Erster Laden in Flingern

Einkaufen ganz ohne Verpackung

Erster Laden in Flingern: Einkaufen ganz ohne Verpackung Erster Laden in Flingern: Einkaufen ganz ohne Verpackung Foto: Andreas Bretz
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Der erste Düsseldorfer Unverpackt-Laden eröffnet bald in Flingern. Inhaberin Christina Rau will ihre Produkte ohne Plastikhüllen oder Pappkartons anbieten. Die Kunden sollen selbst Behälter mitbringen.

Ein Becher Joghurt ist schnell ausgelöffelt, eine Tüte Chips ruckzuck verputzt, doch die Zersetzung des zurückbleibenden Plastikmülls kann bis zu 450 Jahre dauern, was eine hohe Umweltbelastung bedeutet. Doch ein Blick in die aktuelle Supermarkt- und Discounterlandschaft zeigt, dass alle Lebensmittel eines gemeinsam haben: Sie sind verpackt, nicht selten sogar doppelt oder dreifach. Die Idee eines Supermarktes, in dem man unverpackte Lebensmittel kaufen und damit aktiv an der Müllvermeidung sowie Ressourcenschonung mitwirken kann, erschien Christina Rau als die Lösung, um nachhaltiger zu leben.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Vor ungefähr drei Jahren stellte sie ihre Ernährung auf gesundheitsbewusste und vollwertige Mahlzeiten um. Der Denkanstoß kam durch das Buch "Besser leben ohne Plastik", das Rau zufällig auf dem Weihnachtsmarkt entdeckte. Sie überlegte, wie sie Plastik im Alltag vermeiden könnte und stieß neben den unverpackten Lebensmitteln sogar auf einen nachhaltigeren Kosmetikbereich.

Unverpackt Laden - image/jpeg Mit ihrem Unverpackt-Laden möchte Christina Rau Menschen den Zugang zu einem plastikfreien Alltag ermöglichen.

Bald eröffnet Christina Rau nun den ersten Unverpackt-Laden in Düsseldorf, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In Flingern an der Lindenstraße sollen Kunden in der "Flinse & Co." umweltbewusst verpackungsfreie Lebensmittel sowie Non-Food-Produkte einkaufen können. Die heute 49-Jährige hat lange in Düsseldorf gearbeitet. Seit zehn Jahren lebt sie in Erkrath, möchte aber, wenn ihre Kinder aus dem Haus sind, auch privat nach Flingern ziehen.

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Christina Raus Konzept ist simpel. Der Käufer bringt eigene, wiederverwendbare Behältnisse mit, in die er selbst dosierte Warenmengen abfüllen kann. Durch dieses Vorgehen soll es unter anderem auch weniger Lebensmittelverschwendungen geben. Wer keine Behältnisse dabei hat, kann sie im Geschäft in unterschiedlichen Größen kaufen. Und wer Tipps und Anregungen für eine nachhaltige Lebensweise sowie Anwendungsmöglichkeiten für die angebotenen Produkte braucht, der bekommt sie in der Flinse gratis dazu.

Das Warensortiment ist überschaubar

Sowohl Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Hülsenfrüchte, Gewürze und Kräuter aber auch Süßigkeiten und Honig gehören zum Sortiment. Dazu kommen Non-Food-Artikel aus den Bereichen Pflege, Putzen und Waschen, Einkaufen und Aufbewahren sowie Kochen und Backen - eben alles, was den Alltag ohne Plastik für jeden zugänglich machen soll. Die Preise werden sich an denen von Bioläden orientieren, demnach wird die Ware deutlich hochpreisiger sein als die Lebensmittel in normalen Supermärkten. Die Produkte sind dafür überwiegend regional und fair gehandelt. Die Lieferanten sollen zukünftig auf der Homepage der Flinse angegeben werden.

Neben der umweltschonenden Lebensweise legt Christina Rau ebenso großen Wert auf die Gesundheit des Körpers. So bietet sie in der Flinse eine Getreide- und Flocken-Bar sowie eine Kaffeemühle an, denn wie sie sagt "bleiben die hochwertigen Inhaltsstoffe des Getreidekorns, wie Spurenelemente und Mineralstoffe im frisch gemahlenen Mehl erhalten". Mit dem Unverpackt-Laden möchte Christina Rau auch anderen Menschen den Zugang zu einem plastikfreien Alltag und einer gesunden Lebensweise ermöglichen. "Ich habe versucht, die erste in Düsseldorf zu sein, die einen Laden dieser Art eröffnet, und ich glaube, das ist mir gelungen", erzählt Rau und lacht.

Quelle: RP