Ausstellung am Rhein

Junge Kunst im Tunnel

Ausstellung am Rhein: Junge Kunst im Tunnel Ausstellung am Rhein: Junge Kunst im Tunnel Foto: Andreas Krebs
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Im Ausstellungsraum KIT am Rhein zeigen junge Künstler Arbeiten mit Bezug zur Stadt Düsseldorf. Die sehenswerte Schau dokumentiert den Stand gegenwärtiger Kunstproduktion. Es geht mitunter sogar humorvoll zu.

Zum sechsten Mal präsentiert der Verein 701 eine Schau der viel beachteten Ausstellungsreihe "Regarding Düsseldorf". Die Ausstellungsorte wechseln, diesmal ist das KIT Gastgeber für die von Pia Witzmann ausgewählten Künstler . "Sie stehen in Bezug zu Düsseldorf und dem Rheinland und werfen in ihrer Komplexität eine Schlaglicht auf die hiesige Kunstproduktion", so die Kuratorin.

Sie hat zum großen Teil eigens für diesen Tunnel geschaffene Zeichnungen, Videos, Skulpturen und Malerei versammelt, wobei es mit der Malerei so eine Sache ist: Fast alle Künstler erzählen, dass sie keine Pinsel nehmen – es wird geschüttet, geschleudert und geschabt, gedruckt, gesprüht und mit der Hand aufgetragen. Stefan Theissen arbeitet mit Pigmenten auf Nessel und Zahnseide, die sich zeichenhaft wie Rauch über seine Werke schlängelt. Sein Thema ist die Malerei an sich, ihre Verdichtung, Verflüchtigung und Fragilität.

Sarah-Jane Hoffmann schafft mit Projektor, Beamer und Seide eine poetische Installation, ganz dem Klang der Farbe verschrieben: Auf einen in der Form eines Matisse-Triptychon nachempfundenen Rahmen spannte sie weiße Seide und schüttete nebeneinander die drei Farben Blau, Gelb und Pink darüber. Sie vermischen sich kaum, ein Projektor spiegelt ihre verhaltene Annäherung schattenhaft und doch bunt an die Wand, wie ein Farbnebel schwebt der Dreiklang im Raum.

Düsterer geht es bei Özlem Altin zu: Sie übermalt und collagiert Fotografien und Bilder, schwärzt Gesichter mit Tusche oder bearbeitet sie bis zur Unkenntlichkeit am Computer. Sie schafft Menschen und Körper ohne Identität, bedrückend, rätselhaft und faszinierend sind ihre Arbeiten, denn eigentlich harmlose Fotos entwickeln ein Eigenleben, erzählen jedem Betrachter eine eigene Geschichte.

Grandios Felix Burger: Er hat in einjähriger Arbeit sein Leben verfilmt und auf äußerst amüsante und bildgewaltige Weise mit legendären Filmszenen, Darstellern und Regisseuren verquickt. Auch Liv Schwenk hat Spaß: Sie setzt in ihren Performances ihren Körper ein, hier rauscht sie auf einem Video in immer schnelleren Abständen durch das leere KIT. Einen ungewöhnlichen Weg wählt Herbert Willems: Er geht in die Natur, malt und zeichnet in Wiesen und Wäldern, um die Fülle seiner Wahrnehmung bewältigen zu können.

Die wunderschönen Bilder werden in der Schau jedoch nicht zu sehen sein: Er fotografiert sie ab und vergrößert sie, um einen gewissen Grad der Abstraktion und einen malerischen Rhythmus zu erreichen. Diese Form wiederum übersetzt er in pastellfarbene Skulpturen aus Gips, die er in Gruppen arrangiert. So wird die vordere Spitze des KIT zum Dschungel aus seltsamen Halmen, Gräsern und Ästen, die ihr Vorbild auf einer Wiese in Meerbusch haben. Sehenswert.

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Quelle: RP