Neue Snapchat-Funktionen

Mit "Memories" verrät Snapchat sich selbst

Neue Snapchat-Funktionen: Mit "Memories" verrät Snapchat sich selbst Neue Snapchat-Funktionen: Mit "Memories" verrät Snapchat sich selbst Foto: Screenshot Snapchat, Screenshots Instagram

Snapchat ist unter Social-Media-Usern zur Zeit der allerheißeste Shit. Teenies verbringen in dieser App ihr gesamtes Leben, Promis geben dort Einblicke in ihr Privatleben und unsere Freunde können wir jederzeit mit einem einzigen Klick auf dem Laufenden halten. Doch mit der neuen Funktion "Memories" ändert sich jetzt alles.

Der besondere Reiz an Snapchat war immer seine Spontanität: Bilder und Videos werden als authentische, weitgehend ungeschönte Momentaufnahmen unmittelbar nach dem Aufnehmen verschickt und verschwinden nach spätestens 24 Stunden wieder aus unser aller Handys, Timelines und Köpfen. In einer Welt, die uns auf sämtlichen Kanälen mit einem nicht enden wollenden Strahl aus zu Tode gefilterten Selfies, Tweets und Imagevideos zumüllt, war dieses Feature eine äußerst willkommene Abwechslung.

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Ein Hoch auf den Einheitsbrei

Doch dank "Memories", einer neuen Funktion, die Snapchat innerhalb der kommenden 30 Tage flächendeckend aktivieren will, ist mit all dem jetzt Schluss. Memories ermöglicht es, Snaps in einer integrierten Galerie zu speichern, später wiederzuverwenden, neu zu bearbeiten oder zu neuen Storys zusammenzufügen. Auch Fotos und Videos aus dem normalen Foto-Album des Handys können nun benutzt werden, was vorher nicht möglich war.

Um alte Inhalte zu kennzeichnen, werden alle Snaps, die später als 24 Stunden nach der Aufnahme gepostet werden, von Snapchat automatisch mit einem weißen "Throwback"-Rahmen versehen. Klingt doch super, endlich werden meine Snaps noch schöner und ich kann viele lustige Erinnerungen posten! Und wo ist jetzt das Problem?

#goodlife entert Snapchat

Schöne Strände, heiße Posen und gnadenlose Selbstdarstellung: So hält Alexis Ren ihre 5 Millionen Instagram-Fans bei der Stange Schöne Strände, heiße Posen und gnadenlose Selbstdarstellung So hält Alexis Ren ihre 5 Millionen Instagram-Fans bei der Stange Zum Artikel » Das Problem ist, dass Snapchat damit sein einziges Alleinstellungsmerkmal verliert. Mit authentischen Momentaufnahmen ist es jetzt vermutlich erstmal vorbei. Was bleibt sind dieselben gestellten, geschönten und unrealistischen Bilder von Stränden, OOTD’s und Quinoa-Avocado-Bowls, die uns schon bei Instagram lange auf den Sack gehen. Die Tatsache, dass "Memories" in dem zugehörigen Werbevideo (siehe unten) ausgerechnet mit dem perfekten Zahnpastalächeln von Instagram-Beauty und Profi-Selbstdarstellerin Alexis Ren promotet wird, ist da eigentlich schon fast selbstironisch.

Die einzig gute Nachricht: Dank der ebenfalls neu eingeführten "My Eyes Only"-Funktion, einem Passwort-geschützen Ordner in eurer "Memories"-Galerie, sind eure Dickpics und Boobshots weiterhin sicher vor neugierigen Blicken und ihr könnt die in Lo-Fi getauchten Urlaubs-Erinnerungen auf eurem Handy bedenkenlos euren Freunden präsentieren. Na puh!