Otomo in Düsseldorf

Sushi unter Nebelschwaden

Otomo in Düsseldorf: Sushi unter Nebelschwaden Otomo in Düsseldorf: Sushi unter Nebelschwaden Foto: Anne Orthen
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Im neuen Otomo an der Immermannstraße schmeckt auch gegrilltes Fleisch. Hingucker ist allerdings das Sushi im weißen Dampf.

Ein Lammkotelett mit Stäbchen essen - wie geht das denn? Im Sushi-Restaurant Otomo an der Immermannstraße kann der Gast es versuchen. Vorweg sei gesagt: Ganz einfach ist es für den normalen Mitteleuropäer nicht. So hatten wir bei unserem Testbesuch doch etwas Mühe, das pikant-süß marinierte leckere Stück Fleisch einigermaßen elegant zum Mund zu führen. Später erfuhren wir dann, dass man natürlich auch ein Besteck hätte ordern können. Allerdings hätten wir das als unverzeihlichen Stilbruch empfunden.

Das Asienviertel am Bahnhof wurde im späten Herbst vergangenen Jahres um ein weiteres Sushi-Restaurant bereichert. 83 Plätze bietet das Otomo an. Im Sommer kommen noch 40 Stühle im Außenbereich dazu. Außerdem gibt es eine sehr moderne Bar.

Zweinmal pro Tag wird Fisch geliefert

Die Frische der zum größten Teil rohen Fisch-Delikatessen steht für Geschäftsführer Thuong Tran an erster Stelle. Zweimal pro Tag werde der Fisch frisch geliefert, sagt er. Doch mittlerweile können Skeptiker gegenüber roher Ware auch Sushi mit geräuchertem oder gegrilltem Fisch oder Fleisch bestellen. Zudem gibt es delikate in Soja marinierte Fleischspießchen und immer auch frittiertes und paniertes Gemüse sowie Garnelen für Rohkost-Gegner. In Zukunft will Tran auch vietnamesischen Grillfisch und thailändische Elemente in seine Küche aufnehmen.

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Immer wieder lassen sich auch interessante Varianten der "japanischen Tapas" entdecken, die dem europäischen Geschmack angepasst wurden. Zum Beispiel das flambierte Reisröllchen mit Käsefüllung oder mit schlichtem Mango-Frischkäse-Inhalt im Sesammantel. Im Grunde sind der Genuss-Fantasie keine Grenzen gesetzt: ob mit Omelette, Creamcheese oder Kürbis, ob Maki (das ist in Seetang eingerollter Reis mit Inhalt), Tempura (panierte Einzelteile) oder Nigiri (belegte Reisstückchen) - das kulinarische Angebot bei Otomo ist umfangreich, vielseitig und sehr sehr lecker.

Per Tablet bestellen

Um die Auswahl zu vereinfachen, kann man auch im Otomo (wie in einigen anderen japanischen Lokalen schon) per Tablet nach Bild auswählen. Bei der sogenannten Flatline kann der Gast pro Gang fünf Gerichte bestellen. Insgesamt gibt es zehn Gänge für 26,90 Euro, auf die es aber häufig Rabatt gibt.

Die Flatline ist eine gute Möglichkeit, sich durch die asiatische Küche zu probieren. Allerdings muss man vorsichtig essen, um nach drei Bestellungen nicht schon pappsatt vor dem reichhaltigen Angebot zu kapitulieren. Nur geübte Esser schaffen sieben bis acht Gänge. Wir zwei Mädels schafften drei plus Dessert.

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Als besonderen Gag serviert Thuong Tran sein Sushi auf einem dampfenden Teller mit Trockeneis. Die Nebelschwade gibt erst nach und nach den Blick auf das ansprechende Arrangement an bunten maritimen Häppchen frei.

Sehr ungewöhnlich ist der asiatische Obstsalat. Dieses Dessert besteht aus kleinen undefinierbaren fruchtigen festen Stückchen, die aus Mehl, Zucker und Obst hergestellt werden, wie wir erfuhren. Dieses Essen ebenso wie die anderen Angebote sind so tadellos wie der Service.

Den europäischen Ansprüchen an Gemütlichkeit entspricht der Gastraum aber eher nicht. Weiße Wände, violette LED-Beleuchtung und schwarzes Mobiliar - viele Einzelheiten im Restaurant Otomo sind recht nüchtern. Allerdings rückt dieses äußere Manko dann doch in den Hintergrund wegen der ausgezeichneten Optik der hübsch angerichteten Speisen.

Otomo Sushi Immermannstraße 23, Stadtmitte

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Quelle: RP