Bald ist Schluss!

Ratatouille-Chef Sam Keshvari will in Kanada angeln

Bald ist Schluss!: Ratatouille-Chef Sam Keshvari will in Kanada angeln Bald ist Schluss!: Ratatouille-Chef Sam Keshvari will in Kanada angeln Foto: Andreas Bretz
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Fast 20 Jahre lang lebte Sam Keshvari in Düsseldorf und ist erfolgreich in der Gastronomie. Seine Oma gab ihm einen wichtigen Rat, den er nun beherzigt. Deshalb gibt er sein Ratatouille auf.

Ratatouille-Chef Sam Keshvari ist an einem bemerkenswerten Wendepunkt in seinem Leben. 37 Jahre jung ist er, bald wird er 38. Vor acht Jahren – 2010 – eröffnete er das Restaurant an der Wielandstraße, 2015 dann der Umzug an die Nordstraße.

Jetzt macht er tabula rasa: Am 30. September ist das Ratatouille Geschichte. Denn Keshvari geht nach Kanada, Vancouver, für immer. Das Angeln ist eines seiner größten Hobbys, und das war es auch, was ihn schon mehrmals nach Kanada trieb. „Es ist so ein Gefühl von Freiheit, Ruhe, ich möchte dort gerne heimisch werden“, sagt er.

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Seine Großmutter Shokofe, die erst kürzlich mit 94 Jahren verstarb, ist nicht ganz unbeteiligt an diesem Neustart: „Das Leben ist kurz, lebe Dein Leben, das hat sie mir immer gesagt, regelrecht gepredigt“, betont der Gastronom. „Ich arbeite fast jeden Tag gefühlte 18 Stunden, auch das möchte ich ändern.“ Mit französischer Küche inklusive orientalischen Einflüssen erarbeitete er sich einen exzellenten Ruf bei Kollegen und Kunden.

Bei dem Gastrofestival „Tour de Menu“ holte er sich oft die Krone und den Respekt der Feinschmecker. Was er sich erhofft von Vancouver, in das er sich regelrecht verliebt habe: „Angeln, abends werde ich in einem Restaurant arbeiten.“ Und dann der entscheidende Satz: „Ich will mehr leben.“ Dafür sei er bereit, alles auf null zu setzen, sich zu resetten wie bei einem Computer, den man noch mal neu hochfährt. „Diese Chance werde ich nutzen.“

Was er sucht in Kanada, ist noch mehr von dem, wovon er schon in NRW und insbesondere in Düsseldorf kosten konnte: „Dort werde ich noch freier sein können, Vancouver ist cool“, sagt er und schwärmt auch von Düsseldorf: „Auch eine coole und lockere Metropole, daher war ich die 18 Jahre hier sehr gut aufgehoben.“ Und dann schlägt das Pendel doch wieder in Richtung Vancouver: „Interessante Menschen leben dort, sie sind neugierig, lebensfreundlich und noch offener als in Düsseldorf.“

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Seine Kindheit und Jugend verbrachte Sam Keshvari übrigens im Iran, wo er Ernährungswissenschaft studierte. Zur Jahrtausendwende kam er nach Deutschland, er tummelte sich schnell in der Gastronomie, startete als Küchenhilfe und machte dann eine Ausbildung zum Koch. Ein Faible für Sternerestaurants hatte er schon früh, und die Liebe zur französischen Küche entflammte bei Aushilfs-Abstechern in die Normandie. Dort war es eine seiner Hauptaufgabe, ein ordentliches Ratatouille zu kochen. „Ich habe das Gemüse dann einfach mal mit Safran und Pernod flambiert, das schlug ein.“

Gastroberater Markus Eirund war schon aktiv: Zwei Jungs mit Vater aus Sri Lanka und Mutter aus Düsseldorf werden sein Restaurant übernehmen „und was komplett anderes machen. Aus Australien kommen die Brüder mit der Idee von Hühnchen in verschiedenen Schärfen im Gepäck. Im November wollen sie eröffnen.

Derweil macht Keshvari bis exakt 30. September weiter mit dem Ratatouille. Am 1. September läutet er mit Metzgermeister Peter Inhoven seinen Abschiedsmonat mit einem Spezialmenü ein, das gleichzeitig eine Reminiszenz an seine Anfänge als Koch ist: Von Hummer mit persischem Safran und Pernod spricht Keshvari verheißungsvoll, von Salat-Ratatouille. Loup-de-mer-Filet schwirrt ihm im Kopf herum mit Kaffee-Kardamom-Kruste. Ganz aus dem Blickfeld wird Keshvari auch nach dem 30. September nicht sein: Die TV-Formate „Goodbye Deutschland“ und „Auf und Davon“ haben schon Interesse bekundet.

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Quelle: RP