Qomo im Rheinturm

Dieser Mann leitet das höchste Restaurant Düsseldorfs

Qomo im Rheinturm: Dieser Mann leitet das höchste Restaurant Düsseldorfs Qomo im Rheinturm: Dieser Mann leitet das höchste Restaurant Düsseldorfs Foto: Andreas Endermann
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Manfred Birkenfeld managt das höchste Restaurant Düsseldorfs – das Qomo im Rheinturm. Ein Traumjob an einem spektakulären Ort. Für den ergeizigen Gastro-Manager aber sicherlich nicht die letzte Station.

Lieber Frozen Yoghurt oder einen Kaffee? Einen Kaffee, bitte. "Das Konzept von gefrorenem Joghurt habe ich irgendwie noch nie so ganz verstanden", sagt Manfred Birkenfeld und bestellt uns einen Cappuccino und einen Espresso in dem Coffeeshop am Carlsplatz. Beim Bezahlen schlägt er ein großzügiges Trinkgeld drauf und hilft dann dem verwirrten Barista beim Ausrechnen des korrekten Rückgeld-Betrags.

Birkenfeld hat sein gesamtes Arbeitsleben in der Gastronomie verbracht. Er hat sich hochgearbeitet – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Restaurant, das er derzeit leitet, befindet sich im Rheinturm auf 170 Metern Höhe. Der Blick aus den verglasten Wänden ist spektakulär. "Während der ersten Herbststürme war hier alles komplett milchig, das sah total surreal aus", hat Birkenfeld bei einem Rundgang durch das Qomo erzählt. "Und Silvester! Das wird hier richtig geil."

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Der 40-jährige Essener leitet ein Team von 36 Personen. Angefangen hat er als Kellner. Als er 16 war, starben seine Eltern. Birkenfeld machte eine Konditorlehre. Aber in diesem Beruf wollte er nicht bleiben. In der Gastronomie fand er ein neues Zuhause. Erst wurde er Barchef, dann Restaurant-Betriebsleiter; arbeitete in Duisburg, Münster, schließlich Düsseldorf.

Hier leitete er ab 2012 das Tafelsilber, ein Trend- und Event-Restaurant in Flingern Nord. 2016 klopfte TV-Koch Tim Mälzer an. "Da musste ich nicht lange überlegen." Birkenfeld baute das Hausmann’s in der Altstadt mit auf – blieb aber nicht lange. Mälzer und sein Partner Patrick Rüther hätten irgendwann andere Vorstellungen gehabt, wie der Laden laufen solle, sagt Birkenfeld – deshalb habe man sich getrennt. Einvernehmlich, wie er betont. Für Birkenfeld ging es aufwärts – ins Dox-Restaurant im Hyatt-Hotel. Für das Hausmann’s nicht. Im Februar wurde bekannt, dass das Restaurant trotz guter Auslastung weiterhin rote Zahlen schreibt.

Ein Typ mit tätowierten Händen

Er habe nicht geglaubt, dass man ihn im Hyatt einstellen würde, sagt Birkenfeld. "Kommt da so ein Typ mit tätowierten Händen..." Aber der Ausflug in die Welt der Hotelgastronomie glückte. Im Dox lernte er "einen Franzosen aus Dubai" kennen, auf der Durchreise, wie es schien. Ein paar Wochen später tauchte der Mann wieder auf: Nicolas Talon, der im Auftrag von Centro Hotels das Restaurant im Rheinturm konzipieren sollte.

Talon erklärte Birkenfeld, man würde ihn gern als Manager gewinnen. In gewisser Weise lag das nahe. Auch das Dox liegt im Medienhafen, bietet gehobene Küche und Sushi, prahlt mit seinem Ausblick. Trotzdem: "Eigentlich fand ich das für mich nicht interessant", sagt Birkenfeld. "Ich dachte, das ist so ein junges, hippes Lifestyle-Projekt – da braucht man doch nicht jemanden wie mich, der eher oldschool ist."

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Die Macher des Qomo ließen nicht locker. Sie zeigten Birkenfeld die Baustelle. Schließlich biss er an. Die Herausforderung, ein Restaurant vom ersten Tag an strategisch aufzustellen und zum Laufen zu bringen, sei einfach zu verführerisch gewesen, sagt er.

Inzwischen läuft der Laden – was nicht heißt, dass der Betriebsleiter sich auf eine lauschige 40-Stunden-Woche zurückziehen kann. Morgens geht er mit seinem Hund raus und bearbeitet schon mal die ersten Mails, bevor er gegen Mittag ins Restaurant fährt. Dort kümmert er sich dann um alles Administrative. "Mein Hauptaugenmerk liegt auf dem Team. Das ist das Werkzeug, das zum Erfolg führt." Abends ist er dann „auf dem Floor“ und gießt schon mal einem besonderen Gast ein Glas Wein ein. "Ich kenne viele Leute in Düsseldorf. Ganz viele tolle Leute."

Er wollte, dass das Qomo durch Qualität überzeugt. "Manche denken ja, ein Restaurant im Rheinturm – da kann man nichts falsch machen." Aber das sei eben nicht so: Die Düsseldorfer arbeiteten hart – und wenn sie ihr sauer verdientes Geld in eine Gaststätte trügen, würden sie auch etwas erwarten. "Hier muss man zeigen, dass man es wirklich kann."

Manfred Birkenfeld ist stolz auf seine steile Aufwärtsbewegung. „Ich komme aus einer Bergarbeiterfamilie, ich habe nach der zehnten Klasse die Schule verlassen“, sagt er. "Aber ich war immer geradeaus und habe hart gearbeitet, deswegen bin ich hier." Wie lange er bleibt? Unklar. Die Geschichte hat gezeigt, dass es ihn nie lange an einer Station hält. Die Frage ist: Wohin könnte es als nächstes gehen? Weiter nach oben ist schließlich fast unmöglich.

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Das Restaurant Qomo im Rheinturm

Küche Serviert werden japanische Fusion-Gerichte wie Poularde mit Sake und Gerste-Chili-Miso, Sushi oder Matcha Crème brûlée.

Rotation In 72 Minuten dreht sich das Restaurant um seine eigene Achse.

Öffnungszeiten Sonntag bis Donnerstag, 18 bis 1 Uhr, Freitag, Samstag und an Feiertagen bis 2 Uhr

Reservierungen Telefonisch unter der Nummer 86320018 oder per Mail an reservation@qomo-restaurant.com

Quelle: RP