Konzertreihe in der Kunstsammlung NRW

Kraftwerk - Musikgeschichte live erleben

Konzertreihe in der Kunstsammlung NRW: Kraftwerk - Musikgeschichte live erleben Konzertreihe in der Kunstsammlung NRW: Kraftwerk - Musikgeschichte live erleben Foto: TONIGHT.de/Dariusz Misztal

Elektro-Pioniere, Kult-Gruppe, weltweit gefeierte Band – Superlative, die eins nicht beschreiben können: Ein Konzert von Kraftwerk live in Düsseldorf mitzuerleben! Aber der Reihe nach. Seit Freitag stellen Kraftwerk ihr Gesamtwerk in der Kunstsammlung NRW (K20) mit der Konzertreihe "Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8 " in Düsseldorf vor. Es ist der erste Auftritt von Kraftwerk in Düsseldorf seit 1991. Die acht regulären Auftritte sowie die beiden Zusatzkonzerte waren in Nullkommanichts ausverkauft.

Kraftwerk | Radio-Aktivität (1975) | Samstag, 12. Januar 2013 Kraftwerk | Radio-Aktivität (1975) | Samstag, 12. Januar 2013 Kraftwerk | Radio-Aktivität (1975) | Samstag, 12. Januar 2013 Kraftwerk | Radio-Aktivität (1975) // Sa 12.01.13 Kunstsammlung NRW | K20 29 Fotos Samstag, Punkt 20 Uhr im K20 am Grabbeplatz in der Düsseldorfer Altstadt fällt der Vorhang zum 2. Konzert der Kraftwerk-Reihe und es hallt aus den Lautsprechern der Text: "Wir laden unsere Batterie / Jetzt sind wir voller Energie / Wir sind die Roboter.“ Ein erster Jubel, der nach JEDEM einzelnen Track und sogar in einigen Song-Pausen für Gänsehaut sorgt. Im Ohr hallen noch die Worte eines rund 50-jährigen Vaters nach, der seinem fast volljährigen Sohn minutenlang erklärt, welche Bedeutung Kraftwerk für die Musikgeschichte hat. Es ist kein zufälliges Gespräch, denn ähnliches nimmt man an jeder Ecke des vollen Saals wahr. Wer sich das Publikum anschaut, merkt schnell, dass es vom Alter her bunt gemischt ist. Viele Grüppchen erinnern an einen Familienausflug ins Museum.

Und es hätte wohl keinen besseren Ort für diese Konzertreihe geben können, als das bedeutendste Ausstellungshaus in der Heimatstadt von Kraftwerk: der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen – also nur weniger Meter entfernt von Werken der Künstler Pablo Picasso, Henri Matisse, Paul Klee, Andy Warhol oder heimischen Weltstars wie Joseph Beuys und Gerhard Richter.

Australische „Mensch-Maschine“ bei allen Konzerten

Spätestens nach dem ersten Song ist klar: Das Publikum nimmt dieses Mal an einer ganz besonderen „Ausstellung“ teil. Eine „Ausstellung“ durch die Geschichte einer Band, die es nach dieser Woche in dieser Form wohl nie wieder geben wird. Und wer dabei war, wird wohl auch noch in vielen Jahren seinen Kindern oder Enkeln erzählen, dass er Kraftwerk live und in 3D miterlebt habe. Und das sogar in Düsseldorf!

Kraftwerk rot kunstsammlung nrw k20 (image/jpeg) Die Band Kraftwerk zeigt bei den Konzerten 3D-Ausschnitte ihrer Videos.

Für viele war es schwer, überhaupt an ein Ticket zu kommen. Überlastete Server und schnell ausverkaufte Konzerte machten so manchem Kraftwerk-Fan zu schaffen. Doch gibt es auch die Fanatiker, die durch enormen Einsatz sogar fünf oder gar acht Tickets erwerben konnten, um fast täglich im K20 zu sein. Ein angereister Australier hat es sogar geschafft, sich alle zehn (!!!) Tickets zu besorgen.

Minimalistische 3D-Show

Foto-Ausstellung in Düsseldorf: Menschmaschine: das Gesamtkunstwerk Kraftwerk Foto-Ausstellung in Düsseldorf Menschmaschine: das Gesamtkunstwerk Kraftwerk Zum Artikel » Größtenteils versteinert und ab und an mit einer kleinen Bewegung der Arme stehen die vier Band-Mitglieder an ihren vier Pulten. Dass sie auf diesen per Laptop oder Tablet den Sound und die 3D-Videoanimationen steuern, können die Zuschauer nur erahnen. Vom Publikum wird jede noch so minimalistische Bewegung, jedes Kopfdrehen und jede Veränderung der Mimik wahrgenommen. Wahrgenommen wird auch, dass die Herren schon ein stattliches Alter haben und ein perfekt durchstrukturiertes und inszeniertes Konzert abliefern. Denn um Punkt 22 Uhr ist Schluss. Eine kurze Verabschiedung der einzelnen Band-Teilnehmer. Keine Zugabe. Das war’s.

Doch auch die Gäste verlangen keine Zugabe. Nicht, weil ihnen der Auftritt nicht gefallen hat und nicht, weil sie müde vom zweistündigen Stehen und Mitwippen sind. Es ist eher der Respekt und die Zufriedenheit der Konzert-Besucher, die das Gesehene und Gehörte erst mal verarbeiten müssen. Denn das gerade Erlebte ist eben kein normaler Gig von einer der weltweit bekanntesten Bands. Es ist mehr als eine Ausstellung des 40-jährigen Schaffens von Kraftwerk. Es ist ein Stück Musikgeschichte, bei dem jeder Gast live dabei sein durfte. Nach zwei Stunden sind die Batterien des Publikums aufgeladen und alle voller Energie. Zwar keine Roboter, aber dafür mit einem schier endlosen Lächeln im Gesicht.

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