wichtigsten Überlebenstipps für Erstsemester aller Art für euch zusammengestellt!

Und sie muss es wissen – als Neu-Masterstudentin an der Uni Bonn macht sie den ganzen Ersti-Spaß nämlich gerade schon zum zweiten Mal mit. Hier erfahrt ihr, wie ihr euch im ersten Semester über Wasser haltet, was ihr unbedingt tun solltet und was ihr besser sein lasst.

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Beteilige dich an der Ersti-Woche

Die Ersti-Woche ist ein Event, bei dem sich die einzelnen Fachschaften traditionell mit albernen Trinkspielen gegenseitig überbieten. In der Regel gibt es eine Stadtralley, bei der du und dein Team planlos durch die Stadt lauft und euch betrinkt, eine Kneipentour, bei der du und deine Kommilitonen unter Anleitung der Fachschaft planlos durch die Stadt lauft und euch betrinkt und eine Ersti-Party, bei der du, deine Kommilitonen, die Fachschaft und verschiedene andere Personen an einem Ort zusammenkommt und euch betrinkt.

Das Ganze mag auf den ersten Blick etwas platt wirken (ist es auch), hat aber vor allem aus sozialer Sicht durchaus seinen Sinn (außerdem gibt es meistens massenhaft Alkohol umsonst). Die Ersti-Woche ist die Phase, in der man planlos mit Facebook-Freundschaftsanfragen um sich werfen kann, ohne aufdringlich zu wirken und in der sich erste Gruppen-Muster etablieren, die oft jahrelang Bestand haben. Außerdem ist sie noch Jahre später der Ausgangspunkt von zahlreichen nostalgischen Kennlern-Anekdoten ("Weißt du noch, wie wir uns getroffen haben? Das war damals auf der Ersti-Woche, als du vor den dm gekotzt hast!").

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Schwänze die Bibliotheksführung

Das Bibliothekspersonal ist wie die liebe dicke Mami der Uni, die immer besorgt ist, ob du wohl auch genug isst. Gerade als Bachelor-Ersti hält man dich dort für den kleinen Moses, der gerade frisch im Binsenkörbchen angeschwemmt wurde und erstmal aufgepäppelt werden muss. Deshalb bietet man dir im ersten Semester mindestens drei Bib-Rundgänge und zwei Powerpoint-Präsentationen zur Recherchekompetenz an, die dir Dinge erklären, die du bis zur Promotion nicht brauchen wirst.

Es ist daher vollkommen ausreichend, EINE der Veranstaltungen zu besuchen und dir die Basics zu merken (Buch im Online-Katalog suchen – Buch aus dem Regal holen – Buch ausleihen – Buch lesen. Das schaffst du schon.), der Rest ergibt sich später von alleine. Und mithilfe von Google.

Als überambitionierte Streberin habe ich damals den Fehler gemacht, mir den ganzen Spaß dreimal anzuhören und habe daraus (bis auf große Fortschritte in meinen Angrybirds-Skills) nicht besonders viel mitgenommen.

Vertraue niemandem und erwarte nicht zu viel

Ob im Büro, beim Gaming oder im TV: Die Top 10 der heftigsten Ausraster Ob im Büro, beim Gaming oder im TV Die Top 10 der heftigsten Ausraster Zum Artikel » Das gilt vor allem für das Prüfungsamt (und das WLAN). Wenn die Bibliothek der mütterliche Schoß der Uni ist, ist das Prüfungsamt die großväterliche Streckbank. Man legt dort besonders viel Wert darauf, dir zu zeigen, wie lästig du bist und wie unverschämt deine Forderungen sind.

Für die Bearbeitung deines wie auch immer gearteten Antrags solltest du deshalb möglichst einen Zeitraum zwischen sieben Monaten und 12 Jahren einplanen, um das Prüfungsamt nicht unter Druck zu setzen und seinen Zorn auf dich zu ziehen. Wenn du mal dringend ein Dokument benötigst, frag am besten nett nach und bring Kuchen mit. Haha, kleiner Scherz, wenn du mal dringend ein Dokument benötigst, bist du am Arsch.

Gehe unter der Woche feiern

Als Student bist du in der luxuriösen Position, den ganzen Tag nichts tun zu dürfen und von der Gesellschaft trotzdem als eine Art intellektuelles Wunderwesen angesehen zu werden. Das solltest du ausnutzen, indem du deine Party-Exzesse vom Wochenende auf Mittwoch oder Donnerstag verlegst (oder erweiterst). Denn unter der Woche gibt es nicht nur Getränke-Specials in vielen Bars, sondern du sparst in Clubs auch oft den Eintritt und durch das überwiegend studentische Publikum herrscht meistens eine entspanntere Atmosphäre. Am Wochenende kannst du dann Lesungen oder Kunstaustellungen besuchen oder was Mitglieder der jungen Bildungselite eben so tun.

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Iss in der Mensa niemals etwas, das mit "Buntes" beginnt

"Buntes" ist in der Mensa-Sprache ein Euphemismus für "was gestern übrig geblieben ist" und beschreibt in den seltensten Fällen ein kulinarisches Highlight. Bei "Buntem Gemüse" kann man in der Regel nochmal ein Auge zudrücken, "Buntes vom Schwein" ist da schon gefährlicher. Alle Alarmglocken schrillen sollten allerdings bei "Buntem Allerlei" für 1,20 Euro, denn das kann von Rahmspinat mit Kaiserschmarrn bis zu pürierten Hundewelpen wirklich alles sein.

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Gib nicht gleich auf

Das erste Semester hält in den wenigsten Fällen die ultimativen inhaltlichen Schmankerl bereit. In der Regel besteht dein Stundenplan aus Kursen, die mit den klangvollen Worten "Einführung in…", "Grundbegriffe der…" oder "„Langweilige Theorien und Laberrhabhaber für…" beginnen und mit sinnlosen Auswendiglern-Klausuren abgeschlossen werden.

Das macht oft nicht so richtig viel Spaß, aber deswegen gibt es ja auch die ganzen Ersti-Partys, um dich bei der Stange zu halten. Also halt durch und wechsel nicht direkt das Fach, ab dem dritten Semester wird alles besser! Denn dann kommen die neuen Erstis und du verspürst plötzlich ein starkes Gefühl von Reife und intellektueller Überlegenheit. Und wahrscheinlich einen Kater. Du bist schließlich Student.