Ausverkauf in Düsseldorf

Die letzten Schnäppchen

Ausverkauf in Düsseldorf: Die letzten Schnäppchen Ausverkauf in Düsseldorf: Die letzten Schnäppchen Foto: Nicole Lange
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Bei Saks Off 5th hat der Räumungsverkauf begonnen. In diesen Tagen ist das Geschäft im ehemaligen Carschhaus so voll wie nie, viele Kunden kaufen gleich ganze Einkaufskörbe voll. Ein Abschiedsbesuch.

Wenn der Ausverkauf beginnt, ist auch der letzte Glamour schnell verschwunden. Wenn sich anprobierte-aber-nicht-gekaufte Artikel in den Regalen stapeln, ohne große Sorgfalt zurückgeworfen oder auch gleich auf den Boden, während die Kunden sich schon durch den nächsten Kleiderständer wühlen, auf der Suche nach dem ultimativen Schnäppchen. Richtig weit her, das kommt hier dazu, ist es mit dem Glamour ja ohnehin nie gewesen beim Edel-Outlet Saks Off 5th, das zwar viele große und teure Marken in seinen Abteilungen hat, bei vielen Düsseldorfern aber immer den Stempel „etwas ramschig“ trug. Anfang der Woche hat die Kette bei Facebook offiziell bestätigt, dass sie zum 30. Juni schließen will – und fast zeitgleich den Start des großen Räumungsverkaufs angekündigt, der jetzt schon auf vollen Touren läuft.

Im Juni 2017 hatte das Unternehmen im Gebäude des ehemaligen Carschhauses am Heinrich-Heine-Platz seine erste deutsche Filiale eröffnet, im Gepäck ein neues Konzept für die Düsseldorfer Innenstadt. Dessen Kern: Markenartikel zu stark vergünstigten Preisen, ein Designer-Outlet, das man selbst aber nicht so nannte; bei Saks Off 5th bevorzugten sie den Begriff „offprice“. Auf diese ohnehin reduzierten Preise gibt es seit Wochenbeginn nun noch einmal deutliche Rabatte – und das Geschäft ist so voll, wie gefühlt zuletzt am Tag der Eröffnung.

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Dass die Geschäfte nicht gut liefen, hatte das Unternehmen allerdings auch auf Anfrage nie bestätigt. Vermutet haben es dennoch viele, denn Kassenschlangen waren in dem Outlet am Eingang zur Altstadt von Beginn an selten zu sehen. Nun aber kleben in den Fenstern große pink-gelbe Plakate: „Wir schließen“, und am Dienstagmittag stehen die Kunden zeitweise quer durchs Erdgeschoss, an vier Kassen scannen die Mitarbeiter im Akkord Taschen und Hosen, Jacken und Sonnenbrillen, die in großen Einkaufskörben an die Kasse gerollt werden. „Wir nehmen die auch noch, jetzt lohnt es sich“, sagt eine Frau mit sechs großen Handtaschen über dem Arm zu ihrem Mann und sucht nach einem Preisschild. So läuft es, wenn Ausverkauf ist.

Im ersten Obergeschoss, bei der Damenmode, sieht es stellenweise wüst aus – und es geht nicht um Cent-Artikel. Ein Marken-Pullover war vorher von 85 auf 50 Euro reduziert, mit 30 Prozent Ausverkaufs-Rabatt kostet er 35 Euro. Letzteres steht nicht extra drauf, aber man kann es auf den kleinen Rabatt-Tabellen nachschauen, die überall an den Regalen platziert sind. Eine Frau nimmt den Pullover in die Hand, dreht ihn hin und her, wirft ihn in den Einkaufskorb. Bei den Schuhen muss man zwischen einer Reihe hingeworfener Exemplare durchbalancieren, um sich hinzusetzen; eine Gruppe Mädchen probiert sich durch eine Reihe schriller Sneakers. Bei den Jacken hat eine Frau im Eifer des Gefechts ihren Ohrring verloren und krabbelt nun zwischen den Schnäppchenjägern herum, um ihn zu suchen.

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Spürbar ruhiger geht es bei den Herren im dritten Obergeschoss zu, der dunkle Dolce & Gabbana-Anzug für ehemals 399 Euro (den Rabatt müssten Sie jetzt selbst ausrechnen) hängt in einer ordentlichen und noch sehr dichten Reihe und strahlt eine gewisse Würde aus: Den wirft man nicht einfach quer über einen Bügel. Bei der Marken-Unterwäsche lichtet sich das Angebot schon eher, reichlich da sind aber beispielsweise noch die Cristiano-Ronaldo-Shorts, die kaum noch ein Drittel des Originalpreises kosten.

Wenn die Lager des Unternehmens es hergeben, könnte die Schnäppchenjagd noch eine Weile so weitergehen. Die Schließung der deutschen Saks-Filialen ist für den 30. Juni angekündigt, zu diesem Datum wurde auch den Düsseldorfer Mitarbeitern gekündigt.

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Quelle: RP