Das Geschäft mit den Komplexen

So viel verlangen Stars für ihre Fitness-Programme

Das Geschäft mit den Komplexen: So viel verlangen Stars für ihre Fitness-Programme Das Geschäft mit den Komplexen: So viel verlangen Stars für ihre Fitness-Programme Foto: Screenshot Instagram

Während die eine Hälfte der Bevölkerung immer fetter wird, wird die andere Hälfte immer fitter. Low-Carb, Detox, Fitnessblogs und Activewear – rund um die körperliche Selbstoptimierung ist eine riesige Industrie entstanden. Kein Wunder also, dass auch diverse C-Promis ein Stück vom veganen Vollkornkuchen abhaben wollen und versuchen, ihre schwindenden Karrieren mit kostspieligen Online-Fitnessprogrammen zu retten. Wir haben uns ein paar der bekanntesten Programme mal genauer angeschaut.

Bodychange by Detlef D! Soost

Dauer: 10 Wochen
Kosten: 79 Euro

Was früher „I make you sexy“ war, ist jetzt „From now to wow“. Was genau das bedeutet, erfährt man allerdings erst, wenn man die 79 Euro Anmeldegebühr bezahlt. Bis auf ein paar beeindruckende Vorher-Nachher-Bilder von Daniela Katzenberger und Dette himself hat die Website nämlich nicht allzu viel zu bieten. Aber hey, „wow“ will doch schließlich jeder sein.

Mach dich krass by Daniel Aminati

Dauer: 8 Wochen
Kosten: 79 Euro

Daniel Aminatis Programm stützt sich auf die drei innovativen Grundpfeiler „Krasses Training“, „Gesundes Essen“ und „Super Motivation“ - eine Kombination, auf die man nur nach langjähriger Tätigkeit in der Wissenschaft (oder bei Galileo) kommen kann. Absolut krass.

Sophia Thiel

Dauer: 12 Wochen
Kosten: 99 Euro

Sophia Thiel ist eigentlich gar kein Promi. Dank eine penetranten Werbekampagne auf allen erdenklichen Kanälen hat sich ihr Gesicht inzwischen allerdings so fest in unsere Köpfe eingebrannt, dass wir sie schon ewig zu kennen glauben. Hinter ihrem Programm steckt dasselbe Unternehmen, wie hinter dem von Daniel Aminati – also wahrscheinlich auch die gleichen Inhalte. Aber wieso nur einmal vermarkten, wenn man das gleiche auch nochmal in pink an die Frau bringen kann?

BossTransformation by Kollegah

Dauer: 12 Wochen
Kosten: 197 Euro

Scheiß auf definierte Muskeln, mit der BossTransformation erreichst in 12 Wochen jeder „die stahlharte Optik eines durchtrainierten 300-Kriegers“, und zwar „egal ob Schwabbel, Fettsack, Durchschnittstyp oder abgemagerter Spargeltarzan“. Das klingt doch super. Und das beste: Dich von Kollegah in einen angsteinflößenden Knastbruder verwandeln zu lassen, kostet dich nur schlappe 200 Euro.

Size Zero by Alina Schulte im Hoff

Dauer: 10 Wochen
Kosten: 299 Euro (!!!!)

Wenn Knastoptik nichts für dich ist, du aber trotzdem möglichst viel Geld für möglichst wenig Leistung ausgeben möchtest, dann ist Size Zero vielleicht etwas für dich! Für das Runterhungern auf Größe 32 wirbt hier Fitnessbloggerin Alina Schulte im Hoff – der Slogan: „Hol dir das Foto deines Lebens!“ Denn wie willst du mit größe 38 jemals ein gutes Foto von dir machen? Hm? Hmm??

 

Ein Beitrag geteilt von(@alina_schulte_im_hoff) am 18. Jun 2017 um 23:50 Uhr

Das Fazit

Regelmäßiges Training, gesundes Essen und ausreichende Motivation – das ist das universelle Geheimrezept hinter allen Programmen. Variieren tun dabei höchstens Dauer, Preis, Fokus und die Hintergrundfarbe der Workout-Videos. Im Grunde zahlt man also viel Geld für eine einfache Botschaft, die einem eigentlich schon vorher bekannt war und die sich auch durchaus ohne Anleitung von Dette Soost umsetzen lässt.

Noch viel schlimmer ist allerdings, wie penetrant die Massen an verschiedenen Programmen inzwischen vermarktet werden. Im Fernsehen, an Hauswänden, im eigenen Social-Media-Feed – überall wird man von unrealistisch muskulösen Fitnessbossen auf die Unzulänglichkeiten des eigenen erbärmlichen Körpers hingewiesen. Denn genau das ist das Ziel: Die Leute müssen sich so scheiße fühlen, dass sie sich die Veränderung auch mal 300 Euro kosten lassen.

Wir kaufen uns dafür lieber eine zweijährige Fitnessstudio-Mitgliedschaft. Und ne Pizza.

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