Rund 80 Interessierte kamen zum Bürgerforum in die Arena

Open-Air-Park bleibt umstritten

Rund 80 Interessierte kamen zum Bürgerforum in die Arena: Open-Air-Park bleibt umstritten Rund 80 Interessierte kamen zum Bürgerforum in die Arena: Open-Air-Park bleibt umstritten Foto: Hans-Juergen Bauer
Von |

Geländebesichtigung, Informationsstände, Statements, Workshops: Vier Stunden konnten sich die Bürger am Freitag über ein mögliches Festival-Gelände auf dem Messe-Areal informieren.

Nach dem Flop um das im vergangenen Jahr abgesagte Ed Sheeran-Konzert will die Stadt bei der Planung eines künftigen Open-Air-Geländes in Sichtweite der Merkur Spiel-Arena möglichst keine Fehler mehr begehen. Ausführlich und transparent soll die Planung sein. Teil dieses Prozesses war das Bürgerforum am Freitag, bei dem Eckpunkte des Projekts vorgestellt und diskutiert wurden. Rund 80 Interessierte kamen. Das Wichtigste im Überblick.

Standort der Hauptbühne steht schon fest

Gut eine Stunde lang konnten sich Interessierte auf dem Parkplatz P 1 erklären lassen, wie dort ein künftiger Open-Air-Park umgesetzt würde. Jörg Bremer vom städtischen Event-Spezialisten D. Live erklärte anhand einer großen Grafik, wo auf dem „Feld 5 Nord“ die Hauptbühne stehen soll, wie der Zugang zum Gelände geregelt wird, welche Bäume umgesetzt (gelbe Punkte) und welche gefällt werden (60 auf der Karte rot markierte müssten es wohl sein).

Die Zuhörer nehmen das im Regen erst mal so hin, für Gespräche gibt es später noch gute Gelegenheiten. Einen Besucher irritiert der Begriff „Park“, weil er nahe legen könnte, dass hier ein ganzjähriges Festival-Gelände entsteht. „Die Aufbauten erfolgen nur, wenn es auch tatsächlich ein Konzert oder Festival gibt“, stellt Bremer klar.

Bis zu sechs dieser Events soll es pro Jahr geben, Platz gäbe es für 80.000 Zuschauer. „Eine so gut angebundene und zentrumsnahe Fläche ist in Nordrhein-Westfalen ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt D. Live-Geschäftsführer Michael Brill später.

Verschiedene Stellwände haben Planungsamt und D. Live errichtet. Unter anderem geht es darum, wie Wohngebiete geschützt werden, wo die Besucher parken werden, wie der Lärmschutz gewährleistet wird und welche Sicherheitskonzepte geplant sind.

Social-Media-Festival-Ranking: So beliebt sind Parookaville, Rock am Ring & Co. Social-Media-Festival-Ranking So beliebt sind Parookaville, Rock am Ring & Co. Zum Artikel »

Ein weiterer Ort für Festivals in Düsseldorf

 „Wir im Norden müssen schon jetzt bedingt durch Messe und Flughafen viel Verkehr, Lärm, Dreck und Gestank ertragen, jede weitere Belastung ist eine zu viel“, sagt Siegfried Küsel, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins Lohausen-Stockum. Das sieht Jörg Schnorrenberger genauso.

Im Eröffnungsplenum sagt der Makler, der in der Nähe der Messe wohnt: „Natürlich freue ich mich, wenn es der Stadt gut geht und tolle Events dazu einen Beitrag leisten. Aber inzwischen fehlt mir das Verständnis. Weder beim Flugbetrieb noch rund um die Fortuna-Spiele wird an unsere Probleme gedacht.“ Skeptisch ist auch Sandra Wriedt, die in Benrath lebt. „Ich zweifele an der Notwendigkeit, weder der ISS Dome noch die Arena sind wirklich ausgelastet, warum brauchen wir einen Open-Air-Park?“

Voraussetzungen für neue Trends setzen

Ganz anders sieht das Oberbürgermeister Thomas Geisel. Er freut sich über die große Mehrheit, mit der der Rat das Bauleitverfahren auf den Weg gebracht hat. „Uns ist ein breiter Konsens wichtig. Und wir wollen noch mehr Transparenz herstellen“, sagt er. Düsseldorf erfülle alle Voraussetzungen für den neuen Trend, Festivals in der Stadt und nicht mehr auf der grünen Weise zu veranstalten. „Wir werden hier keine Flächen versiegeln und nicht in großem Umfang Bäume opfern“, fügt er an.

Das wiederum schätzt Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe ganz anders ein. „Während Zehntausende Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen, reden wir hier über das Fällen von Bäumen und die Gefährdung von Vogelarten wie dem Mäusebussard.“ Als sie im Eröffnungsplenum an die Reihe kommt, ist Geisel gerade gegangen. Im Publikum sorgt das prompt für einige kritische Zwischenrufe.

Über 40 Veranstaltungen vom 11. bis zum 21. Juli: Asphalt Festival 2019 mit "Get Well Soon" und vielen mehr Über 40 Veranstaltungen vom 11. bis zum 21. Juli Asphalt Festival 2019 mit "Get Well Soon" und vielen mehr Zum Artikel »

Quelle: RP