Steckmöbel-Idee „Y-Furniture“

Düsseldorfer Unternehmerin entwickelt „Lego“-Möbel für Kinder

Steckmöbel-Idee „Y-Furniture“: Düsseldorfer Unternehmerin entwickelt „Lego“-Möbel für Kinder Steckmöbel-Idee „Y-Furniture“: Düsseldorfer Unternehmerin entwickelt „Lego“-Möbel für Kinder Foto: Marc Ingel
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Die Düsseldorferin Yuliya Gebel hat Möbel entwickelt, die wie buntes Spielzeug aussehen und ohne eine einzige Schraube auskommen. Die Nachfrage steigt stetig: „Kinder rasten aus, wenn sie das sehen“, erzählt sie.

Yuliya Gebel hatte eine Idee, an die sie ganz fest glaubte. Andere taten das nicht. Lange hat sie vergeblich nach jemandem gesucht, der ihre Möbellinie für das Kinderzimmer, bei der sich farbenfrohe Holzbausteine flexibel ineinander stecken lassen, in die Tat umsetzt. Das sei technisch unmöglich, hieß es. Als sie dann in ihrem Heimatland Ukraine fündig wurde und mit den ersten Unikaten nach außen warb, war das Entsetzen bei den potenziellen Herstellern plötzlich groß. „Jetzt bekomme ich fast täglich Prototypen in den Laden. Die, die mich vorher ausgelacht haben, sind plötzlich ganz heiß darauf, mit mir zusammenzuarbeiten“, erzählt sie. Y-Furniture hat sie die Kollektion genannt. Und die Reaktion bei dem Klientel, das sie ansprechen will, sei ausnahmslos positiv: „Kinder rasten aus, wenn sie das sehen“, berichtet Gebel von einer konkreten Befragung unter Jungen und Mädchen.

Seit drei Jahren leitet sie den Designmöbelstore ThatsY (das Y deutet auf den wiederkehrenden Buchstaben in ihrem Vornamen hin) an der Bahnstraße 16, in dem nun auch die Möbel im Lego-Style angeboten werden. Yuliya Gebel kam vor 20 Jahren nach Deutschland. „Ich habe anfangs Altenheime geputzt und bei McDonald’s gearbeitet, dann aber BWL studiert und war zehn Jahre in einer Spedition kaufmännisch tätig“, erzählt die 37-Jährige. „Schon damals habe ich immer die Möbel umgestellt“, lässt sie durchblicken, wie lange sie schon mit dem Gedanken, eine eigene Linie zu kreieren, gespielt hat. Das Geschäft hat sie dann zunächst mit einem Partner zusammen eröffnet, den dann aber ausgezahlt, als sich herausstellte, „dass er es mit der pünktlichen Auslieferung nicht so genau nahm“. Jetzt ist Yuliya Gebel ihr eigener Chef, „mit tollem Personal aus kompetenten Innenarchitekten und Möbeldesignern, die alle mit Herzblut bei der Sache sind“.

Flexible Möbelstücke

Vor gut einem halben Jahr nahm diese Lego-Idee immer konkretere Formen an. „Gerade für das Kinderzimmer gibt es nichts Innovatives, alles sieht irgendwie gleich aus und ist dann meist noch aus Kunststoff“, sagt die Mutter von drei Kindern, die ständig auf Möbelmessen von Mailand bis Paris unterwegs ist und daher weiß, wovon sie redet. Was sie an ihren Steckmöbeln mit dem kindgerechten Design so praktisch findet: „Es werden weder Schrauben noch Schraubenzieher benötigt – man kennt das ja, die Schwierigkeiten mit dem Aufbau bei diesem skandinavischen Möbelriesen“, kann sich Gebel einen Seitenhieb an die Konkurrenz nicht verkneifen. Und: „Alles ist flexibel einsetzbar, aus einem Tisch lässt sich auch ein Bett bauen und umgekehrt.“ Noch werden die einzelnen Möbelstücke auf Bestellung angefertigt, sind die schon zusammengesetzten Einrichtungsgegenstände nicht unbedingt billig. So kostet ein Bett um die 600, ein Schrank fast 900 Euro, ein Stuhl ist auch schon für unter 300 Euro zu haben. Zudem müssen sich Kunden in Geduld üben, die Lieferzeit beträgt sechs bis acht Wochen. „Aber wenn die Nachfrage stimmt, kann ich auch in höherer Stückzahl vorproduzieren lassen, das wirkt sich dann selbstverständlich auch positiv auf den Preis aus“, sagt die Geschäftsfrau.

Yuliya Gebel mag auch branchenübergreifende Events, mit einem solchen wurde Y-Furniture jetzt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei wurde auch Kindermode vorgeführt, ein „Sound-Artist“ sorgte für die Untermalung. „Man muss sich schon etwas einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit der Leute zu erhalten“, erklärt die 37-Jährige, die bei dieser Veranstaltung an der Bahnstraße eines der Möbelstücke aus der neuen Kindermöbelkollektion an die Uniklinik für krebskranke Kinder spendete.

Quelle: RP