Marcel Oelbracht Nachtresidenz
Foto: Denise Breidbach

Die Nachtresidenz gehört zu den angesagten Tanztempeln der Stadt. Der Club nahe der Königsallee ist seit dem 13. März 2020 geschlossen. Wo an normalen Wochenenden Tausende von Nachtschwärmern tanzen, stehen aktuell Leitern. Im Hintergrund arbeiten Handwerker. Doch dazu später mehr.

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Unsichere Perspektive für die Clubs

Nachtresidenz-Geschäftsführer Marcel Oelbracht sieht die aktuelle Corona-Entwicklung mit großer Skepsis. „Die Zahlen steigen wieder, was der Herbst wirklich bringt, kann keiner sagen“, erklärt der Düsseldorfer Gastronom. Und was ist mit dem Berliner Club-Projekt? „Das ist für mich nicht aussagekräftig genug, sondern eher falscher Aktionismus. So lange unsere Regierung diese Ergebnisse in ihre Entscheidungen nicht einbezieht, kommen wir damit nicht weiter.“

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Von daher verwundert es auch nicht, dass die Resi nun doch länger geschlossen bleibt – und zwar bis Mitte November. Damit findet auch das für den 3. September angekündigte Opening nicht statt.

Grund dafür ist aber nicht allein die Corona-Situation und die unsichere Perspektive für die Clubs. „Wir haben in den letzten Monaten viel renoviert – und jetzt entschlossen, die Resi noch schöner zu machen“, erklärt Marcel Oelbracht mit einem Schmunzeln. Unter anderem wird der komplette Club sowie die Empore erneuert. Es wird weitere VIP-Bereiche geben und das neue Lichtkonzept fertig gestellt. „Solche aufwendigen Arbeiten sind während des Clubbetriebes praktisch nicht machbar, deshalb nutzen wir diese schwierige Zeit und die letzten Meter dafür, um diese Arbeiten zum Abschluss zu bringen.“

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Im Gegensatz zu vielen anderen Gastronomen blickt der Geschäftsführer aber positiv nach vorne. „Wenn alles so weitergeht und die Corona-Lage es zulässt, werden wir Mitte oder Ende November die Wiedereröffnung oder für mich schon fast die Neueröffnung feiern!“ Top-Acts für die Zeit danach sind bereits gebucht, das Team der festen Mitarbeiter für VIP-Management und Social Media aufgestockt.

Der neue Betriebsleiter ist in der Düsseldorfer Szene kein Unbekannter: Patrick Oberlender ist seit Juni zurück in der Resi, wo er schon mal vor vielen Jahren in anderer Position tätig war. Auch bei der Personal-Suche im Bereich Service und Co. sieht Marcel Oelbracht keine Probleme: „Wir haben jetzt schon zahlreiche Anfragen und werden zum Re-Start bestens aufgestellt sein!“

Nachtresidenz Kuppelsaal Party 2018
Ein Bild aus dem Kuppelsaal vor Corona: Tausende Nachtschwärmer feiern am Wochenende in der Resi Foto: Nachtresidenz

Geimpfte Gäste werden bevorzugt behandelt

Die aktuelle Diskussion um das Thema „Nur noch Geimpfte und Genesene haben Zutritt“ verfolgt der Düsseldorfer natürlich auch. „Wenn der Club wieder geöffnet wird, könnten wir uns in Abstimmung mit der Stadt auch ein mobiles Impfzentrum vorstellen – zum Beispiel vor der Resi“, verrät Marcel Oelbracht. Also dürfen dann nur noch geimpfte und genesene Gäste im Club feiern? „Das ist natürlich auch abhängig von den Beschlüssen der Politik“, erklärt der Geschäftsführer. „Aber die sogenannten 2-Gs werden von uns auf jeden Fall bevorzugt behandelt.“

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Und wie wird es seiner Meinung nach weitergehen im Düsseldorfer Nachtleben? „Es war schon vor Corona schwierig – und es wird auch in Zukunft nicht leichter“, meint Marcel Oelbracht. „Die bisherigen Locations werden es hoffentlich überleben, aber es werden kaum neue Clubs dazukommen.“ Mit Blick auf die Resi-Wiedereröffnung geht er davon aus, dass es auf der Tanzfläche eng wird. „Unsere Stammgäste und alle, die kurz vor Corona auch vielleicht das erste Mal bei uns waren, wollen uns bestimmt sofort besuchen. Es könnte also ein Kapazitäts-Problem geben“, vermutet der Gastronom mit einem Augenzwinkern.

Mit Ende November hat Marcel Oelbracht ein Datum vor Augen. Ob die Resi dann wirklich die Türen öffnet? „Wir geben alles, aber manche Dinge liegen ja auch leider nicht in meiner Hand“, so der Düsseldorfer. Er verspricht den Gästen aber etwas: „Wir holen alle großen Events nach – auch den 20. Geburtstag der Nachtresidenz und vieles mehr!“