Kinder-Fotos auf Instagram

Wo eine "Mommy-Bloggerin" Grenzen zieht

Kinder-Fotos auf Instagram: Wo eine "Mommy-Bloggerin" Grenzen zieht Kinder-Fotos auf Instagram: Wo eine "Mommy-Bloggerin" Grenzen zieht Foto: ms_evas
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Ob vom neuesten Schuh, dem Spaziergang im Wald oder ganz privat im Bettchen: Immer mehr Mütter veröffentlichen Fotos von ihren Kleinen öffentlich auf Instagram. Auch Eva (24) aus Düsseldorf begeistert mit ihrem Blog 14.000 Fans. Beim Thema Nacktheit zieht sie klare Grenzen.

Eva ist 24 Jahre alt, hat Psychologie studiert, arbeitete als Aushilfe bei einem Mode-Unternehmen, ist zweifache Mutter und sogenannte "Mommy-Bloggerin". Die junge Frau dokumentiert auf ihrem Instagram-Account "ms_evas" die emotionalen Höhen und Tiefen einer jungen Großstadtmutter. Über 14.000 Instagram-User folgen der Düsseldorferin bereits. Ihren Nachnamen möchte sie nicht nennen, damit ihre Kinder nicht identifizierbar sind.

"Für mich ist der Blog auf Instagram eine Art Tagebuch. Ich poste hier Bilder meiner beiden Kids und Erlebnisse aus meinem Alltag als Single-Mutter", erzählt die 24-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Ihre Kinder sind der zweijährige Julius und die neun Monate alte Yuna.

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"Richtig "explodiert" sei ihr Blog erst zu Beginn ihrer zweiten Schwangerschaft, sagt Eva. "Anfangs habe ich Instagram eigentlich nur zum Bearbeiten von Fotos genutzt und hatte mein Profil auch nicht öffentlich. Aber irgendwann fand ich es schön, das Lächeln von Julius mit allen zu teilen", erzählt die Düsseldorferin. Neben viel positivem Zuspruch hagelt es aber manchmal auch Kritik: Einige Menschen können nicht verstehen, warum eine Mutter ihre Kinder öffentlich zeigt und die Fotos für jeden zugänglich sind.

"Nackte Haut hat im Internet nichts zu suchen"

Auf solche Kommentare hat Eva eine klare Antwort: "Ich veröffentliche keine Fotos, auf denen meine Kinder viel Haut zeigen oder in Windeln zu sehen sind. Nacktheit hat meiner Meinung nach nichts im Internet zu suchen", sagt die junge Mutter. Auch auf die Nachfrage, ob ihre Kinder sich später nicht einmal wegen der vielen Bilder schämen werden, bezieht Eva klar Stellung. "Ich veröffentliche keine Fotos, die meinen Kindern irgendwann peinlich sein könnten oder zu ihrem Nachteil werden. Vielmehr freue ich mich, wenn man später eine Art Bildertagebuch von unserem Leben hat."

Das Bloggen ist für Eva zwar ein Hobby, einen netten Nebeneffekt hat es trotzdem: Durch die hohe Zahl ihrer Follower verdient die junge Frau ein bisschen Geld mit ihrem Blog. "Davon leben kann man natürlich nicht. Aber es ist schön, dass ich durch das Posten ab und an kleine Geschenke bekomme", sagt die Düsseldorferin. Den einen oder anderen Euro verdienen ihre Kids sogar schon selbst- allerdings nicht über das Blog. "Da der Papa selber modelt, wurden die Kleinen bereits in eine Modelkartei aufgenommen und stehen hin und wieder vor der Profi-Kamera", erzählt Eva. Das verdiente Geld wandert dann sofort auf das Sparbuch der Kleinen.

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Das "Mommy-Blogging" steht in Deutschland zwar noch in seinen Kinderschuhen, in Amerika ist es aber bereits ein richtiger Trend. "Die Menschen wollen keine perfekt angerichteten Mahlzeiten oder aufwendig gestylte und völlig alltagsuntaugliche Kleidungsstile sehen. Vielmehr will man sehen, wie ganz normale Menschen ihr Leben meistern. Und mal ganz ehrlich: Wer kocht schon jeden Tag wie ein Sterne-Koch oder hat die Zeit und die Muße, sich zu kleiden wie ein Topmodel?", sagt Eva. Sie lasse sich zwar über Fashion- und Food-Blogs gerne inspirieren, bevorzugt in ihrem Blog aber die Darstellung "der Realität". Dazu gehört auch, dass sie die Trennung von dem Vater ihrer Kinder öffentlich gemacht hat. "Irgendwann hat es mir wehgetan, wenn meine Follower immer wieder nach Bildern von uns Vieren gefragt haben. Daher habe ich in einem Post bekannt gegeben, dass ich mit dem Vater von Julius und Yuna nicht mehr zusammen bin. Eine Trennung gehört nun mal zur Realität dazu - das muss ich nicht im Internet vertuschen."

Mit dem Bloggen auf Instagram ist Eva nicht länger als eine Stunde am Tag beschäftigt. Im Januar, wenn sich die Jüngste an ihre Tagesmutter gewöhnt hat, will die zweifache Mutter wieder arbeiten gehen. Und dann steht auch noch ein Studium auf dem Plan. Psychologie soll es aber nicht mehr sein. "Vielleicht was mit Menschen oder mit Mode. Mal sehen, ich bin ja noch jung", sagt sie.

Quelle: RP